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Die Polizei macht nichts gegen Kellereinbrüche? Weit gefehlt!

Verantwortlich: Katharina Geyer
Stand: 11.05.2018, 09:28 Uhr

Derzeit befindet sich ein 27-jähriger Leipziger, ohne festen Wohnsitz, in Untersuchungshaft. Ohne festen Wohnsitz? Das bedeutet, er war nirgendwo gemeldet - bis zum 1. April 2018, seitdem lautet seine neue Anschrift die JVA Leipzig. Doch was wird ihm eigentlich zur Last gelegt?

Nun, definitiv können ihm die Leipziger Kriminalisten derzeit 290 Kellereinbrüche nachweisen und das hauptsächlich dadurch, dass er seine DNA an sämtlichen Tatorten zurückließ. Begangen hatte er die Einbrüche in einem anderthalb-Jahres Zeitraum vom 13. Juli 2016 bis zum 1. April 2018. Dazwischen befand er sich im November und Dezember 2017 in Untersuchungshaft, allerdings lagen der Polizei damals die Spurenergebnisse noch nicht vor, weshalb er kurz vor Weihnachten wieder aus der Haft entlassen wurde. Doch nicht so am 1. April diesen Jahres: Aufmerksame Hausbewohner bemerkten mitten in der Nacht seinen Einbruch in eine Tiefgarage in der Gellertstraße im Stadtteil Leipzig-Burghausen. Insgesamt drei Kellerboxen hatte er 27-Jährige bereits gewaltsam aufgebrochen, als er von drei Hausbewohnern erwischt wurde, die eigentlich nur Leergut in den Keller hatten bringen wollen. Die Kellerzugangstür hatte der 27-Jährige so manipuliert, dass sie von außen nicht zu öffnen war, weshalb die Hausbewohner gegen 01:30 Uhr die Polizei riefen. Den Polizisten gelang es dann, die Tür zu öffnen und den Einbrecher auf frischer Tat zu schnappen. Gegen ihn lag zu diesem Zeitpunkt bereits ein Haftbefehl vor, so dass er noch in der Nacht in die Justizvollzugsanstalt gebracht wurde.

290 Keller in anderthalb Jahren – das bedeutet, dass der Mann mindestens aller zwei Tage auf Beutezug hätte sein müssen. Tatsächlich war er es jedoch „seltener“, da er in einer Nacht meist mehrere Keller auf einmal „erledigte“. So auch in der Nacht seiner Festnahme, da hatte er sich vor der Gellertstraße in Leipzig-Neulindenau in der Thüringer Straße an zehn Kellerboxen „bedient“ und einen Schaden von über 600 Euro verursacht. Apropos Schaden: Zum aktuellen Zeitpunkt können die Ermittler eine Summe von 73.000 Euro auflisten. Und dabei fehlen noch einige Angaben von Geschädigten, in deren Keller ebenfalls eingebrochen worden waren.

Wenn man diese Zahlen vor Augen hat, fragt man sich doch, wofür jemand all die Dinge gestohlen hat. Ach ja, mitgenommen hatte er übrigens allerhand: von Schmuck über Skiausrüstungen, Koffer, Snowboards, Kinderwagen, Werkzeug, Fernseher, Deko bis hin zu Fahrrädern – ja, jede Menge Fahrräder sogar und davon auch sehr hochwertige. Ein geographisches Profil war derweil weniger hilfreich, denn der 27-Jährige brach in ganz Leipzig, kreuz und quer, in sämtliche Keller ein, die er finden konnte. Man könnte fast meinen, er hätte keinen Stadtteil ausgelassen. Selbst innerhalb einer Nacht brach er in verschiedenen Stadtteilen in die Keller von Mehrfamilienhäusern ein. Und wozu das Ganze? Um sich einen netten Lebensunterhalt dazu zu verdienen? Weit gefehlt… Der 27-Jährige taucht bereits seit über zehn Jahren immer wieder polizeilich in Erscheinung und ist den Kollegen dabei vor allem als Drogenkonsument bekannt.

Der 27-Jährige wurde unterdessen der ErwIn-Ermittlungsgruppe zugewiesen. Deren Name steht für „Erwachsene Intensivtäter“. Der Hauptsachbearbeiter aller Fälle muss sich darüber hinaus sputen, alle 290 Fälle zusammenzufassen und zu dokumentieren, denn die Verhandlung gegen den 27-Jährigen wurde bereits für Juli 2018 angesetzt. Wir sind gespannt auf deren Ausgang – derweil wären die Kriminalisten schon froh, wenn er für jeden Kellereinbruch eine Woche Arrest erhalten würde – das wären immerhin fünfeinhalb Jahre Haft für den Intensivtäter …

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