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Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Medieninformation: 184/2018
Verantwortlich: Thomas Geithner
Stand: 27.03.2018, 11:15 Uhr

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung

Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Der Landkreis nimmt eine positive Entwicklung. Selbst in den typischen Formen der Grenzkriminalität wie den Autodiebstählen oder Wohnungseinbrüchen sind die Fallzahlen rückläufig. Diese allgemeine Tendenz gilt allerdings nicht für alle Deliktsbereiche, wie die Rauschgiftkriminalität zeigt. Es gibt daher keinen Grund, die Präsenz der sächsischen Polizei im ländlichen Bereich zurückzufahren.“

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wurden 2017 insgesamt 13.006 Straftaten (2016: 13.398) erfasst. Das sind 392 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht einer Abnahme um 2,9 Prozent.

Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, sank 2017 auf 5.286 (2016: 5.415).

Insgesamt 9.268 Straftaten (2016: 8.829) konnten aufgeklärt werden. Die Gesamtaufklärungsquote stieg damit auf 71,3 Prozent (2016: 65,9 Prozent).

Von den 7.138 ermittelten Tatverdächtigen (2016: 7.274; 2015: 10.943) waren 73,8 Prozent männlichen und 26,2 Prozent weiblichen Geschlechts. Es wurden dabei 748 Kinder (2016: 606; 2015: 1.459), 542 Jugendliche (2016: 518; 2015: 902) und 501 Heranwachsende (2016: 548; 2015: 852) als Tatverdächtige ermittelt.

Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg leicht von 3.337 im Jahr 2016 auf 3.368 im Jahr 2017. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen betrug somit 47,2 Prozent (2016: 45,9 Prozent; 2015: 61,8 Prozent).

Auch bei der allgemeinen Kriminalität ohne ausländerrechtliche Delikte wurden 2017 mit 10.247 Fällen (2016: 10.968) 6,6 Prozent weniger Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote stieg in diesem Bereich auf 63,9 Prozent (2016: 58,5 Prozent). Insgesamt wurden 4.774 Tatverdächtige ermittelt
(2016: 4.986). Davon waren 1.014 Nichtdeutsche (2016: 1.066), deren Anteil von 21,2 Prozent damit annähernd auf Vorjahresniveau verharrt (2016: 21,4 Prozent).

Als tatverdächtig erfasst wurden 187 Kinder (2016: 167), 390 Jugendliche (2016: 350) und 344 Heranwachsende (2016: 344).

Die Zahl der Opfer  von Straftaten sank minimal auf 1.759 (2016: 1.784), das sind 1,4 Prozent weniger als 2016. Insgesamt 1072 Opfer (60,9 Prozent) waren männlichen und 687 Opfer (39,1 Prozent) weiblichen Geschlechts. Unter den Opfern waren 226 Kinder (2016: 214), 145 Jugendliche (2016: 175) und 107 Heranwachsende (2016: 111). 131 Opfer (2016: 159) einer Straftat waren 60 Jahre oder älter. Insgesamt wurden 1.281 Erwachsene als Opfer registriert.

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden betrug rund 9 Millionen Euro (2016: 7,1 Millionen Euro).

Ausgewählte Kriminalitätsbereiche

Diebstahlsdelikte

Lässt man das weite Feld der strafrechtlichen Nebengesetze, zu denen unter anderem auch sämtliche ausländerrechtliche Delikte zählen, außer Acht, so bilden auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Diebstahlsdelikte den Hauptteil der Gesamtkriminalität, ihr Anteil beträgt 25,9 Prozent (2016: 29,7 Prozent; 2015: 24,3 Prozent). Die Fallzahlen sanken auf 3.370 Fälle (2016: 3.979 Fälle). Die Anzahl der aufgeklärten Fälle stieg von 1.272 im Jahr 2016 auf 1.316 im Jahr 2017, die Aufklärungsquote stieg damit um 7,1 Prozentpunkte auf 39,1 Prozent.

Die Diebstähle setzen sich zusammen aus 1.671 Fällen des Diebstahls ohne erschwerende Umstände (2016: 1.859) und 1.699 Fällen des Diebstahls unter erschwerenden Umständen (2016: 2.120).

Schwerpunkte im Bereich der Diebstahlskriminalität sind nach wie vor Diebstähle in/aus Geschäften oder Kiosken mit 652 Fällen (2016: 752 Fälle), Diebstähle in/aus Böden, Kellern und Waschküchen mit 385 Fällen (2016: 377 Fälle) und Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen mit 362 Fällen (2016: 441 Fälle).

Bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen, einschließlich der unbefugten Benutzung, sanken die Fälle auf 58 (2016: 107 Fälle). Dies entspricht einem Rückgang von 45,8 Prozent.

Horst Kretzschmar: „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, denn wir haben in diesem Deliktsfeld die geringsten Fallzahlen seit zehn Jahren. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 50 Prozent.“

Von den 31 ermittelten Tatverdächtigen waren 13 Nichtdeutsche, was einem Anteil von 41,9 Prozent entspricht. Von den nichtdeutschen Tatverdächtigen kamen acht aus der Tschechischen Republik und drei aus Polen.

