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Polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt

Verantwortlich: Andreas Kunze-Gubsch
Stand: 23.03.2018, 12:40 Uhr

Weniger Wohnungseinbrüche und Kfz-Diebstähle / Mehr Rauschgiftdelikte und neue Bedrohung durch Cybercrime

Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im vergangenen Jahr gesunken. Insgesamt wurden 323.136 Fälle registriert. Das ist ein Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gesunken sind die Anzahl der Wohnungseinbruchs- und Kraftfahrzeugdiebstähle sowie Fälle von Grenz- und Gewaltkriminalität. Demgegenüber hat sich die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte erhöht. Auch die Fälle von Cyberkriminalität sind gestiegen. Die Aufklärungsquote ist um 3,4 Prozentpunkte gestiegen und lag im Jahr 2017 bei 59,2 Prozent.

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller betonte während der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik heute in Dresden: „Sicherheit ist ein hohes Gut. Wir wollen, dass die Menschen in Sachsen sicher leben. Nur auf der Grundlage von Sicherheit kann sich unsere Gesellschaft entwickeln und entfalten. Sicherheit schafft Vertrauen in den Staat und ist ein Standortvorteil für Sachsen. Mit dem Personalaufwuchs bei der sächsischen Polizei werden wir diese Sicherheit weiter stärken."

Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle in Sachsen um 13,1 Prozent auf 4.071 gesunken (2016: 4.684). Die Aufklärungsquote lag bei mehr als 20 Prozent. Insgesamt 832 Wohnungseinbrecher konnte die sächsische Polizei ermitteln. Ein Viertel der Tatverdächtigen sind Ausländer. Die Personen stammen überwiegend aus Tunesien, Tschechien und Georgien.

Kfz-Diebstähle in Sachsen rückläufig

Das dritte Jahr in Folge sind im Freistaat Sachsen weniger Kraftfahrzeuge gestohlen worden. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Diebstähle um 383 auf insgesamt 2.503 (2016: 2.886). Die Aufklärungsquote lag bei mehr als 25 Prozent.

Gewaltkriminalität nimmt ab

Die Zahl der Delikte im Bereich Gewaltkriminalität ist im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 7.973 Fälle gesunken. Die Mehrzahl der Gewalttäter konnten durch die sächsische Polizei ermittelt werden. Die Aufklärungsquote lag bei 77,9 Prozent. Jede vierte Straftat im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung wurde durch Zuwanderer begangen.

Grenzkriminalität auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren

Die Zahl der Straftaten in den Gemeinden entlang der sächsischen Außengrenze zu Polen und Tschechien ist so niedrig, wie seit zehn Jahren nicht mehr. 2017 wurden 17.831 Fälle (ohne ausländerrechtliche Straftaten) regis-triert. Das ist ein Minus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt überrepräsentiert sind in den Grenzgemeinden Fälle von Kraftwagendiebstahl und Rauschgiftdelikte.

Entlang der 577 Kilometer Außengrenze gibt es 46 sächsische Gemeinden mit Grenzbezug, davon liegen 39 an der tschechischen und sieben an der polnischen Außengrenze.

Anzahl der Rauschgiftdelikte gestiegen

Im Jahr 2017 ist die Anzahl der Rauschgiftdelikte auf 12.207 gestiegen. Das ist ein Plus von 24,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2016: 9.819). Etwa jede vierte Straftat ist ein Verstoß wegen des Handels mit oder des Schmuggels von Betäubungsmitteln. Während die Fallzahlen bei Crystal nahezu konstant blieben, stieg insbesondere die Feststellung von illegalen Cannabisprodukten, wie Marihuana oder Haschisch. Die höhere Zahl der im vergangenen Jahr registrierten Straftaten ist auch durch eine höhere Kontrolldichte der Polizei zu erklären. Im Fokus stehen dabei Händler- und Schmugglerstrukturen.

Statistisch erfasst werden nur Delikte, die angezeigt oder von der Polizei durch Kontrollen entdeckt worden sind. Eine so genannte „Dunkelfeldstudie" zum Thema Crystal soll der sächsischen Polizei deshalb zusätzliche Informationen zu Herstellung, Verbreitung und Konsum der Droge Crystal liefern. Die auf zwölf Monate angelegte Untersuchung wird von der Hochschule der sächsischen Polizei durchgeführt und soll noch im ersten Halbjahr 2018 starten.

