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Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 für den Landkreis Meißen

Medieninformation: 183/2018
Verantwortlich: Thomas Geithner
Stand: 27.03.2018, 11:08 Uhr

Landkreis Meißen

Polizeiliche Kriminalstatistik 2017

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung

Polizeipräsident Horst Kretzschmar: „Unser wichtigstes strategisches Ziel ist die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Menschen im Landkreis. So klingt das neuerliche Rekordtief in der Kriminalitätsentwicklung natürlich erstmal toll. Es täuscht aber auch ein wenig über die negative Entwicklung einzelner Deliktsbereiche, wie beispielsweise den Wohnungseinbrüchen und Formen der Rauschgiftkriminalität, hinweg. Beide beeinflussen das Sicherheitsgefühl maßgeblich. Es liegt also noch ein gutes Stück Arbeit vor uns.“

Im Landkreis Meißen wurden 2017 insgesamt 12.250 Straftaten (2016: 12.353; 2015: 12.920) erfasst. Dies sind 103 Fälle weniger als im Vorjahr und entspricht einer Verringerung um 0,8 Prozent. Damit setzt sich der kontinuierliche Rückgang der Kriminalität seit 2013 fort.

Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, sank 2017 auf  5.023  (2016: 5.037; 2015: 5.301).

Insgesamt 7.830 Straftaten (2016: 7.078; 2015: 7.230) konnten aufgeklärt werden. Die Gesamtaufklärungsquote stieg damit auf 63,9 Prozent (2016: 57,3 Prozent; 2015: 56 Prozent).

Von den 4.827 ermittelten Tatverdächtigen (2016: 4.936; 2015: 4.959) waren
77 Prozent männlichen und 23 Prozent weiblichen Geschlechts. Die Zahl nichterwachsener Tatverdächtiger sank leicht. Neben 151 Kindern (2016: 167; 2015: 184) wurden 402 Jugendliche (2016: 404; 2015: 351) und 353 Heranwachsende (2016: 368; 2015: 341) als Tatverdächtige ermittelt.

Im Jahr 2017 wurden 855 nichtdeutsche Tatverdächtige (2016: 955; 2015: 716) ermittelt. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen sank somit auf 17,7 Prozent (2016: 19,3 Prozent; 2015: 14,4 Prozent). Im Bereich der Allgemeinen Kriminalität sank ebenfalls die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 866 im Jahr 2016 auf 828 im Jahr 2017. Dies entspricht einem Anteil von 17,3 Prozent (2016: 17,9 Prozent).

Die Zahl der Opfer von Straftaten sank auf 1.987 (2016: 2086; 2015: 1.842). Insgesamt 1.192 Opfer (60 Prozent) waren männlichen und 795 Opfer (40,0 Prozent) weiblichen Geschlechts. Darunter befanden sich 167 Kinder (2016: 169), 164 Jugendliche (2016: 196), 144 Heranwachsende (2016: 143) und 150 Personen (2016: 135), die zum Zeitpunkt der Tat 60 Jahre oder älter waren. Insgesamt wurden 1.512 Erwachsene (2016: 1.578) Opfer einer Straftat.

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden sank auf rund 10,3 Millionen Euro (2016: 11,0 Millionen Euro).

Ausgewählte Kriminalitätsbereiche

Diebstahlskriminalität

Im Landkreis Meißen bildet die Gesamtheit aller Diebstahlsdelikte nach wie vor den Hauptteil der Gesamtkriminalität. Der Anteil an der Gesamtkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und liegt nunmehr bei 40,8 Prozent (2016: 41,9 Prozent). Die Fallzahlen vom Vorjahr sanken 2017 auf 4.993 Fälle (2015: 5.171). Die Anzahl der aufgeklärten Fälle stieg im Landkreis auf 2.190 Fälle (2016: 1.685) und damit einhergehend stieg die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich auf 43,9 Prozent (2016: 32,6 Prozent).

