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Vom Tablet zum Täter

Verantwortlich: Katharina Geyer
Stand: 22.05.2017, 15:00 Uhr

Aufklärungsmeldung der Kripo Leipzig

Eine polizeiliche Erfolgsgeschichte zeichnet sich im folgenden Fall ab, die bereits im Dezember des vergangenen Jahres ihren Lauf genommen hatte. Begonnen hatte alles mit einem vergessenen Tablet in einem Fastfood-Restaurant und endete mit der Festnahme eines 27-jährigen Leipzigers.

 

Doch beginnen wir von vorn:

Am 11. Dezember 2016 hatte ein zu der Zeit unbekannter Mann einen Beutel in einem Fastfood-Restaurant am Waldplatz liegen gelassen. Beflissentlich hatten die Mitarbeiter den Beutel gesichert und warteten auf den Kunden, auf dass er sich sein Hab und Gut wieder abholen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Vier Tage später nahm sich ein Kollege (39) des Beutels an und warf einen Blick hinein; drin lagen: ein Sweatshirt, eine Packung Kondome und ein Tablet. Nichts Böses ahnend, wollte der 39-Jährige einen Blick in das Tablet werfen, um zu prüfen ob er darin Hinweise auf den Eigentümer finden könnte, um es ihm zurückzugeben. Beseelt von diesem Gedanken war er schockiert, was er zu Gesicht bekam, als er das Tablet einschaltete. An dieser Stelle sei nur gesagt, dass die Bilder, die sich ihm öffneten, eindeutig der Kategorie „Kinderpornografie“ zuzuordnen waren. Hilflos und deutlich geschockt wandte sich der 39-Jährige an die Polizei und entschied, noch mitten in der Nacht – es war bereits nach Mitternacht – zur Polizei zu fahren, um dort das Tablet an die Beamten zu übergeben.

Der Fall, inklusive Tablet, gelangte sodann in die Hände eines Spezialermittlers der Kriminalpolizei. Gemeinsam mit den technischen Auswertern konnte er mehr als ein Gigabyte an belastenden Daten sichern, die den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie bestätigten. Darunter befand sich allerdings auch das „Selfie“ eines Mannes. Bei diesem selbstgeschossenen Portrait ging der Kriminalist davon aus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Nutzer des Tablets handeln müsste, da er hierbei offensichtlich ein Authentifizierungsbild vor sich liegen hatte. Mit der Hilfe dieses „Selfies“ und weiterer Ermittlungserkenntnisse konnte der unbekannte Nutzer des Tablets letztendlich identifiziert werden! Damit staunte ein 27-jähriger Leipziger nicht schlecht, als am Morgen des 17. Mai 2017 plötzlich die Kriminalpolizei mit einem Durchsuchungsbeschluss vor seiner Wohnungstür stand. Während der Wohnungsdurchsuchung sicherten die Beamten nicht nur digitales Material, nein sie fanden auch Betäubungsmittel und zwei Schreckschusswaffen, die ebenfalls sichergestellt wurden. Auf dieser Grundlage wurde sodann vom Ermittlungsrichter ein Haftbefehl gegen den 27-Jährigen erlassen, sodass er sich seitdem in Untersuchungshaft befindet.

Damit ermittelt die Polizei jetzt nicht nur wegen Verbreitung, Veröffentlichung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Schriften (gemäß § 184b StGB) gegen den Täter, sondern auch wegen dem Besitz von Betäubungsmitteln und dem Verstoß gegen das Waffengesetz.


Fazit der Polizei:

Sollte Ihnen in der Zukunft ein Smartphone, Tablet oder Notebook in die Hände fallen und Sie sind nicht sicher, wem es gehört, bringen Sie es gleich zur Polizei! Durch das unbefugte Einschalten können Daten verloren gehen oder gelöscht werden, die unter anderen Umständen zum Eigentümer führen könnten. Befinden sich dann noch fragwürdige Dateien auf dem Gerät ist es eindeutig die Aufgabe der Polizei, der Sache nachzugehen. Privates Ermitteln führt auf keinen Fall zum Erfolg! (KG)

 


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