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Sonderkommission „Kittel“: Überfall auf Rentnerin in Görlitz aufgeklärt - Haftbefehl erlassen

Verantwortlich: Staatsanwalt als Gruppenleiter Till Neumann, Polizeioberkommissar Thomas Knaup
Stand: 26.10.2016, 2:10 PM Uhr

Sonderkommission „Kittel“: Überfall auf Rentnerin in Görlitz aufgeklärt - Haftbefehl erlassen

 

Bezug: 1. Medieninformation der PD Görlitz vom 20. Oktober 2016

Nach umfangreichen Ermittlungen der Sonderkommission „Kittel“ ist der Überfall auf eine Rentnerin in Görlitz aufgeklärt. Bei einem geplanten Zugriff wurde am Dienstagmorgen in Boxberg/O.L. eine 32-jährige Frau vorläufig festgenommen. Ihr wird die Begehung eines versuchten Mordes in Tateinheit mit einem besonders schweren Fall des Raubes und gefährlicher Körperverletzung zur Last gelegt.

Der dringend Tatverdächtigen wird vorgeworfen, sich am frühen Mittwochnachmittag des 19. Oktobers 2016 in die ihr aus vorangegangener beruflicher Tätigkeit bekannte Wohnung des Opfers in der Julius-Motteler-Straße dadurch Zutritt verschafft zu haben, dass sie als Mitarbeiterin eines Pflegedienstes auftrat. Als der Versuch scheiterte, die 85-jährige Mieterin mit dem bekannten  "Glas-Wasser-Trick" in die Küche zu locken, soll die Tatverdächtige  einen Strick ergriffen und die Rentnerin bis zur Besinnungslosigkeit gedrosselt haben. Die 32-Jährige soll danach unter Ausnutzung der Handlungsunfähigkeit des Opfers drei Geldbörsen, beinhaltend insgesamt mehr als 100 Euro Bargeld, an sich genommen und die bewusstlose Frau zurückgelassen haben. Da die Seniorin  wieder zu sich kam, konnte sie eine Angehörige informieren, die ihrerseits den Rettungsdienst alarmierte. Die Schwerverletzte wurde in einem Krankenhaus versorgt.

Die Kriminalpolizei hat nach Bekanntwerden des Sachverhaltes unverzüglich die Ermittlungen aufgenommen. Noch am selben Abend sicherten Kriminaltechniker wertvolle Spuren in der Wohnung der Rentnerin.

Am nächsten Tag bildete die Polizeidirektion Görlitz zur Aufklärung der schweren Straftat die Sonderkommission „Kittel“. Diese bestand aus Beamten der Kriminalpolizeiinspektion, des örtlichen Polizeireviers, der Inspektion Zentrale Dienste der Polizeidirektion sowie des Landeskriminalamtes Sachsen und der Diensthundeschule Naustadt. Die SoKo, in der temporär bis zu 40 Ermittler tätig waren, wurde von Kriminaloberkommissar Thomas Ziegert (34) geführt und arbeitete zur Abstimmung weiterer Maßnahmen eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen.

Leitender Kriminaldirektor Klaus Mehlberg (59): „Den schnellen Durchbruch brachte ein Zeugenhinweis und die akribische Ermittlungsarbeit. Unsere Kriminaltechniker sicherten eine Vielzahl von Spuren, die in einem Labor untersucht wurden und den Nachweis erbrachten, dass sich die Frau am Tatort aufgehalten hatte."

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Görlitz wurde der Aufenthaltsort der Frau in der Gemeinde Boxberg/O.L. observiert. Am Dienstagmorgen griffen Zivilfahnder der Polizeidirektion Görlitz in einer geplanten Maßnahme zu und nahmen die dringend Tatverdächtige vorläufig fest.

Nach einer Vernehmung der Beschuldigten, in der sie sich umfassend geständig zeigte, erließ der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Görlitz auf Antrag der Staatsanwaltschaft am heutigen Tage Haftbefehl gegen die ehemalige Pflegedienstmitarbeiterin.

Die Ermittlungen dauern an.

Staatsanwaltschaft und Polizei bedanken sich bei den Medien und der Bevölkerung für die Unterstützung der Suche nach Zeugen. Besonderer Dank gilt einem 32-Jährigen, durch dessen Hinweis die Beschuldigte schneller in den Fokus der Ermittlungen rückte.

Mord ist mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht. Der Versuch kann milder bestraft werden. Die Strafandrohung für besonders schweren Raub liegt bei fünf bis 15 Jahren, für den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor.


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