Die Diebstähle setzten sich zusammen aus 2.214 Diebstählen ohne erschwerende Umstände (2016: 2.380), die damit um 7,0 Prozent zurückgingen. Hinzu kommen 2.779 besonders schwere Diebstähle (2016: 2.791), die um 0,4 Prozent gesunken sind.

Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 1.134 Fällen (2016: 1.192), die Fahrraddiebstähle mit 600 Fällen (2016: 708) und die Diebstähle an oder aus Kfz mit 483 Fällen (2016: 538).

Horst Kretzschmar: „Selbst bei diesen Schwerpunktbereichen verzeichnen wir rückläufige Fallzahlen. Am deutlichsten fällt diese Entwicklung bei den Fahrraddiebstählen aus, bei denen der Rückgang 15,3 Prozent betrug.“

Die Aufklärungsquoten sind bei allen drei Deliktfeldern leicht gestiegen und lagen für die Diebstähle aus Geschäften oder Kiosken bei 78,8 Prozent, bei den Fahrraddiebstählen bei 17,5 Prozent und bei den Diebstählen an oder aus Kfz bei 19,5 Prozent.

Bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen, einschließlich der unbefugten Benutzung, setzte sich der positive Trend der letzten Jahre fort und die Fallzahlen sanken erneut, diesmal auf 98 Fälle (2016: 117). Dies entspricht einem Rückgang um 16,2 Prozent. Insgesamt konnten 35 Fälle aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 35,7 Prozent entspricht.

Die Fallzahlen des Ladendiebstahls weisen diesmal einen kleinen Aufwärtstrend auf. Hier ist gegenüber dem Jahr 2016 mit 908 Fällen ein Anstieg um 1,3 Prozent auf 920 Fälle zu verzeichnen. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen sank in diesem Bereich von 224 auf 178 ermittelte Personen. Damit liegt ihr Anteil mit 26,2 Prozent über dem Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtkriminalität.

Die Zahl der Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten sank im Jahr 2017 auf 296 Fälle, im Jahr 2016 waren es noch 389 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang um 23,9 Prozent.

Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen ist im Jahr 2017 um 14 Fälle auf 272 Fälle gestiegen. Dabei handelte es sich in 114 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände (2016: 129 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in das Tatobjekt Wohnung gelangen konnten. Dem gegenüber stehen ebenfalls 158 Fälle von Wohnungseinbrüchen (2016: 129 Fälle), bei denen die Täter ein Hindernis überwinden mussten, um in die Wohnung zu gelangen. In 78 dieser Fälle lag ein Tageswohnungseinbruch vor, das heißt der Einbruch erfolgte zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr (2016: 47 Fälle). Hier ist also ein Anstieg um 66,0 Prozent feststellbar. Allerdings ist hier auch positiv zu vermerken, dass 47,4 Prozent aller Tageswohnungseinbrüche aufgeklärt werden konnten.


Horst Kretzschmar: „Die eigene Wohnung ist etwas sehr Intimes, zu der nicht jeder Zugang hat – sondern erst nach Erlaubnis. Aber ein Einbrecher setzt sich klar und mit Gewalt darüber hinweg. Das empfinden Betroffene als einen Kontrollverlust, der ihnen Angst macht. Daher bleibt dieses Deliktsfeld für uns der absolute Schwerpunkt, dem wir insbesondere mit der verstärkten Präsenz der Kollegen der Bereitschaftspolizei begegnen werden.“

Die Anzahl der Fälle bei den Diebstählen in oder aus Böden, Kellern und Waschküchen blieb gegenüber dem Vorjahr annähernd gleich. Hier stehen 344 Fälle aus dem Jahr 2017 der Zahl von 338 Fällen im Jahr 2016 gegenüber. Insgesamt 55 Fälle konnten davon aufgeklärt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 16 Prozent.

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2017 stieg die Rauschgiftkriminalität um 13,6 Prozent auf 460 Fälle (2016: 405). Zu berücksichtigen ist, dass deren Ausmaß vom polizeilichen Kontroll- und Feststellungsverhalten beeinflusst wird.