Im Bereich des Ladendiebstahls sank die Anzahl der Fälle gegenüber dem Jahr 2016 um 13,6 Prozent auf 504 Fälle (2016: 583 Fälle).  Die Aufklärungsquote lag mit 92,3 Prozent über der des Vorjahres mit 89,2 Prozent. Insgesamt wurden 452 Tatverdächtige ermittelt. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen in diesem Bereich lag bei 19,5 Prozent (2017: 88; 2016: 140), das waren 12 Prozentpunkte weniger als 2016.

Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten gingen im Jahr 2017 von 258 Fällen im Vorjahr auf  211 Fälle zurück. Die Aufklärungsquote betrug in diesem Deliktfeld 30,8 Prozent.

Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen ist im Jahr 2017 um 44 Fälle auf 216 Fälle gesunken. Dabei handelt es sich in 107 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände (2016: 103 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in die Wohnung gelangen konnten. In weiteren 109 Fällen handelt es sich um Wohnungseinbrüche (2016: 157), bei denen die Täter ein Hindernis zu überwinden hatten. In 45 dieser Fälle fand die Tat zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr statt, bei denen man von Tageswohnungseinbrüchen spricht. Insgesamt lag die Aufklärungsquote bei diesen Delikten bei 53,2 Prozent (2016: 42,3 Prozent).

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2017 stiegen die Fallzahlen im Bereich Rauschgiftkriminalität auf 441 Fälle (2016: 354 Fälle).

Horst Kretzschmar: „Entgegengesetzt zum allgemeinen Kriminalitätsrückgang entwickelte sich die Rauschgiftkriminalität. Das ist allerdings eine logische Folge unserer verstärkten Anstrengungen, Delikte aus dem Dunkelfeld zu holen. Denn das Ausmaß der Rauschgiftkriminalität wird maßgeblich vom polizeilichen Kontroll- und Feststellungsverhalten geprägt.“

Die Aufklärungsquote betrug 94,3 Prozent (2016: 97,7 Prozent). Die Polizei ermittelte 378 Tatverdächtige (2016: 345). Dabei stehen 320 männliche Tatverdächtige 58 weiblichen Tatverdächtigen gegenüber.  Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 14,8 Prozent (2016: 15,7 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (so genannte Konsumentendelikte) stieg auf 353 Fälle (2016: 267 Fälle) an. Die Fallzahlen beim unerlaubten Handel oder Schmuggel von Betäubungsmitteln stieg auf 42 Fälle (2016: 36 Fälle), ein Anstieg um 16,7 Prozent.

Insgesamt wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 107 Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2016: 118 Fälle) und 18 Fälle des Handels oder Schmuggels mit Crystal (2016: 23 Fälle) festgestellt, jeweils ein Rückgang. Dagegen nahm die Zahl der allgemeinen Verstöße mittels Cannabis und dessen Zubereitungen mit 222 Fällen um 82 Prozent deutlich zu (2016: 122 Fälle).

Im Landkreis wurden durch die Polizeidirektion Dresden ca. 5,8 Kilogramm Marihuana, 40,1 Gramm Haschisch und 75,3 Gramm Crystal sichergestellt.

Im Jahr 2017 wurde ein Drogentoter registriert (2016: 1).

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten sank auf 287 Fälle (2016: 305 Fälle). Bei einer Aufklärungsquote von 82,6 Prozent sind 290 Tatverdächtige (2016: 330) ermittelt wurden. Davon waren 87 Tatverdächtige nichtdeutsch (2016: 99), was einem Anteil von 30,0 Prozent (2016: 30,0 Prozent) entspricht.

204 Fälle aller registrierten Gewaltdelikte waren gefährliche und schwere Körperverletzungen (2016: 233). Bei weiteren 60 Fällen handelte es sich um Raubstraftaten (2016: 49 Fälle) und es wurden sechs Mord- und Totschlagdelikte (2016: 3 Fälle) registriert, wobei es sich in drei Fällen um versuchte Straftaten handelt.

Wirtschaftskriminalität

Die Wirtschaftskriminalität stieg auf insgesamt 198 Delikte (2016: 113 Fälle), das entspricht einem Anstieg um 75,2 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 98,5 Prozent (2016: 94,7 Prozent). 93 Tatverdächtige wurden ermittelt, das sind 20 mehr als im Vorjahr.

Der festgestellte finanzielle Schaden stieg auf rund 3,2 Millionen Euro (2016: 2,3 Millionen Euro). Damit wurden von 1,3 Prozent der gesamten ermittelten Tatverdächtigen rund 35,2 Prozent des registrierten Gesamtschadens verursacht.

Straßenkriminalität

Die Straßenkriminalität sank weiter auf 1.598 Fälle (2016: 1.963 Fälle), was einem prozentualen Rückgang um 18,6 Prozent entspricht. Insgesamt wurden 480 Tatverdächtige ermittelt (2016: 474). Die Aufklärungsquote stieg in diesem Bereich auf 25,5 Prozent an (2016: 22,9 Prozent). Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag hier bei 21,5 Prozent (2016: 20,9 Prozent), dies entspricht 103 nichtdeutschen Tatverdächtigen (2016: 99).

Massenkriminalität

Die Anzahl der Sachbeschädigungen sank um 237 auf 1.301 Fälle (2016: 1.538 Fälle), dies entspricht einer prozentualen Abnahme um 15,4 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 30,1 Prozent. Bei 276 Fällen handelt es sich um Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (2016: 319 Fälle), bei weiteren 302 Fällen um Graffiti (2016: 312 Fälle).


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