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Betrug via Telefon - ''Können Sie mich hören?''

Telefonbetrug im Internet
(© LKA Sachsen)

Die Betrugsmachenschaften von Betrügern werden immer dreister. Leicht können Privatperson darauf reinfallen. Die im Folgenden vorgestellte „Betrugsmasche“, welche ursprünglich in Kanada und den USA auftauchte, wird mittlerweile auch in Deutschland angewendet. Erste Fälle wurden bereits aus Nordrhein-Westfalen gemeldet.  
Bei diesen Betrugsfällen geht es um einen anonymen Anrufer, der dem Empfänger einfache Fragen stellt, wie beispielsweise „Können Sie mich hören?“, „Verstehen Sie mich?“.  Der Angerufene antwortet ohne nach-zudenken mit „JA“ und ist bereits in die Betrugsfalle getappt. Wenn das Telefonat daraufhin abrupt vom Anrufer beendet wird, kann dies ein weiteres Indiz dafür sein, dass hier Betrüger am Werk sind.
 
Was ist passiert? Dieses „JA“, was der Angerufene in sein Telefon spricht, wird vom Anrufer mithilfe spezieller Technik aufgezeichnet bzw. mit-geschnitten. Anschließend wird dieses „JA“ in einem komplett anderen Sachverhalt eingefügt. I. d. R. handelt es sich dabei um spätere Vertrags-abschlüsse, verbunden mit immensen, laufenden Abo-Kosten. Tage später erhält das Opfer eine ominöse Rechnung für eine angeblich  abgeschlossene Leistung, für welche nun ein bestimmter Eurobetrag fällig sei. Geht das Opfer nicht auf diese Geldforderung ein, wird durch die Betrüger ein Inkassobüro beauftragt, welches mit der Eintreibung des angeblichen Schuldbetrages beauftragt wird. Diese missliche Lage erhöht dann im weiteren Verlauf den Druck auf das Opfer und damit auch dessen Zahlungsbereitschaft.

Das Landeskriminalamt Sachsen möchte die Bevölkerung Sachsens bereits frühzeitig über neue Maschen des Telefonbetruges informieren. Die Statistik liefert hier momentan noch keine validen Zahlen - da sich solche Straftaten innerhalb der großen Gruppe der Betrugsdelikte einordnen und nicht konkret recherchierbar sind – vielleicht hilft die frühzeitige Warnung aber ein weiteres Etablieren dieser Betrugsmasche zu erschweren. Es gibt viele verschiedene Maschen, mit Hilfe eines Telefongesprächs an das Geld der Angerufenen zu gelangen (zum Beispiel der bekannte  Enkeltrick). Vorzugsweise ältere Menschen sind beliebte Telefon-Opfer in diesem Zusammenhang.   
Das Landeskriminalamt gibt dazu folgende Hinweise:

  • Legen Sie bei Verdacht hinsichtlich einer Betrugsmasche am Telefon sofort auf.
  • Antworten Sie bei einem unbekannten Anrufer, welcher Ihnen das Gefühl vermittelt, dass Sie offenbar nur mit einem „JA“ antworten sollen, in ganzen Sätzen, wie zum Beispiel „Ich höre Sie.“ oder „Ich verstehe Sie.“.
  • Fragen Sie immer nach dem Namen und der Firma, welche Sie kontaktiert. Notieren Sie sich auch die Telefonnummer des Anrufers. Bei Verdacht auf einen Betrug dienen diese Daten als Beweismittel.
  • Bei einem anonymen Anruf, dessen Telefonnummer im Display nicht angezeigt wird, seien Sie im Allgemeinen stets sehr skeptisch und misstrauisch (Firmen als Anrufer sind heute grundsätzlich verpflichtet ihre Telefonnummern anzuzeigen. Eine Unterdrückung der Telefonnummer ist gesetzlich nicht gestattet.)
  • Ist die Telefonnummer derzeit mit Vor- und Nachnamen im (Online-) Telefonbuch eingetragen und somit für jedermann sichtbar, sollten Sie sich  grundsätzlich überlegen, diesen Eintrag zu löschen. (Denn die leichte Zugänglichkeit von privaten Telefonnummern und Namen ist das größte Einfallstor für Betrüger, die solche gern für sich nutzen.)
  • Informieren Sie Ihre älteren Verwandten und Bekannten über solche Betrugsmaschen und wie diese erkannt werden können und wie man darauf reagieren soll.


Das Landeskriminalamts Sachsen empfiehlt im geschehenen Betrugsfall folgende Schritte einzuleiten:

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  • Bezahlen Sie die betrügerische Rechnung nicht. Das Mitschneiden eines Gesprächs ohne vorherige Erlaubnis ist in Deutschland verboten, was sich ebenso auf die zu vor beschriebene unerlaubte Verwendung Ihres „JA“ bezieht.
  •  Wenn eine Rechnung bei Ihnen postalisch ankommt, diese bitte nicht ignorieren, sondern mit der Verbraucherzentrale vor Ort besprechen und die angemessenen weiteren Schritte planen.
  • Darüber hinaus sollten Sie bei der örtlichen Polizei Anzeige erstatten. Hierfür bitte die Telefonnummer, den Namen, die Firma, den Gedächtnisfaden des Gesprächs, die Stimme (männlich/weiblich) usw. notieren und bei der polizeilichen Befragung mit vorlegen (soweit vorhanden).
  • Weitere Informationen und Hilfe im konkreten Verdachtsfall erhalten Sie bei Ihrer nächstgelegenen Polizeidienststelle. Diese finden Sie unter www.polizei.sachsen.de.

Hilfreiche Hinweise zu aktuellen Betrugsmaschen und wie Sie sich schützen können bzw. verhalten sollten, finden Sie unter www.polizei-beratung.de.