Die Aufklärungsquote betrug 95,7 Prozent (2016: 96,8 Prozent). Die Polizei ermittelte 429 Tatverdächtige (2016: 375). Dabei stehen 377 männliche Tatverdächtige 52 weiblichen Tatverdächtigen gegenüber. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 12,4 Prozent (2016: 9,3 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (so genannte Konsumentendelikten) stieg auf 373 Fälle (2016: 334). Die Fallzahl beim unerlaubten Handel oder Schmuggel von Betäubungsmitteln blieb mit 36 Fällen gegenüber dem Jahr 2016 mit 35 Fällen quasi gleich.

Insgesamt wurden im Landkreis Meißen 115 Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2016: 120) und 16 Fälle des Handels bzw. Schmuggels von Crystal (2016: 14 Fälle) festgestellt. Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Cannabis und dessen Zubereitungen unterlagen einem erneuten Anstieg von 23,7 Prozent auf 214 Fälle (2016: 173 Fälle).

Im Landkreis Meißen wurden durch die Polizeidirektion Dresden unter anderem ca. 13,7 Kilogramm Marihuana, ca. 96 Gramm Haschisch und ca. 176 Gramm Crystal sichergestellt.

Es wurde kein Drogentoter registriert (2016: 1).

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten sank auf 334 Fälle (2016: 364). Bei einer Aufklärungsquote von 86,5 Prozent sind 340 Tatverdächtige (2016: 353) ermittelt worden. Davon waren 117 Tatverdächtige nichtdeutsch (2016: 111), was einem Anteil von 34,4 Prozent (2016: 31,4 Prozent) entspricht.

243 Fälle aller registrierten Gewaltdelikte (2016: 239 Fälle) waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Weitere 74 Fälle (2016: 97 Fälle) waren Raubdelikte. Es wurden drei Mord- und Totschlagdelikte (2016: 5 Fälle) registriert. 

Wirtschaftskriminalität

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurden 124 Delikte (2016: 80) registriert, das entspricht einem Anstieg um 55,0 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 97,6 Prozent (2016: 97,5 Prozent). 77 Tatverdächtige wurden ermittelt.

Der finanzielle Schaden betrug rund 3,8 Millionen Euro (2016: 3,3 Millionen Euro). Rund 3,0 Millionen Euro darunter sind infolge von Insolvenzverschleppung entstanden (2016: 3,1 Millionen). Damit verursachte rund 1,6 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen 37,2 Prozent des registrierten Gesamtschadens.

Straßenkriminalität

Die Straßenkriminalität sank auf 2.278 Fälle (2016: 2.565). Hier konnte jedoch die Aufklärungsquote von 22,0 Prozent aus dem Jahr 2016 auf 27,2 Prozent verbessert werden. Insgesamt wurden 541 Tatverdächtige (2016: 525) ermittelt. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen in diesem Bereich betrug 21,1 Prozent (2016: 19,4 Prozent).

Massenkriminalität

Bei den Sachbeschädigungen sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik 1.522 Fälle (2016: 1.596 Fälle) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt bei 37,1 Prozent und stieg damit gegenüber dem Vorjahr (2016: 28,4 Prozent). In rund 22,6 Prozent der Fälle handelte es sich um Sachbeschädigungen an Kfz.

Bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung sank die Zahl der erfassten Fälle auf 321 (2016: 342 Fälle). Dies entspricht einem Rückgang um 6,1 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 35,8 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr davor. Es konnten 71 Tatverdächtige ermittelt werden (2016: 33), die zu 77,5 Prozent aus dem Bereich der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden kamen.

Die Anzahl der angezeigten Beförderungserschleichungen stieg gegenüber dem Vorjahr an und lag bei 534 Fällen (2016: 486). Insgesamt wurden 343 Tatverdächtige ermittelt, von denen 113 nichtdeutsche Tatverdächtige waren.


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