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Nach Verfolgungsfahrt: Polizei holt versenkten Golf aus Steinbruch

Polizeitaucher ziehen das Fahrzeug aus dem Wasser.
(© Polizei Sachsen)

Anfang April wollte sich ein Pkw-Fahrer einer Kontrolle entziehen. Er flüchtete, ein VW Golf wurde zwölf Meter tief in einem Steinbruch-See in der Oberlausitz versenkt. Nun konnte das Fahrzeug geborgen werden.
Auto hängt an Seil im See
Polizisten ziehen das versenkte Auto an einem Drahtseil aus dem Wasser.
(© Polizei Sachsen)

Anfang April wollte sich ein Pkw-Fahrer einer Kontrolle entziehen. Er flüchtete, ein VW Golf wurde zwölf Meter tief in einem Steinbruch-See versenkt. Nun konnte das Fahrzeug geborgen werden.
 

Gut einen Monat nach einer Verfolgungsfahrt bei Schirgiswalde-Kirschau konnte die Polizei nun ein verschwundenes Auto bergen – in zwölf Metern Tiefe aus einem alten Steinbruch-See. Das Fahrzeug wurde am vergangenen Montag, 10. Mai, von Tauchern der Bereitschaftspolizei aus dem Wasser gezogen. Bedienstete der Polizeidirektion Görlitz leiteten die Ermittlungen. Es handelt sich um einen dunkelroten Volkswagen Golf III, der weder zugelassen noch versichert war und an dem außerdem gestohlene Kennzeichen befestigt waren.

Das Fahrzeug fiel Beamten des Bautzener Reviers in der Nacht des 7. April 2021 auf, als es gemeinsam mit einem Zweier-Golf in Schirgiswalde unterwegs war. Als die Polizisten das Anhaltesignal gaben, flüchteten die Fahrer beider Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit. Die Verfolgungsfahrt erstreckte sich über die Ortschaften Kirschau, Wilthen sowie Obergurig und endete für den Golf II am Mönchswalder Berg. Die Insassen konnten fliehen, aber noch in der Tatnacht von den Beamten ermittelt werden.


Der dunkelrote Golf III blieb verschwunden – bis Ermittlungen den Hinweis erbrachten, das Fahrzeug könnte im Steinbruch am Lärchenberg versenkt worden sein. „Wir hatten daraufhin überlegt: Wie bekommen wir das Auto aus diesem tiefen Wasserloch?“, sagt Martin Hottinger, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Verkehrsunfalldienstes der Polizeidirektion Görlitz.

Die genaue Tiefe des Sees ist unbekannt, da der Steinbruch schon seit gut 100 Jahren nicht mehr im Betrieb ist. Ein Fall für die Tauchergruppe der sächsischen Bereitschaftspolizei: Mit einem Boot überfuhren sie zunächst den See, um den Grund per Sonar – einem Schallortungsverfahren – abzusuchen. Weil dies kein Ergebnis brachte, verdichtete sich der Verdacht, das Fahrzeug könnte sehr tief versenkt worden sein.

Taucher der Polizei Sachsen im Neoprenanzug
Ein Taucher der Polizei Sachsen bereitet sich auf den Tauchgang vor.
(© Polizei Sachsen)

Als die Taucher am Montag ins Wasser stiegen, zeigte sich: Der Golf lag zwölf Meter tief unter der Oberfläche. „Ab drei Metern waren die Sichtverhältnisse sehr schwierig, wir konnten das Auto nur noch erfühlen“, sagt Mario Zeithammel, Polizeihauptmeister und Polizeitaucher. Trotzdem schafften es die Taucher, ein Stahlseil an der Achse des Fahrzeugs zu befestigen. Mithilfe der Seilwinde des Unimogs der Technischen Einsatzeinheit der sächsischen Bereitschaftspolizei wurde der Golf dann schließlich ans Ufer gezogen. Bei der Bergung liefen Betriebsstoffe aus dem Fahrzeug aus, die die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schirgiswalde einfangen konnten.

Wir haben die Bergung mit der Kamera begleitet:

Als vermeintlicher Fahrer des Golfs konnte ein 20-Jähriger aus der Region ausgemacht werden. Der Deutsche erhielt Anzeigen aufgrund des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs, des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, des Kennzeichenmissbrauchs sowie des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Hinzu kommt nun auch noch die Umweltstraftat wegen der illegalen Entsorgung des Volkswagens im Steinbruch. „Der Beschuldigte wird außerdem das Fahrzeug fachgerecht entsorgen müssen und wahrscheinlich auch die Kosten des Einsatzes tragen müssen“, sagt Martin Hottinger.

Fotos von der Bergung:

Golf hängt am Drahtseil
Die Tauchergruppe der Bereitschaftspolizei
Einsatz für den Unimog
Der versenkte VW Golf