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Aufgaben

Kampfmittel sind alle gewahrsamslos gewordenen Gegenstände militärischer Herkunft und Teile solcher Gegenstände, die Spreng-, Zünd-, Brand-, Nebel-, Reiz-, Rauch-, Leucht- und Kampfstoffe enthalten oder aus solchen bestehen.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst beräumt und vernichtet zur Anzeige gebrachte Kampfmittel aus der Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges sowie Kampfmittel auf den Liegenschaften der Westgruppe der Truppen der ehemaligen sowjetischen Stationierungsstreitkräfte. Für die Beseitigung neuzeitlicher Munition ist die Bundeswehr zuständig.

Das Beräumen der Kampfmittel umfasst:
  • das fachgerechte Freilegen des Munitionskörpers ohne Lageveränderung,
  • die Bestimmung der Kampfmittelart und die Klassifizierung ihrer Gefährlichkeit,
  • das Herstellen der Handhabungs- und Transportsicherheit des Kampfmittels durch Entschärfen oder gegebenenfalls Sprengen am Fundort,
  • den Abtransport des Kampfmittels in die Kampfmittelzerlegeeinrichtung.

In der Kampfmittelzerlegeeinrichtung werden die geborgenen Bomben, Granaten, Minen und Raketen zwischengelagert und fachgerecht entsorgt. Kleinkalibrige Munition wird durch Ausbrennen in speziellen Öfen, großkalibrige Munition durch Zersägen und anschließendem Verbrennen des Explosivstoffes vernichtet. Die entstehenden Abgase werden durch eine zertifizierte Abgasreinigungsanlage gereinigt. Die aus diesem Prozess verbleibenden Metallteile der Kampfmittel können dann problemlos in den normalen Recyclingprozess für Schrott eingebracht werden.


Suche nach Kampfmitteln

Je nach Bodenbeschaffenheit, Geländerelief und Bebauungszustand des Suchterritoriums kommen unterschiedliche Suchverfahren zum Einsatz. Sie reichen von der Suche mittels ferromagnetischer Sonde über die Verwendung eines Georadars bis hin zur Bohrlochsondierung.

Aus Kapazitätsgründen beauftragt der Kampfmittelbeseitigungsdienst für die großflächige Vorortsuche nach Kampfmitteln hauptsächlich private Räum- und Bergungsunternehmen.


Unterhaltung eines Kampfmittelkatasters

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst unterhält ein Kampfmittelkataster.

Zum Unterhalt des Kampfmittelkatasters gehört das Sammeln, Systematisieren und Auswerten von Daten über potentiell kampfmittelbelastete Flächen.
Der Datenstock des Kampfmittelkatasters basiert auf das Erfassen und Analysieren authentischer Quellen wie:

  • Augenzeugenberichte,
  • Kriegstagebücher,
  • militärisches Kartenmaterial,
  • Orts- und Betriebschroniken,
  • amerikanische Luftbildaufnahmen,

Diese Daten werden in speziellen Kampfmittelbelastungskarten grundstücksbezogen zusammengefasst. Das Kataster wird ständig um die Ergebnisse neuer Suchmaßnahmen, aktueller Fundstellenberäumungen und vertiefender Quellenauswertung ergänzt.


Amtshilfe, Beratung und Sachverständigentätigkeit

Die Feuerwerker des Kampfmittelbeseitigungsdienstes nehmen aufgrund ihrer speziellen Ausbildung und jahrelangen Erfahrung im Umgang mit militärischen Explosivstoffen beratende Aufgaben wahr. Dazu gehören:
  • Gefahrenerforschung und -vorsorge 
  • Prüfung des Kampfmittelbelastungsgrades von Bauflächen
  • gutachterliche Tätigkeit für die Strafverfolgungsbehörden,
  • Unterstützung privater Bildungsträger auf dem Gebiet der Kampfmittelbeseitigung,
  • Vorbereitung von Bau- und Infrastrukturmaßnahmen,
  • Schulungen für Feuerwehren und Kräften des Katastrophenschutzes im Umgang mit Kampfmitteln,
  • Präventionsveranstaltungen zur Aufklärung über von Kampfmitteln ausgehenden Gefahren.

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