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Solaranlagen vor Diebstahl schützen – so gehts

Hausdach mit Solaranlage
(© Pixabay)

Mit Solaranlagen ist es möglich, Strom bzw. Wärme umweltbewusst zu erzeugen. Jedoch sind sie aufgrund ihrer Werthaltigkeit auch für Diebe interessant.
Hausdach mit Solaranlage
(© Pixabay)

Sonnenenergie zählt zu den erneuerbaren Energien, dessen Nutzung und Ausbau auch in Deutschland gefördert wird. Durch die direkte Nutzung der Sonnenenergie ist es möglich Strom, bzw. Wärme umweltbewusst zu generieren. Doch Solarkollektoren bzw. solarthermische oder photovoltaische Anlagen und das Zubehör haben ihren Preis und sind aufgrund ihrer Werthaltigkeit auch für Diebe und Hehler ein interessantes Zielobjekt.

Für das erste Halbjahr 2021 wurden im Freistaat Sachsen 27 Fälle festgestellt, wovon ein Fall als Versuchsstraftat registriert wurde. Es entstand ein Gesamtdiebstahlsschaden von 375 631 Euro. In diesem Zeitraum wurden 100 Wechselrichter entwendet. Im ersten Halbjahr 2020 wurden im Freistaat Sachsen 24 Fälle festgestellt, davon zwei Taten als Versuch. Der Gesamtdiebstahlsschaden betrug 66 971 Euro, Wechselrichter wurden in diesem Zeitraum nicht entwendet.

Die Fallzahlen bewegen sich damit auf dem gleichen Niveau wie jeweils in den zweiten Halbjahren von 2019 und 2020, allerdings schwanken die festgestellten Schadenssummen je nach Wert der gestohlenen Komponenten. Grundlage dieser Erhebungen bildet der Datenpool im Polizeilichen Auskunftssystem Sachsen (PASS)*.
 

Inzwischen auch Solarpaneele und Kabel bei Dieben beliebt

Im Zuge der Auswertung der Daten wurde festgestellt, dass durch die Täter nicht mehr nur Module sowie Gleich- und Wechselrichter gestohlen werden, sondern ebenso Solarpaneele und zugehörige Kabel. Sowohl im Jahr 2020 als auch im ersten Halbjahr 2021 wurde Solartechnik hauptsächlich von Dächern größerer Hallen und Lager und von Solarfeldern bzw. -parks sowie von Dächern von Garagenkomplexen fachgerecht abmontiert und entwendet.

Die Täter sind oft sehr gut organisiert, die Diebstähle erfolgen arbeitsteilig, in kurzer Zeit und vermutlich nachts. Die Diebe machen sich dabei die gute Erreichbarkeit der Anlagen über befestigte Wege zu Nutze und transportieren das Diebesgut mit Kleintransportern oder Lastkraftwagen ab. Hier wirkt sich die Nähe zu überregionalen Straßen wie Autobahnen oder Bundesstraßen tatbegünstigend aus.

Die Einfriedung von Solarparks mit einfachen Maschendraht- oder Wildzäunen stellt für die Diebe nahezu kein Hindernis dar, ebenso die mit einfachen, handelsüblichen Werkzeugen schnell zu lösenden Befestigungsmittel der Anlagenteile. Dies begünstigt den Diebstahl einer Vielzahl von Solarmodulen in kurzer Zeit. Besonders diebstahlgefährdet sind Photovoltaikanlagen auf unbewohnten oder abgelegenen Gebäuden (z. B. landwirtschaftliche Gebäude, Lagerhallen, Verwaltungsgebäude) und Freiflächenanlagen.
 

