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Wiederholte Warnung vor Enkeltrickbetrügereien und Schockanrufen

Warnung vor falschen Polizeibeamten
(© Polizei Sachsen)

Vor allem ältere Menschen werden mit dem sogenannten Enkeltrick oder auch durch Schockanrufe von Trickbetrügern bedrängt.
Vorgehensweise:

Die Betrüger geben sich als nahe Verwandte, Enkel oder Nichte/Neffe, aus. Sie erzählen falsche Tatsachen und versuchen durch diese Lügengeschichten an das Bargeld oder die Wertgegenstände Ihrer Opfer zu gelangen. So berichten sie z. B., dass sie mit dem Corona-Virus infiziert seien oder einen Unfall hatten und jetzt finanzielle Unterstützung für die Behandlung benötigten. Sie bitten ihre „Angehörigen“ um Geld oder Wertgegenstände, die ein Freund für sie abholen würde.

Bei einer aktuellen Corona-Variante des Enkeltricks bekommen die älteren Menschen Anrufe durch „angebliche Polizeibeamte“ „Ärzte“ oder „Mitarbeiter des Gesundheitsamtes“. In der Wohnung des Opfers sei ein bestätigter Corona-Fall gemeldet. Für das gesamte Objekt würde nun eine Quarantäne gelten. Er würde zwei Kollegen vorbeischicken, welche bitte eingelassen werden sollen.

Bei der klassischen Version der „Falschen Polizeibeamten“ wird den Opfern eingeredet, dass bald bei ihnen eingebrochen werden soll, die Polizei hätte dazu Hinweise erhalten. Die Einbrecher sind allerdings noch nicht gefasst, man ist ihnen aber auf der Spur und will die potentiellen Opfer vor einem Einbruch schützen. In diesem Zusammenhang werden Fragen zu den Vermögensverhältnissen gestellt und so erhalten die Täter Kenntnis von Bargeldbeständen, Kontoständen, Schmuck u.a.. Die Geschädigten werden beruhigt, „die Polizei“ hat alles unter Kontrolle, das Haus wird ständig observiert. Ab Besten ist es, den „Polizisten“, der gleich vorbeikommt, hereinzulassen oder alle Wertgegenstände zu übergeben, bis die Einbrecherbande geschnappt ist.

Diesen oder ähnliche Varianten der Enkeltrickbetrügereien sind gerade wiederholt festzustellen. Allein in den letzten drei Monaten gab es knapp 440 angezeigte Fälle zu Enkeltrickbetrug oder Schockanrufen in Sachsen. Immer wieder fallen die älteren Herrschaften auch auf diese Masche herein, Geld und Wertsachen sind futsch.

 

Durch die offensive Öffentlichkeitsarbeit sollen die möglichen Geschädigten und auch deren jüngere Familienangehörige, Kinder und Enkel, sensibilisiert werden:

Bitte reden Sie mit Ihren „alten Herrschaften“ über diese Masche. Klären Sie auf und machen Sie sich zum Ansprechpartner, falls Angehörige von Ihnen mysteriöse Anrufe erhalten. Helfen Sie dabei, weitere Tathandlungen zu verhindern bzw. durch eine bewusste Zusammenarbeit mit der Polizei (z. B. bei Geldübergaben) zumindest Mittäter in Deutschland festnehmen zu können! Die Ermittlungsbehörden sind hier auf die aktive Mitarbeit angewiesen.
 

Hinweise des Landeskriminalamtes:

  • Die Polizei nutzt niemals die Notrufnummer 110, um mit Personen in Verbindung zu treten. Diese Rufnummer dient ausschließlich der Entgegennahme von Notrufen von Bürgern!
  • Informieren Sie Familienangehörige oder Bekannte über einen solchen Anruf!
  • Nennen Sie niemals Namen Ihrer Verwandten am Telefon und machen Sie keine Angaben zu Ihrem Barvermögen im Hause oder auf Ihren Konten. Geben Sie auch keine Auskünfte über Ihr Geldinstitut oder Ihre Kontonummer.
  • Kein Polizeibeamter wird von Ihnen persönliche Vermögensdaten am Telefon erfragen oder Sie zur Auflösung Ihres Kontos oder von Sparverträgen auffordern! Kein Polizeibeamter wird bei Ihnen anrufen, sie über Verfahren oder verdeckte Polizeimaßnahmen informieren!
  • Kein Polizeibeamter wird Sie auffordern, Ihr Geld nach Hause zu holen und in der Folge an einen „verdeckten Ermittler“ zu übergeben! Dies trifft auch auf Schmuck und an Wertsachen zu.
  • Vertrauen Sie nicht den angezeigten Telefonnummer auf Ihrem Telefon, wenn Sie diese nicht kennen bzw. Sie sich nicht sicher sind, ob diese korrekt ist.
  • Nutzen Sie nicht die Wahlwiederholung für einen Rückruf, sondern die Nummer der örtlichen Polizei aus dem Telefonbuch/ Internet. Noch besser ist ein persönlicher Besuch auf der Dienststelle.