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Sächsisch-tschechisches Fahrsicherheitstraining und Workshop

Im Rahmen des durch die Europäische Union geförderten INTERREG VA-Projektes „Intensivierung der Sicherheitsmaßnahmen im Kooperationsgebiet in den Bereichen der Drogenkriminalität und anderer Kriminalitätserscheinungen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr“ organisierte die Verkehrspolizeiinspektion der Polizeidirektion Zwickau am 4. und 5. April 2017 einen zweitägigen Workshop unter Beteiligung der sächsischen und tschechischen Projektpartner.

Am ersten Tag stand praktisches Fahr- und Sicherheitstraining auf dem Sachsenring auf dem Programm. Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmenden durch Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Zwickau ging es umgehend ran an die Sache oder besser gesagt – ran ans Lenkrad. Unter der Führung von zwei erfahrenen Instrukteuren wurden an mehreren Stationen unter verschiedenen Bedingungen vorrangig Bremsmanöver, Sicherheitsvollbremsungen und das Abfangen von Schleudern sowie Heckausbrechen intensiv geübt. Dabei bot sich die Möglichkeit, die zu Trainingszwecken angebrachten, variierenden Straßenbeläge auf unterschiedliche Reaktionen des Wagens bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu testen.

Die Polizisten beider Länder bekamen dabei wertvolle Tipps für die Dienstpraxis. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Notwendigkeit, sich mit den Reaktionen und dem Fahrverhalten des eigenen Wagens vertraut zu machen. Ebenso wichtig, wie die Polizisten am Trainingsplatz erfuhren, ist es, die Lenkung und Bremsung als eine Einheit zu verstehen. Beide Prozesse ergänzen sich und gewährleisten bei optimaler Durchführung, auch bei unvorhersehbaren und gefährlichen Lagen, eine gute Kontrolle über den Dienstwagen.

Ursprünglich als ein Witz zur Auflockerung gedacht, war die Erzählung eines der Instrukteure, dass ein vom Zoll „geschnappter“ Autodieb ein Zertifikat von ihm bei der Verfolgungsjagd mitführte. Diese humorvolle Geschichte zeigt jedoch deutlich, dass professionelle Autoschlepper sich im „Wettkampf“ mit den Behörden der Wichtigkeit von Fahrkünsten bewusst sind. Umso mehr gilt es, auch auf Seiten der Polizei intensive Fahrtrainings durchzuführen, um den Verbrechern wirksam entgegentreten zu können. Nach Abschluss des Fahrtrainings erhielten die Teilnehmer ihre Zertifikaten.

Am zweiten Tag des Workshops hielt in Konferenzräumen eines Wüstenbrander Hotels ein Mitarbeiter der Dekra Niederlassung Chemnitz einen Vortrag zu Fahrsicherheitssystemen bei Lastkraftwagen. Besonders interessant für polizeiliche Arbeit war dabei die Darstellung der Konzeptionen, aber auch von Grenzen der bestehenden Sicherheitssysteme und deren Auswirkung auf den Verkehr. Es wurde festgehalten, dass die Anforderungen an die Kraftfahrer immens steigen, was einerseits mit dem Wirtschaftswettbewerb, andererseits mit der modernen Fahrtechnik zusammenhängt. Das schlägt sich auch in der Notwendigkeit angepasster polizeilicher Verkehrskontrollen sowie der ständigen Fortbildung von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten nieder. So sehr autonomes Fahren technisch kein Ding der Unmöglichkeit mehr ist, hielt der Referent fest, dass eine sichere Praxisanwendung in einer relativ weit entfernten Zukunft liegt.

Der Workshop bot insgesamt eine gelungene Möglichkeit, praktische und theoretische Facetten des Fahrens in extremen Lagen kennenzulernen. Zugleich ermöglichte er einen wichtigen fachlichen und persönlichen Austausch zwischen Kollegen der Verkehrspolizeien der Nachbarländer Sachsen und Tschechien, die eine hervorragende und zugleich anstrengende Arbeit bei der Sicherung des Verkehrs im gemeinsamen Grenzraum leisten.
Training des Bremsens auf rutschigem Untergrund
tschech. Polizei-Octavia beim Bremstest
Betonplatte bewirkt Ausbrechen des Hecks
45 km/h, Heck instabil, rutschige Straße ...
ein DEKRA-Mitarbeiter beim Vortrag
die sächs. und tschech. Projektteilnehmer

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Betreuungsbereich

Der Betreuungsbereich der Polizeidirektion umfasst die Landkreise

  • Zwickau
  • Vogtlandkreis.

Leiter

Polizeipräsident Conny Stiehl

Polizeipräsident
Conny Stiehl