Bedrohungspotenzial durch Cyberkriminalität weiterhin groß

Straftaten im Internet haben im Jahr 2017 auch statistisch erneut zugenommen. Die sächsische Polizei registrierte 11.173 Fälle. Das ist ein Plus von 8,8 Prozent. Auch die Zahl der Angriffe auf Datennetze stieg um 23,7 Prozent auf insgesamt 2.652 Fälle.

Viele Cyberangriffe werden allerdings von Betroffenen nicht bemerkt oder nicht bei der Polizei angezeigt. Deshalb ist von einem nicht unerheblichen Dunkelfeld auszugehen.

Laut einer forsa-Studie im Auftrag des Sächsischen Innenministeriums dürfte das reelle Bedrohungspotenzial durch Cybercrime im Freistaat bei mehr als 580.000 Fällen pro Jahr liegen. In Sachsen nutzen etwa 3 Millionen Menschen über 18 Jahre das Internet, fast jeder fünfte User war schon einmal Opfer von Schadsoftware, Identitätsdiebstahl, Internetbetrug oder digitaler Erpressung.

Zahl der Straftaten durch Zuwanderer leicht gestiegen

Die Zahl der durch Zuwanderer* verübten Straftaten hat sich in 2017 leicht erhöht. Insgesamt 19.769 Fälle (ohne ausländerrechtliche Straftaten) wurden erfasst, ein Jahr zuvor waren es noch 941 weniger. Fast ein Drittel der Straftaten waren Diebstähle, rund 17 Prozent Körperverletzungs- und 7,7 Prozent Rauschgiftdelikte.

In Sachsen lebten im Jahr 2017 insgesamt 52.918 Zuwanderer, gegen 9.493 wurde strafrechtlich ermittelt. Eine besondere Gruppe darunter bilden mehrfach-/intensiv tatverdächtige Zuwanderer (MITA). Diese Gruppe umfasste im Jahr 2017 insgesamt 677 Personen die für 7.214 Straftaten durch Zuwanderer verantwortlich sind. Das entspricht einem Anteil von rund 35 Prozent. Die meisten MITA stammen aus Libyen (168), Tunesien (101), Marokko (81) und Georgien (71).

Die sächsische Polizei und die Staatsanwaltschaften gehen bereits seit 2014 täterorientiert gezielt gegen MITA vor.

Politisch motivierte Kriminalität nimmt ab

Sachsenweit sind die politisch motivierten Straftaten in 2017 um knapp zehn Prozent zurückgegangen. Statistisch wurden 3.259 Fälle erfasst. Davon sind 2.024 Straftaten dem Phänomenbereich „rechts" und 667 dem Phänomenbereich „links" zuzuordnen.

Auch die Zahl der Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte ist rückläufig. Während 2016 noch 117 Fälle gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 23.

Tatverdächtige

Die Polizei ermittelte im vergangenen Jahr 91.500 Tatverdächtige. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 20,7 Prozent. Knapp die Hälfte der nichtdeutschen Tatverdächtigen (9.493) waren Zuwanderer. Ihr Anteil an allen ermittelten Tatverdächtigen beträgt 10,4 Prozent.

Innenminister gibt Ausblick auf künftige Sicherheitspolitik

Die Sächsische Staatsregierung hat mit dem Zukunftspakt die Sicherheitspolitik im Freistaat Sachsen entschieden nachgeschärft. Innenminister Wöller unterstreicht dabei: „Wir werden den Modernisierungsprozess bei der Polizei konsequent fortführen. Ein Großteil der 1.000 neuen Polizistinnen und Polizisten kommt künftig im Streifendienst und bei Einheiten der Kriminalitätsbekämpfung zum Einsatz. Damit stärken wir die Präsenz im ländlichen Raum und an bestimmten Brennpunkten. Mit neuen Befugnissen wird das sächsische Polizeigesetz zudem dabei unterstützen, die Sicherheit hier im Lande weiter auszubauen."

*Zuwanderer sind Asylbewerber, geduldete Ausländer, Kontingentsflüchtlinge, unerlaubt aufhältige Personen, international/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte.

Hinweis für Ihre Berichterstattung:

Im Anhang dieser Medieninformation finden Sie die vollständige Präsentation zur Kriminalitätsentwicklung im Freistaat Sachen, die weitere Ausführungen beinhaltet.

 


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