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Auswertung der Verkehrsunfalllage des Jahres 2016 in den Landkreisen Bautzen und Görlitz

Verantwortlich: Thomas Knaup (tk)
Stand: 11.04.2017, 08:00 Uhr

 

Auswertung der Verkehrsunfalllage des Jahres 2016 in den Landkreisen Bautzen und Görlitz


Statements

  • Die Anzahl der polizeilich bekannt gewordenen Verkehrsunfälle, auch der mit Personenschaden, ist in den Landkreisen Bautzen und Görlitz das zweite Jahr in Folge angestiegen.
  • Die Anzahl der Personen, die in der Oberlausitz infolge eines Unfalls getötet wurden oder verstorben sind, ist gesunken.
  • Verkehrsunfälle unter Beteiligung der Risikogruppen „junge Fahrer“ und „Generation 65+“ stehen weiter im Fokus der Polizei.


Unfallzahlen leicht angestiegen

Die Gesamtzahl der im Jahr 2016 polizeilich registrierten Unfälle in den Landkreisen Bautzen und Görlitz betrug 16.145 (2015: 15.799 VKU, 2014: 15.598 VKU). Damit stieg die Anzahl der Kollisionen das zweite Jahr in Folge an.

Die meisten Unfälle ereigneten sich in den Monaten Mai (1.483 VKU) und November (1.539). Im Schnitt geschahen die Kollisionen im Schwerpunkt vormittags in der Zeit zwischen 09:00 Uhr und 12:00 Uhr sowie nachmittags in der Zeit zwischen 14:00 Uhr und 18:00 Uhr.

Die Unfallzahlen entwickelten sich in den sechs Revierbereichen unterschiedlich. Im südlichen und nördlichen Teil des Landkreises Görlitz ereigneten sich weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr (Revierbereich Zittau-Oberland -83 VKU auf 3.061 VKU und Revierbereich Weißwasser -68 VKU auf 1.322 VKU). Auch die Anzahl der Wildunfälle ging hier zurück. In allen anderen Bereichen der Oberlausitz sowie auf der BAB 4 war ein Anstieg der Unfallzahlen zu verzeichnen. Die meisten Kollisionen wurden der Polizei im vergangenen Jahr erneut aus dem Revierbereich Bautzen gemeldet (+82 VKU auf 3.411 VKU). Schwerpunkt war das Stadtgebiet von Bautzen.

Im Verlauf des vergangenen Jahres war aus polizeilicher Sicht immer wieder festzustellen, dass verschiedene Faktoren Einfluss auf die Entstehung von Verkehrsunfällen haben. Dazu zählt beispielsweise das Wetter. Bei ergiebigen Regen- oder Schneefällen sowie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geschehen spürbar mehr Unfälle als bei guten Witterungsbedingungen. Dieser Fakt ist wenig überraschend, zeigt aber, dass sich manche Verkehrsteilnehmer noch immer unzureichend auf aktuelle Witterungs- und Fahrbahnbedingungen einstellen. Aber auch auf mangelnde Konzentration oder andere Nachlässigkeiten zurückzuführende Fahrfehler, wie beispielsweise das Unterschreiten des Sicherheitsabstandes zum Vorausfahrenden, führen häufig zu Kollision. Insbesondere bei jungen Fahrern der Risikogruppe zwischen 18 und 24 Jahren war jeder dritte Verkehrsunfall auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen.


Mehr verunglückte Verkehrsteilnehmer

Im Jahr 2016 sind in unserer Region bei etwa jedem neunten Unfall Menschen verletzt worden. Bei 1.894 Kollisionen mit Personenschaden (2015: 1.830 VKU) verunglückten insgesamt 2.492 Personen (2015: 2.353 Personen). 29 von ihnen, und damit sechs Menschen weniger als noch im Vorjahr, verstarben infolge der Unfälle. Die Zahl der schwer Verletzten lag mit 648 etwa zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. 1.815 Personen (2015: 1.732 Personen, 2014: 1.624 Personen) erlitten leichte Verletzungen.


Hauptunfallursachen

Hauptunfallursachen waren wie auch in den Vorjahren Vorfahrtsfehler und überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit. Etwa jeder dritte Verkehrsunfall mit  Personenschaden war darauf zurückzuführen. Auf den weiteren Rängen folgten unzureichender Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden, Fehler beim Abbiegen und Alkoholkonsum als Ursache.


Motorrad- und Radfahrerunfälle in etwa auf Vorjahresniveau

Der Anteil der Motorradunfälle (Krafträder über 125 ccm) lag im Jahr 2016 in etwa auf Vorjahresniveau (2016: 141 VKU, 2015: 146 VKU, 2014: 177 VKU). In den Landkreisen Bautzen und Görlitz starben fünf Biker im Straßenverkehr. Im Jahr 2015 waren es sieben Todesopfer, die unter den Umständen zu beklagen waren.

Radfahrer waren in der Oberlausitz im zurückliegenden Jahr ebenfalls wie auf Vorjahresniveau in Verkehrsunfällen verwickelt - insofern die Kollisionen der Polizei bekannt wurden. Die Polizeidirektion Görlitz registrierte insgesamt 632 Fälle, bei denen fünf Radfahrer tödlich verletzt wurden.


Jeder fünfte Unfall war ein Wildunfall

Mit einem Anteil von rund 21 Prozent war auch im Jahr 2016 etwa jeder fünfte von der Polizei in der Oberlausitz registrierte Verkehrsunfall ein Zusammenstoß mit Wildtieren (2016: 3.399 Wildunfälle, 2015: 3.447 Wildunfälle, 2014: 3.195 Wildunfälle). Die Zahl der Wildunfälle nahm in den ländlichen Regionen des Landkreises Bautzen zu, im Landkreis Görlitz jedoch ab.


