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Spezialisten des PVA auf geschichtlicher Mission

Luftbildauswertung des KMBD im PVA
(© Polizei Sachsen)

Mit der Suche nach Spuren in historischen Luftbildaufnahmen unterstützt der Bereich Luftbildauswertung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Recherchen des LfA zu NS-Zwangslagern in Sachsen.
Luftbildauswertung des KMBD im PVA
Luftbildauswertung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) im Polizeiverwaltungsamt
(© Polizei Sachsen)

Mit der Suche nach Spuren in historischen Luftbildaufnahmen unterstützt der Bereich Luftbildauswertung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Recherchen des LfA zu NS-Zwangslagern in Sachsen.

 

Alliierte Luftaufnahmen Sachsens von 1945 stehen dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen (KMBD) als wichtiges Hilfsmittel bei der Suche nach Kampfmitteln zur Verfügung. Der KMBD des Polizeiverwaltungsamtes (PVA) hat die Aufgabe, diese Gefahren im Freistaat Sachsen zu beseitigen.

Die Luftbilder wurden durch die United-State Air-Force (USAF) und die Royal-Air-Force (RAF) zur Aufklärung im Vorfeld und zur Dokumentation nach den Bombardements im zweiten Weltkrieg angefertigt. Erfahrene Fachleute können anhand der Kriegsluftbilder nicht nur Verdachtspunkte für Bombenblindgänger oder andere Kampfmittel erkennen, sondern zum Beispiel auch Spuren historischer Bausubstanz.

Für eine genaue Betrachtung der genannten Koordinaten auf den inzwischen digitalen Karten können durch die Experten für Luftbildauswertung jedoch nur Anhaltspunkte ausgemacht werden. Erschwerend wirken sich Lücken in der Fotodokumentation aus, Bildfehler, schlechte Bildauflösung, Schattenflächen sowie fehlende geschichtliche Informationen. Erst die Forschungs- und Erinnerungsarbeit der Historiker des Landesamtes für Archäologie Sachsen (LfA) und die Bündelung der historischen Belege und Erkenntnisse, bis hin zu Vor-Ort-Begehungen, ermöglichen die Lenkung des Verdachtes auf bestimmte Flächen.

So konnte die Existenz inzwischen „unsichtbarer“ Zwangslager der Nationalsozialisten im Rahmen der erbetenen Unterstützung belegt werden, wie zum Beispiel ein Außenlager des KZ Buchenwald in Langenleuba-Oberhain (Stadt Penig) und Außenlager des KZ Flossenbürg in Mittweida, Freiberg, Flöha, Oederan, Hainichen und Rochlitz.

Eine Symbiose ergibt sich aus dieser Zusammenarbeit für den KMBD, da bestätigte Zwangslager aufgrund der damaligen militärischen Bewachung entlang der Stacheldrahteinzäunungen in die Kampfmittelbelastungskarte übertragen werden. Sobald dort ein verdächtiger Fund gemacht wird, kann die vermutlich belastete Fläche der Bestätigung der Gefahrenlage dienen. Dabei stellt die Kampfmittelbelastungskarte nur einen Teil des KMBD eigenen Archivs (Kampfmittelkataster), bestehend aus historischen oder aktuellen Zeitzeugenberichten, altem Kartenmaterial und z.B. Fundstücken dar.

Zu den folgenden beiden Projekten des LfA, bei welchen der KMBD im Rahmen der gemeinsamen Zusammenarbeit für historische Quellen sorgen konnte, sind aktuell diese ausführlichen Artikel entstanden:

  • „Rüstungsindustrie und Zwangsarbeitslager im Spiegel zeitgeschichtlicher Archäologie“ in den Mitteilungen 2/2020 des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz von Michael Strobel und Thomas Westphalen; Publikationsbezug möglich unter: https://www.saechsischer-heimatschutz.de/
  • „Rüstungsindustrie und Zwangslager im Landkreis Mittelsachsen als Gegenstand der archäologischen Denkmalpflege und der Gedenkkultur“ im Heft „Denkmale in Mittelsachsen“ des Landratsamtes Mittelsachsen von Michael Strobel 2021; https://www.landkreis-mittelsachsen.de/

Die Erfassung von Denkmalen der Braunkohleindustrie ergibt nun weitere Anhaltspunkte für ein nächstes vom LfA angefragtes Vorhaben: die Recherche nach Spuren von Zwangslagern im Leipziger Südraum, nordöstlich von Borna.


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