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Wildcampen kann gefährlich sein – und teuer werden

Seenland Lausitz

Eine Gruppe Menschen musste von einer Insel im Lausitzer Seenland geholt werden. Die Polizei warnt davor, gesperrte Bereiche zu betreten.
Lausitzer Seenland
Das Gelände der Lausitz ist geprägt vom Bergbau und dessen Folgen.
(© LMBV - Peter Radke)


Eine Gruppe Menschen musste von einer Insel im Lausitzer Seenland geholt werden. Die Polizei warnt davor, gesperrte Bereiche zu betreten.

 

Das Sommerwetter in Sachsen lädt zum Campen ein. Dass man dafür auf gar keinen Fall eine Stelle aussuchen sollte, die man eigentlich nicht betreten darf, zeigt der Fall einer Rettungsaktion im Lausitzer Seenland am 11. August 2020. Das leichtsinnige Wildcampen einer Gruppe hat nicht nur einen sehr teuren Einsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst, sondern auch viele Menschen in Lebensgefahr gebracht.

Die Gruppe aus zwei Männern, zwei Frauen und einem Kind wollte auf einer Insel im Speicherbecken Lohsa 2 übernachten. Das Problem: In diesem Gebiet herrscht absolutes Betretungsverbot, denn der Untergrund kann jederzeit ins Rutschen kommen. Selbst Rettungskräfte dürfen dieses Gebiet nicht betreten. Die Gruppe ignorierte allerdings mehrere Schilder, die auf die Lebensgefahr hinwiesen, und fuhr mit Schlauchbooten und Campingausrüstung auf die Insel.

Noch am gleichen Abend starteten Polizei und Feuerwehr eine Suchaktion, die allerdings erst am darauffolgenden Morgen erfolgreich war. Die Retter bekamen dabei auch Unterstützung aus der Luft. Die Gruppe wurde aufgefordert, die Insel schnellstmöglich zu verlassen, was sie auch tat.

Insgesamt belaufen sich die Kosten des Einsatzes auf eine fünfstellige Summe. Da die Wildcamper sich und auch Rettungskräfte vorsätzlich in Gefahr gebracht haben, wird nun geprüft, ob sie die Kosten des Einsatzes tragen müssen.

Die Gefahr von Erdrutschen

Unabhängig von den Einsatzkosten ist das Wildcampen an Ufern oder Inseln in Seen, die durch Berg- oder Tagebau entstanden sind, mitunter lebensgefährlich. Aufgrund der fehlenden Festigkeit des Bodens in Verbindung mit Umwelteinflüssen kommt es zu Rutschungen von Erdmassen. Diese sind nicht zu unterschätzen, ganze Uferabschnitte samt Bäumen und sogar Häusern können abbrechen. 2009 starben drei Menschen bei einem Erdrutsch am Concordiasee in Sachsen-Anhalt. Im Jahr 2018 versank ein Großteil einer Insel im Senftenberger See, der Strand wurde gesperrt.

Gebiete, die von solchen Rutschungen betroffen sind, sind deshalb gesperrt. Schilder weisen auf die Gefahr hin. Die Polizei warnt davor, die Bereiche zu betreten, auch, weil mitunter hohe Kosten für Rettungseinsätze zusammenkommen. Gegen die Wildcamper in Lohsa ermittelt die Kriminalpolizei nun wegen Hausfriedensbruchs.


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