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Fachkonferenz -Drogenszene in der Grenzregion- am 1. November 2017

Einer Einladung der Bezirkspolizeidirektion Ústí nad Labem folgend, reisten am 1. November 2017 zwei Beamte der Polizeidirektionen Zwickau und Chemnitz nach Most, um im Hotel „Cascade“ an der Fachkonferenz zum Thema „Drogenszene in der Grenzregion“ teilzunehmen.

Neben diesen Vertretern der deutschen Projektpartner und Vertretern der Partner aus Karlovy Vary und Most im von der Europäischen Union geförderten Projekt „Verbesserung der Sicherheit im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet durch koordinierte Öffentlichkeitsarbeit“ (Interreg V A/2014-2020) nahmen eine Vielzahl von Verantwortungsträgern aus dem Bildungsbereich des Aussiger Bezirks teil. So waren zahlreiche Schulleiterinnen und -leiter anwesend, die den Vorträgen der Referenten folgten und in diesem Zusammenhang auch die Möglichkeit einer direkten Rückkopplung zu den referierenden Experten hatten.

Die Fachkonferenz an sich hatte einen hauptsächlich informierenden Charakter und sollte die Verantwortlichen, welche präventionsrelevante Schnittstellen besetzen, über die Drogenszene in der Grenzregion von Tschechien zu Sachsen ins Bild setzen. Dazu wurden fünf Referate gehalten:

1.         Ein Mitarbeiter der medizinischen Fakultät (Adiktologie) der Karls-Universität in Prag sprach über die rechtlichen Aspekte bei der Untersuchung von Kindern im Zusammenhang mit dem Verdacht auf den Einfluss von Rauschgift. Im Rahmen dieses Fachvortrages wurden die (tschechischen) rechtlichen Voraussetzungen – insbesondere vor dem Hintergrund einer unlängst erfolgten Novellierung des relevanten Rechtsgebietes – dargestellt. Ziel war die Sensibilisierung der Entscheidungsträger in den Schulen, um das Verfahren an sich bekannt zu machen und mögliche Lösungsansätze – auch neben der Möglichkeit eines Testverfahrens – zu offerieren.

2.         Als zweiter Fachvortrag folgte ein Erfahrungsbericht der Initiative „Brücke zur Hoffnung“ (MONA – Most k naději). Diese Initiative ist mit der Tätigkeit von in Sachsen bekannten Streetworker-Projekten vergleichbar. Der Bericht stellte die eigene Arbeit und Methodik der Initiative dar und informierte über das „Leistungsspektrum“ – aber auch über dessen Grenzen.

3.         Dem gefolgt stellte der Direktor der Zentrale für Drogenbekämpfung, Kriminalpolizei- und Ermittlungsdienst der tschechischen Polizei die Situation zum Kriminalitätsphänomen „Drogen in der Grenzregion“ vor. Er unterstrich dabei die Zusammenhänge, die zwischen den in Tschechien agierenden „Produzenten“ und den (auch deutschen) Konsumenten bestehen. Darüber hinaus stellte er die Erkenntnisse seiner Behörde unter dem Licht der Fallzahlen und der Erkenntnisse aus geführten Ermittlungsverfahren vor.

4.         Als vorletzter Referent trat ein Regierungsrat im Sachgebiet Drogenpolitik des Regierungsamtes der Tschechischen Republik auf und stellte für die Teilnehmer der Fachkonferenz die Fallzahlen der Grenzregion Ústí ins Verhältnis zu den Fallzahlen der übrigen Verwaltungsbezirke des Landes. Er betrachtete in seinem Vortrag auch die Konsumentenstruktur hinsichtlich der verschiedenen Ethnien und des sozialen Standes und bilanzierte die staatlichen Kosten für die Drogenbekämpfung. Im Ergebnis musste er feststellen, dass die notwendigen staatlichen Zuschüsse zur Präventionsarbeit in der Region Ústí die höchsten in ganz Tschechien sind.

5.         Abschließend berichtete ein Arzt über seine in mehr als zwei Jahrzenten gemachten Erfahrungen als praktizierender Psychiater am „Zentrum der Behaglichkeit – Blaue Lagune“. Er konnte aus psychiatrischer Sicht – von seiner langjährigen Erfahrung profitierend – den Konferenzteilnehmern die Folgen von Drogenkonsum recht plastisch schildern und damit einen weiteren Blinkwinkel für die Thematik eröffnen. Insbesondere an die anwesenden Verantwortungsträger der Schulen erging durch diese so dargestellten Folgen des Drogenkonsums wirkungsvoll ein Apell, der die Notwendigkeit der (Drogen-)Prävention hervorhob.

Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass die verantwortlichen Behörden im Aussiger Bezirk sehr stark auf die primäre Prävention setzen und über das Interreg V/A-Projekt eine grenzüberschreitende Einbindung der sächsischen Partner erfolgt, so dass auch die tschechische Polizei von den sächsischen Erfahrungen partizipiert. Drogenkriminalität lässt sich – gerade in der sächsisch-tschechischen Grenzregion – nicht an den innereuropäischen Staatsgrenzen abwehren. Die Bekämpfung dieses Phänomens beginnt mit dem Verständnis für die Problematik in den Köpfen der Verantwortlichen – auf beiden Seiten der (offenen) Grenze.

Ein Baustein dafür ist die Präventionsarbeit – insbesondere im Rahmen dieses Projektes.

Tagungshotel in Most
im Tagungsraum
Tagungsteilnehmer
Projektpartner

Marginalspalte

Betreuungsbereich

Der Betreuungsbereich der Polizeidirektion umfasst die Landkreise

  • Zwickau
  • Vogtlandkreis.

Leiter

Polizeipräsident Conny Stiehl

Polizeipräsident
Conny Stiehl