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Straftaten in Zusammenhang mit K.O.-Tropfen

Cocktails
(© pixabay.com)

Der Sommer ist gekommen und da die meisten Corona-Einschränkungen gefallen sind, können die Feste wieder gefeiert werden, wie sie fallen. Oft fließt dabei auch reichlich Alkohol.

Aber aufgepasst: Sogenannte K.O.-Tropfen werden besonders auf Partys oder in Diskotheken heimlich in offen stehende Getränke gegeben. Manchmal zum Spaß, häufig aber, um die Opfer auszurauben oder sich an ihnen zu vergehen.

Straftaten mit K.O.-Tropfen
(© Adobe Stock)

Die sächsische Polizei registrierte im vergangenen Jahr 2021 insgesamt 47 Anzeigen zu Straftaten im Zusammenhang mit K.O.- Tropfen. Dabei wurden 15-mal Sexualstraftaten angezeigt, ein Raubdelikt und 31 schwere und gefährliche Körperverletzungen. In 20 dieser Fälle wurden Bars, Clubs und Diskotheken als Tatörtlichkeiten angegeben.

Da im vergangenen Jahr, wie auch im Jahr 2020, Feierlichkeiten im großen Rahmen nicht oder nur sehr eingeschränkt erlaubt waren, ist davon auszugehen, dass das Anzeigenaufkommen in diesem Jahr wieder ansteigen wird.

Außerdem bleibt festzuhalten: statistisch erfasst werden nur die angezeigten Fälle. Ganz sicher besteht ein großes Dunkelfeld, denn viele Opfer haben Hemmungen, schämen sich und verzichten daher auf eine Anzeige.

Die Einnahme von K.O.-Tropfen verlangsamt die Aktivitäten des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Schon zehn bis zwanzig Minuten nach der Einnahme beginnt die Wirkung, die bis zu vier Stunden, zum Teil auch erheblich länger anhält. Nach anfänglicher Euphorie folgen Übelkeit, Schwindel und plötzliche Schläfrigkeit. Das Opfer wird willenlos, unter Umständen sogar bewusstlos.

Bei den zumeist farblosen Tropfen mit schwach lösungsmittelartigem Geruch handelt es sich oft um Gammabutyrolacton (GBL) oder Gammahydroxy-buttersäure (GHB). GHB wird auch „liquid ecstasy“ genannt.

Verhaltenshinweise Ihrer Polizei Sachsen:

Bei Besuchen von öffentlichen Veranstaltungen:

Man soll:

  • sich für seine Freunde verantwortlich fühlen, aufeinander achten, auch auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen. Der Freundeskreis sollte wissen, wo man sich aufhält.
  • seine Getränke nicht unbeaufsichtigt stehen lassen, so kann man z. B. beim Aufsuchen der Tanzfläche eine Getränkeübersicht organisieren.
  • Auf das Umfeld achten: Welche Kontaktversuche/Kontaktaufnahmen erscheinen merkwürdig?
  • Vorsichtig sein bei angebotenen („ausgegebenen“) Getränken. Ist der Spender vertrauenswürdig?
  • Bei Getränken auf geringste Geschmacksveränderungen achten, nie auf „Ex“ trinken! Auch dann nicht, wenn der Anbieter das vorschlägt oder verlangt!

Bei Besuchen von privaten Partys/Treffen:

Man soll:

  • Freunde oder Eltern informieren, an welchem Ort man sich aufhält und wann man diesen verlässt.
  • Die angebotenen Getränke nur originalverschlossen annehmen.
  • Gefüllte Gläser nicht unbeaufsichtigt stehen lassen.
  • Soweit möglich, die wenig bekannte Person nicht aus den Augen lassen.
  • Bei Gefahr den Notruf der Polizei benutzen.
  • Bei dem Verdacht der Einnahme von K.O.-Tropfen:
  • Bei Verdacht rufen Sie sofort die Polizei oder lassen Sie sich von einer Vertrauensperson dorthin bringen! Ein schnellstmöglicher Kontakt ist notwendig, da der Nachweis von K.-O.-Tropfen nur für kurze Zeit nach der Einnahme möglich ist.

Wenn eine sexuelle Nötigung/Vergewaltigung stattgefunden hat bzw. haben könnte:

  • Vernichten Sie keine Beweismittel; bewahren Sie z. B. Bekleidung, Wäsche, Bettlaken oder andere Gegenstände auf, mit denen der Täter in Berührung gekommen ist oder Ihrer Meinung nach, gekommen sein könnte.
  • Wenn möglich, waschen Sie sich nicht, bevor Sie ärztlich untersucht worden sind.
  • Gehen Sie möglichst schnell zur ärztlichen Untersuchung.
  • Reinigen Sie nicht Ihre Kleidung, die Sie zur Tatzeit getragen haben und werfen Sie auch zerrissene Kleidungsstücke und Unterwäsche nicht weg. Diese könnten wichtige Spurenträger sein.
  • Verändern Sie den Tatort nicht!
  • Versuchen Sie, den Tathergang in Form eines Gedächtnisprotokolls schriftlich festzuhalten. Das kann für die späteren Vernehmungen und das Verfahren sehr wichtig werden.

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Kontakt zum LKA Sachsen

Staatsanwaltschaften des Freistaates Sachsen

Hier finden Sie die Kontaktdaten der Staatsanwaltschaft des Freistaates Sachsen.

The Saxon State Office of Criminal Investigation

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