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Geschichtliche Entwicklung

Geschichtliche Entwicklung

  • Bereits 1919 gelang es einem japanischen Chemiker erstmals Methamphetamin zu synthetisieren.
  • 1934 entdeckte der Deutsche Hauschild das Methamphetamin.
  • Die Entwicklung als Droge für militärische Zwecke wurde vom Nazi-Regime vorangetrieben.
  • 1938 wird von den "TEMMLER"-Werken das Methamphetamin unter dem Handelsnamen PERVITIN auf den Markt gebracht.

  • Im 2. Weltkrieg wurden damit deutsche Nachtjäger und Bomberpiloten für ihre Kampfeinsätze vorbereitet.

  • Auch die Soldaten der US-amerikanischen, des britischen und des japanischen Heeres wurden mit PERVITIN gedopt.

  • In den Nachkriegsjahren war PERVITIN das leistungssteigernde Präparat für Sportler, Fernfahrer, Studenten, Künstler usw.

  • Im Laufe dieser Zeit wurde die PERVITIN-Sucht jedoch zu einem gesellschaftlichen Problem.
  • Am 01.07.1941 wurde das PERVITIN dem Opiumgesetz unterstellt.

  • Von Japan aus verbreitete sich die Droge über den ost- und südostasiatischen Raum (Hongkong, Thailand, Kambodscha, Burma, Korea) aus und gelangte Ende der 70er Jahre über die Philippinen nach Hawaii und von dort etwa 1985/1987 unter dem Szenenamen "Ice" auf das "amerikanische Festland".
  • Anfang der siebziger Jahre tauchte PERVITIN in der tschechischen Republik, dem heutigen Hauptherstellungsland von Crystal erstmals (wieder) auf.
  • In den Jahren 1989 und 1990 gab es einen raschen Anstieg des PERVITIN - Konsums.
  • Seit dem Jahre 1995 ist bei der tschechischen Jugend ein sprunghafter Anstieg im PERVITIN - Bereich feststellbar. Gründe hierfür sind u. a. der geringe Preis, die einfache Herstellung sowie die geringe physische Abhängigkeit. Neben Cannabis mittlerweile das meist konsumierte Rauschgift in der Tschechischen Republik.

Herkunft/Verbreitung im Freistaat Sachsen

Bisherige polizeilichen Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass Crystal vorwiegend in der Tschechischen Republik hergestellt und nach Sachsen eingeschmuggelt wird. Grund dafür könnten u. a. die leichtere Verfügbarkeit bzw. Beschaffung der Grund- und Zusatzstoffe für die Crystal-Herstellung in der Tschechischen Republik sein.

In Sachsen tauchte Crystal erstmals verstärkt im Dezember 1998 im Raum Aue/Vogtland auf und hat sich schnell zu einem großflächigen Problem in Sachsen entwickelt. Anfangs wurde Crystal nur in Kleinstmengen geschmuggelt, mittlerweile liegen die Mengen im Kilobereich.

Statistische Angaben Freistaat Sachsen

Im Jahr 2003 wurden ca. 3,8 kg und im Jahr 2004 ca. 2,4 kg Crystal im Freistaat Sachsen sichergestellt. Im Jahr 2005 konnten etwa 7,7 kg sichergestellt werden. 3,5 kg wurden im Jahr 2006 beschlagnahmt.

In einem Ermittlungsverfahren des LKA Sachsen gelang es, im Juni 2005 eine bandenmäßig organisierte, bundesweit und international operierende Tätergruppierung zu zerschlagen, die im Verdacht stand, banden- und gewerbsmäßig unerlaubt Handel mit Betäubungsmitteln im großen Stil betrieben zu haben. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens konnten 75 kg Ephedrinhydrochlorid sichergestellt werden. Ermittlungen ergaben, dass die Tatverdächtigen insgesamt mindestens 120 Kilogramm Ephedrinhydrochlorid illegal in die Tschechische Republik zur Herstellung von "Crystal" verbracht haben. Aus diesen 120 kg Ephedrinhydrochlorid kann ca. 90 kg "Crystal" gewonnen werden, dies entspricht 90.000 Konsumeinheiten mit einem Marktwert von 4,5 Millionen Euro. Gegen 11 Tatverdächtige wurden Haftbefehle vollstreckt. Das Landgericht Görlitz hat im November 2005 in der ersten Hauptverhandlung eine maßgeblich Tatbeteiligte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 7 Jahren rechtskräftig verurteilt.

GER - Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Polizei/Zoll des LKA Sachsen

Große Bedeutung hatte von Anfang an die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität im Freistaat Sachsen. Dabei wurde Sachsen anfangs vorrangig als Transitland genutzt, um Drogen nach West- und Nordeuropa zu schmuggeln. Heute ist der Freistaat Sachsen auch Absatzmarkt für illegale Drogen aller Art. Aufgabe der Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER), der Beamte des LKA Sachsen und Beamte des Zollfahndungsamtes Dresden angehören, ist es, die Rauschgiftkriminalität wirksamer zu bekämpfen, indem Fälle des unbefugten Handels und Schmuggels nicht geringer Mengen Betäubungsmittel, die eine Zuständigkeit beider Behörden begründen, gemeinsam bearbeitet werden. Als bisher größter Fund in Sachsen gelten rund 100 kg Heroin, die 1995 am Grenzübergang Görlitz sichergestellt worden sind.

Internationale Zusammenarbeit

Das Landeskriminalamt Sachsen arbeitet bei der Bekämpfung von Rauschgiftkriminalität eng mit der tschechischen Polizei, hier insbesondere mit der Nationalen Antidrogenbehörde der Polizei Prag (NPC), und der tschechischen Staatsanwaltschaft zusammen.

Ein signifikanter Anstieg der Rauschgiftkriminalität im Zuge des EU-Osterweiterung ist nicht zu verzeichnen.