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Häusliche Gewalt

"Häusliche Gewalt umfasst Gewalt in ihren vielfältigen Erscheinungsformen, insbesondere als physische, psychische und sexualisierte Gewalt zwischen erwachsenen Personen und gegenüber Kindern und Jugendlichen, die in persönlicher, insbesondere familiärer Beziehung zum Gewaltanwender stehen oder gestanden haben. Diese Form der Gewaltausübung findet nicht nur im innerfamiliären Bereich, sondern auch in anderen Lebensbereichen statt."

(Auszug aus dem Landesaktionsplan zur Bekämpfung häuslicher Gewalt des Freistaates Sachsen, Dezember 2006)

Strafrechtlich betrachtet ist häusliche Gewalt als eine Vielzahl unterschiedlicher Straftaten mit verschiedenen Opferkonstellationen zu sehen. Durch die Ausübung häuslicher Gewalt werden regelmäßig Straftaten verübt, die von Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Bedrohung und Nötigung, Freiheitsberaubung und Erpressung über Sexualstraftaten bis hin zu versuchten und vollendeten Tötungsdelikten reichen. In erster Linie dominieren die Körperverletzungsdelikte.

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Entwicklung häuslicher Gewalt
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Im zurückliegenden Jahr 2010 wurden durch die Polizei im Freistaat Sachsen 2.711 Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt registriert. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Anstieg um rund 22 % dar. Damit hat sich der seit mehreren Jahren zu beobachtende Anstieg auch im Jahr 2010 fortgesetzt.

Am stärksten von häuslicher Gewalt betroffen waren die Bewohner der beiden sächsischen Großstädte Dresden und Leipzig mit 636 bzw. 417 erfassten Fällen.

Die Opfer dieser Straftaten waren in der Mehrzahl weiblich. Unter den insgesamt erfassten 2.249 Opfern befanden sich 1.735 Frauen (77,2 %) und 514 Männer (22,8 %). Wenngleich die Mehrzahl der registrierten Opfer bereits erwachsen war, wurden  im Jahr 2010 insgesamt 239 Mädchen und Jungen Opfer häuslicher Gewalt. In der Altersgruppe bis unter 14 Jahre wurden 59 weibliche und 84 männliche Opfer erfasst, in der Altersgruppe von 14 bis unter 18 Jahren 56 weibliche und 40 männliche Opfer.
Unter den 2.054 ermittelten Tatverdächtigen befanden sich 1.912 Erwachsene (93,1 %). Der Anteil der männlichen Tatverdächtigen lag mit 84,5 % (1.736 Personen) deutlich über dem Anteil der weiblichen Tatverdächtigen 15,5 % bzw. 318 Personen.

In der Mehrzahl der erfassten Fälle handelt es sich um Körperverletzungsdelikte. Von den insgesamt registrierten 2.711 Straftaten waren mit 1.762 rund zwei Drittel (64,9 %) diesem Deliktsfeld zuzuordnen.

Stand: Mai 2011

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