Unfallfluchten beschäftigen die Polizei jeden Tag

In etwa jedem fünften Fall ging eine Kollision mit einer anschließenden Unfallflucht einher. In der breiten Masse handelte es sich dabei um sogenannte Parkrempler oder Außenspiegelkollisionen im Begegnungsverkehr. Dank zielführender Zeugenhinweise gelang es den Ermittlern, mehr als zwei von fünf dieser Fälle aufzuklären.


Junge Fahrer (18 - 24 Jahre)

Im Jahr 2016 geschahen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz in etwa gleich viele Verkehrsunfälle unter Beteiligung junger Kraftfahrer der Risiko-Altersgruppe 18 bis 24 Jahre wie noch im Jahr zuvor. Dieser Anteil belief sich auf 1.997 Fälle (2015: 1.932 Fälle, 2014: 2.160 Fälle). Besonders häufig fiel diese Zielgruppe jedoch als Verursacher auf, wenn Unfälle aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit (35 %) oder nicht ausreichendem Sicherheitsabstand (18 %) geschehen waren. Bei jedem zehnten Verkehrsunfall mit jungen Fahrern war Alkohol im Spiel.


Generation 65 plus

An mehr als jeder fünften Kollision waren Verkehrsteilnehmer im Alter von 65 oder mehr Jahren beteiligt (2016: 3.737 VKU, 2015: 3.531 VKU, 2014: 3.364 VKU). In 521 Fällen verletzten sich Personen, davon verursachten in 342 Fällen die Senioren den Unfall selbst. In jedem dritten Fall war ein Vorfahrts- oder Abbiegefehler dafür ursächlich, in vier von zehn weiteren Fällen führten sonstige Fehler eines betagten Autofahrers zur Kollision - beispielsweise die falsche Bedienung von Gas und Bremse oder die Überforderung durch „elektronische Helferlein“ in modernen Fahrzeugen.


Verkehrskontrollen sind ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit auf unseren Straßen

Die Landratsämter der Landkreise Bautzen und Görlitz sowie die Polizei haben im Jahr 2016 bei Geschwindigkeitskontrollen insgesamt rund 194.000 Verstöße festgestellt.

Dabei entfielen 23.641 Feststellungen auf Kontrollen der Polizei. Etwa jede vierte von der Polizei registrierte Geschwindigkeits-überschreitung wurde vor Ort im Rahmen von Anhaltekontrollen geahndet. Dabei besprachen die Beamten das jeweilige Fehlverhalten mit den Betroffenen und legten ihnen für den Tempo-Verstoß in der Regel ein Verwarngeld auf.

Im Jahr 2016 stellten Streifen der Polizei insgesamt 53.584 Verkehrsordnungswidrigkeiten fest (2015: 47.665, 2014: 59.137). Dabei wurden rund 920 Handyverstöße registriert sowie über 5.400 Gurtmuffel ertappt. (tk)


Herausragende Verkehrsunfälle in den Landkreisen Bautzen und Görlitz des Jahres 2016

Auf winterglatter Fahrbahn waren am Morgen des 13. Januar 2016 auf der S 127 bei Krauschwitz mehrere Lkw und ein Auto ineinander gerutscht. Eine Person wurde leicht verletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 100.000 Euro. Die Staatsstraße blieb bis zum Abend gesperrt.

Am 13. Februar 2016 fuhr ein 36-Jähriger mit einem Skoda an der Anschlussstelle Kodersdorf als „Geisterfahrer“ auf die Richtungsfahrbahn Görlitz der BAB 4 auf. Nach etwa einem Kilometer kollidierte er mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Der mit Gummiteilen beladene Lkw krachte auf einer Brücke in die Leitplanke, kippte um und geriet in Brand. Der Fahrer des Pkw wurde schwer, der Lkw-Fahrer leicht verletzt. Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 126.000 Euro.

Aus ungeklärter Ursache kam am 18. Mai 2016 ein Reisebus auf der B 156 bei Zschillichau nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte in den Straßengraben. 20 Personen, darunter 19 Insassen zwischen 63 und 89 Jahren sowie der Busfahrer wurden verletzt. Am Bus entstand Sachschaden in Höhe von etwa 50.000 Euro.

Auch die Umstände eines tödlichen Verkehrsunfalls am 30. Mai 2016 sind ungeklärt. Ein bisher unbekanntes Fahrzeug befuhr die BAB 4 in Richtung Görlitz. In Höhe des Parkplatzes Rödertal  überschritt ein 59-jähriger Mann gegen 00:25 Uhr die Autobahn, wurde dabei von dem unbekannten Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt. In der weiteren Folge überrollten weitere Fahrzeuge die auf dem linken Fahrstreifen liegende Person.

Überfüllte Parkplätze entlang der Bundesautobahn sind eine stete Gefahr. Am 31. Mai 2016 kam ein Sattelzug am Parkplatz Rödertal nach rechts von seiner Fahrspur ab und stieß gegen einen auf der Ausfädelungsspur stehenden Lkw. Durch den Zusammenstoß wurde der Laster auf einen davor parkenden Sattelzug geschoben. Der 55-jährige Beifahrer des Unfallverursachers wurde schwer verletzt. Die Ladungen (Waschmaschinen, Kfz-Teile, Alu-Felgen) waren nicht mehr verwertbar. Der beim Unfall entstandene Sachschaden wurde mit fast 200.000 Euro beziffert.


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