Sicherungsempfehlungen für Solaranlagen-Besitzer

  • Wesentliche Anlagenteile wie Solarmodule und teilweise auch im Freien installierte Wechselrichter sollten sich nur mit Spezialwerkzeug oder durch Zerstörung lösen lassen. Dies kann u. a. durch Einschlagen von Metallkugeln in Innensechskantschrauben, Verwenden von Schrauben mit Sollbruchstellen oder Verklebungen erfolgen.
  • Bei Dachanlagen ist insbesondere darauf zu achten, dass potenzielle Aufstiegshilfen, wie Leitern, Mülltonnen, Gartenmöbel u. ä., gesichert bzw. weggeschlossen werden, um dem Täter die Arbeit nicht zu „erleichtern“. Je mehr Aufwand der Diebstahl erfordert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter von seinem Handeln absieht. Eine längere „Arbeitszeit“ für die Täter bedeutet ein größeres Risiko, beim Diebstahl entdeckt zu werden.
  • Gebäude und Räume mit Solaranlagen sollten eine mechanische Grundsicherung aufweisen. Dazu gehört die Sicherung aller Außentüren/-tore, der Fenster, ggf. Kellerlichtschächte und sonstiger sicherheitsrelevanter Gebäudeöffnungen.
  • Zusätzlich sollte für eine frühzeitige Detektion von Diebstahlversuchen und rechtzeitige Intervention auch die Errichtung von Einbruchmelde- und Videoüberwachungsanlagen in Erwägung gezogen werden.
  • Kennzeichnen bzw. codieren Sie die Module/Geräte zusätzlich selbst individuell. Dazu eignet sich z. B. ein selbsterklärender Code, die sogenannte Eigentümer-Identifizierungs-Nummer (EIN). Diese setzt sich aus der Stadt- bzw. Landkreiskennung (Kfz-Kennzeichen), Gemeindeschlüssel, Straßenname, Hausnummer sowie den Initialen des Eigentümers zusammen. Der Vorteil dieser Kennzeichnungsmethode liegt unter anderem darin, dass eine Zuordnung selbst dann möglich ist, wenn ein Diebstahl noch nicht bemerkt wurde. Eine Täterüberführung wird dadurch erleichtert, das Diebesgut wird für Hehler uninteressant und eine Eigentumszuordnung ist schnell möglich. Die Kennzeichnung sollte gut sichtbar und möglichst dauerhaft angebracht werden. Die wesentlichen Anlagenteile wie z. B. Solarmodule werden zwar von den Herstellern individuell nummeriert, die Beschriftungen sind aber herstellerabhängig meistens nur mit lösbaren Aufklebern angebracht.
  • Zur Absicherung von Freiflächenanlagen ist die Errichtung einer entsprechenden Zaunanlage ein wesentliches Grundelement, z. B. mit einem 2,50 Meter hohem Doppelstabgittermattenzaun, gegebenenfalls mit Übersteig-/Unterkriechschutz. Einfache Maschendraht- oder Wildzäune als Einfriedung entfalten wenig bzw. keine Schutzwirkung.
  • Die Tore der Zufahrten sind in der gleichen Höhe wie die Zaunanlage zu verbauen. Konkrete Zufahrts-/Zutrittsberechtigungen und die Festlegung von Schlüsselregelungen erhöhen ebenfalls die Sicherheit.
  • Betreiber von Solaranlagen sollten ihre Anlagen regelmäßig kontrollieren und dabei auf Unregelmäßigkeiten insbesondere auf Markierungen oder Beschädigungen im Zaun achten. Bei verdächtigen Wahrnehmungen bitte sofort die Polizei verständigen.

 

Sie möchten Sich gerne zu diesem Thema beraten lassen? Die polizeilichen Beratungsstellen sind für Sie da.

 

 

* Zur Erhebung der Daten wurden alle Diebstahlsdelikte im Freistaat Sachsen in den benannten Zeiträumen herangezogen, welche im Kurzsachverhalt zur Beschreibung der Straftat die Begriffe „Solar“, „Photovol“ bzw. „Fotovol“, „Wechselricht“ oder „Gleichricht“ enthielten. Nicht in die Auswertung einbezogen wurden Diebstähle von Solarduschen, -leuchten, -figuren und ähnlichen Dekorationsgegenständen.


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Hier finden Sie die Kontaktdaten der Staatsanwaltschaft des Freistaates Sachsen.

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