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International agierende mutmaßliche Betrüger festgenommen und inhaftiert

Medieninformation: 496/2019
Verantwortlich: Andrzej Rydzik
Stand: 11.10.2019, 10:15 Uhr

Gemeinsame Medieninformation der Polizeidirektion Chemnitz und der Staatsanwaltschaft Chemnitz

 

Chemnitz

 

Zeit:     06.09.2019 bis 08.10.2019
Ort:      Stadtgebiet

(3916) In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Chemnitz und dem Landeskriminalamt Sachsen ist es Kriminalisten der Polizeidirektion Chemnitz sowie Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main gelungen, zwei mutmaßliche Betrüger (38, 54) bei einer geplanten Geldübergabe vorläufig festzunehmen. Beide Männer befinden sich seit Dienstag in Justizvollzugsanstalten wegen des dringenden Tatverdachts des bandenmäßigen Betruges.

 

Der Fall:

Anfang September diesen Jahres erhielt ein Chemnitzer Immobilienverkäufer eine E-Mail eines angeblichen Soldaten der US-amerikanischen Streitkräfte. Er gab an, über einen Millionenbetrag zu verfügen, welchen er gerne unter anderem in die Immobilie des Chemnitzers investieren möchte. Da das Geld jedoch in Afghanistan hinterlegt wäre, müsse der angebliche Soldat den Millionenbetrag an einen solventen Mittelsmann - den Chemnitzer Immobilienverkäufer - transferieren, der wiederum lediglich eine vierstellige Summe zum Auslösen der in Aussicht gestellten mehreren Millionen Euro an den Soldaten übergeben müsse. Der angeschriebene Chemnitzer wandte sich umgehend an die Chemnitzer Staatsanwaltschaft, die angesichts der bekannten Masche ein Ermittlungsverfahren einleitete. Das Verfahren wurde durch die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz fortgeführt.

Im Zuge der Ermittlungen wurde auch das Landeskriminalamt Sachsen involviert. Am vergangenen Wochenende wurde mit dem angeblichen US-Soldaten ein Treffen vereinbart. Nach dieser Vereinbarung sollte am Montag in Frankfurt am Main eine vierstellige Summe an einen vermeintlichen Diplomaten übergeben werden. Am Übergabeort tauchten schließlich zwei Männer auf, die sich als Übersetzer und Diplomat ausgaben. Durch Einsatzkräfte des dortigen Polizeipräsidiums und der hiesigen Kriminalpolizei erfolgte schließlich der Zugriff. Der 38-Jährige mit Wohnsitz in Deutschland und der 54-Jährige, der in Belgien gemeldet ist, wurden vorläufig festgenommen. Sie wurden nach Chemnitz überstellt und auf Antrag der Chemnitzer Staatsanwaltschaft am Dienstag einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Chemnitz vorgeführt. Diese erließ gegen beide Männer Haftbefehle.

Ungeachtet des zur Rede stehenden Betrugsfalls wird gegen sie und mögliche Hintermänner durch die Kriminalpolizeiinspektion Chemnitz weiter ermittelt. Denn im Vorgehen der beiden Tatverdächtigen zeigen sich Parallelen zum Modus Operandi der sogenannten „Nigeria-Connection“. Deren handelnde Personen verschicken weltweit E-Mails, in denen den Empfängern große Summen versprochen werden, wenn sie dabei behilflich sind, beträchtliche Geldbeträge außer Landes zu schaffen. (Ry)


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