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Sächsische und tschechische Polizei stellen Systeme zur automatisierten Kennzeichenerkennung vor

Verantwortlich: Thomas Knaup
Stand: 31.05.2016, 1:00 PM Uhr

 

Sächsische und tschechische Polizei stellen Systeme zur automatisierten Kennzeichenerkennung vor

B 178n, Ausbauende bei Weißenberg
31.05.2016, 10:00 Uhr - 13:00 Uhr

Am Dienstagvormittag haben die Polizeidirektion Görlitz und eine Abordnung der Bezirksdirektion der tschechischen Polizei Libereć ihre automatisierten Kennzeichenerkennungssysteme vorgestellt. Das geschah im Rahmen einer gemeinsamen Übung am Ausbauende der B 178n bei Weißenberg.
 
Die Polizei des Freistaates Sachsen und der tschechischen Republik arbeiten bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität eng zusammen. Ein Themenfeld ist dabei der Diebstahl von Kraftfahrzeugen und ihre Verbringung vom Tatort zu einem Versteck oder einem Hehler. In beiden Ländern setzt die Polizei die computergestützten Anlagen zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung ein.

Polizeipräsident Conny Stiehl dazu: „Das automatisierte Kennzeichenerkennungssystem ist keine Wunderwaffe. Aber es ist ein wichtiger Baustein für unsere Arbeit. Dieses System hilft der Polizei, Straftaten zu verhindern oder beweissicher aufzuklären. Der Erfolg gibt uns Recht.“


Zur Historie

Die Polizeidirektion Görlitz nutzt das automatisierte Kennzeichenerkennungssystem (AKES) seit dem 20. Februar 2013. Es kam in den Landkreisen Bautzen und Görlitz auf der BAB 4 sowie den viel befahrenen Bundes- oder Staatsstraßen knapp 700 Mal zum Einsatz. Dabei meldete das System rund 380 „Treffer“.

In etwa 200 Fällen waren die festgestellten Kennzeichen in den Fahndungsdatenbanken hinterlegt, weil ein strafrechtlicher Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz vorlag - zumeist hatte der Halter seine Versicherungsbeiträge nicht entrichtet und hätte das betreffende Fahrzeug daher nicht in Betrieb setzen dürfen. In rund 120 Fällen diente die Maßnahme zur Identitätsfeststellung der Personen, welche das Fahrzeug nutzten. Diese Informationen können der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei wichtige Hinweise für bereits laufende Ermittlungen liefern. In circa 40 Fällen erkannte das System ein gestohlenes oder anderweitig sicherzustellendes Fahrzeug. In rund 20 Fällen waren die gelesenen Kennzeichen zuvor in Deutschland oder dem europäischen Ausland entwendet worden.


Zur Technik

Im Freistaat Sachsen wird derzeit das System CatchKen der Herstellerfirma Vidit Systems GmbH eingesetzt. Es kann fahrzeuggebunden oder in einer vom Basisfahrzeug abgesetzten Betriebsart zum Einsatz kommen. Die Geräte dürfen aufgrund rechtlicher Vorgaben (siehe hierzu Paragraph 19a Sächsisches Polizeigesetz) nicht dauerhaft oder flächendeckend und sollen grundsätzlich offen erkennbar eingesetzt werden.

Das automatisierte Kennzeichenerkennungssystem (AKES) besteht aus einer Kamera- und einer Auswerteeinheit. Die Kameraeinheit kann bis zu drei Fahrspuren einer Straße zeitgleich abtasten und erkennt dabei die vorbeifahrenden Kfz-Kennzeichen. Die Auswerteeinheit gleicht diese in Sekundenbruchteilen im Offline-Modus mit einer zuvor aufgespielten Datenbank ab.


Zum operativen Einsatz

Bei einer Übereinstimmung wird die im Fokus stehende Buchstaben-Zahlenkombination dem Gerätebediener angezeigt. Nur in diesem Fall erfolgt eine Speicherung der Kameradaten. In allen anderen Fällen werden die Informationen sofort automatisch gelöscht und stehen nicht weiter zur Verfügung.

Bei einem Treffer informiert der Gerätebediener unverzüglich eine Streife. Es erhält den Auftrag, das Zielfahrzeug mit dem gesuchten Kfz-Kennzeichen im fließenden Verkehr auszumachen und zu stoppen. Danach werden die Beamten die erforderlichen Maßnahmen treffen, beispielsweise die Identitäten der im Fahrzeug angetroffenen Personen feststellen, diese befragen oder vorläufig festnehmen sowie das im Fokus stehende Kraftfahrzeug sicherstellen.

Beispiele für Einsätze des AKES

- Fall 1 -

BAB 4, Dresden - Görlitz, Anschlussstelle Bautzen-West
25.03.2015, 09:46 Uhr

Am Vormittag des 25. März 2015, erkannte das automatisierte Kennzeichenerkennungsgerät eine niederländische Zulassung. Der dazugehörige Lkw war in der Fahndungsdatenbank zur Insassenfeststellung erfasst. Es bestand der Verdacht, dass mit dem Nutzfahrzeug Rauschgift transportiert werden sollte. An der Anschlussstelle Bautzen-West stoppte eine Streife den Lastzug. In den Staukästen unter der Ladefläche fand ein Drogenspürhund ca. 100 Kilogramm Haschisch. Das Zollfahndungsamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Betäubungsmittel wurden sichergestellt.


- Fall 2 -

BAB 4, Dresden - Görlitz, Anschlussstelle Salzenforst
24.02.2016, 10:33 Uhr

Am Vormittag des 24. Februar 2016 hat eine Streife gemeinsame Streife von Landes- und Bundespolizei bei Salzenforst einen Audi A 6 gestoppt. Das Kennzeichen aus dem Saale-Holzland-Kreis in Thüringen war in der Datenbank des automatisierte Kennzeichenerkennungssystems gespeichert, weil der Kombi nur Stunden zuvor gestohlen worden war. Die Beamten der Landes- und Bundespolizei nahmen den 35-jährigen Fahrer vorläufig fest. Er wollte den Audi augenscheinlich außer Landes bringen.


- Fall 3 -

B 6, Löbau, OT Nechen
27.05.2016, gegen 17:40 Uhr

Am späten Freitagnachmittag hat das automatisierte Kennzeichenerkennungssystem auf der BAB 4 eine in Tschechien registrierte Zulassung gelesen. Der zugehörige VW Passat stand im Fokus der Kriminalpolizei, da der Verdacht bestand, dass mit diesem Fahrzeug Waffen transportiert werden sollen. Eine gemeinsame Streife der Bundes- und Landespolizei stoppte den Volkswagen auf der B 6 bei Nechen. In dem Fahrzeug saßen vier tschechische Staatsbürger. Der 29-jährige Fahrer führte ein in Deutschland verbotenes Einhandmesser bei sich, im Hosenbund des 48-jährigen Beifahrers steckte eine geladene Schreckschusspistole. Eine weitere Schreckschusswaffe entdeckten die Fahnder der Landes- und Bundespolizei bei der Durchsuchung des Kofferraumes. Die Pistole gehörte einem 40-jährigen Insassen. Dieser Mann und seine 36-jährige Begleiterin waren im Besitz von mehreren Gramm einer kristallinen Substanz. Dabei handelte es sich sehr wahrscheinlich um Crystal. Die Tatverdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt. Die Kriminalpolizei führt die weiteren Ermittlungen zu diesem Fall.

 


 


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