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Gefahrenpotential in Sachsen

Der Freistaat Sachsen zählt zu den Gebieten in Deutschland, die in besonderem Maße als mit Kampfmitteln belastet gelten.

Territoriale Ausprägung

Maschinenfabrik Leipzig - Erla, 6. Juli 1944
Maschinenfabrik Leipzig - Erla, 6. Juli 1944
Das Gefahrenpotential ist jedoch territorial unterschiedlich ausgeprägt. Es wird in der Hauptsache durch die Hinterlassenschaften früherer Kriegshandlungen und durch die vormalige militärische Nutzung von Liegenschaften bestimmt.

So fanden auf sächsischem Gebiet zum Ende des Zweiten Weltkrieges erbitterte Bodenkämpfe zwischen den zurückflutenden Wehrmachtstruppenteilen und den Verbänden der Alliierten statt. Besonders betroffen waren der ostsächsische Raum und das Osterzgebirge.

Sächsische Großstädte und Industriestandorte wie Dresden,  Chemnitz, Plauen, Zwickau, Leipzig, Böhlen, Espenhain waren zudem mehrfach Ziel heftiger alliierter Luftangriffe. 

Mit Beendigung des Zweiten Weltkrieges blieben allein in Sachsen 134 Liegenschaften in militärischer Nutzung durch die Rote Armee und ihrer Rechtsnachfolger. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl kartografierter Verdachtsflächen ehemaliger Munitionsanstalten, Pulverfabriken und Munitionsvergrabestellen, die es noch zu beseitigen gilt.

Im Ergebnis dieser historischen Gegebenheiten befinden sich immer noch Granaten, Gewehrmunition, Sprengstoffe und ähnliche Kampfmittel wie Handgranaten, Minen oder Wurfgranaten in den ehemaligen Stellungen und Grabensystemen.

In den Ballungszentren werden aufgegebene oder zerstörte Fliegerabwehrstellungen mit Munition gefunden. Es werden Vergrabestellen mit Waffen und Munition entdeckt, die von sich in der Auflösung befindlichen Wehrmachtstruppenteilen angelegt wurden. In Gebieten, die starken Luftangriffen ausgesetzt waren, finden sich auch heute noch Bombenblindgänger aller Größenordnungen und Ausführungen.

An den Standorten ehemaliger Munitionsanstalten und -fabriken werden Munitionsteile, Sprengstoffe und mit Sprengstoffen kontaminiertes Erdreich sowie teilweise unbekannte Versuchsmunition aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs gefunden.

Truppenübungsplätze und Kasernen, die von der Reichswehr über die Wehrmacht bis hin zu der Westgruppe der sowjetischen Truppen genutzt wurden bergen ein besonderes Gefahrenpotential. Hier mischen sich Kampfmittel aus Zeiten beider Weltkriege mit Blindgängern, Imitationsmitteln, Exerziermunition und nicht verwendeten Kampfmitteln der Nachkriegszeit.


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