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Einsatz Ortsderby: Auseinandersetzung und Sachbeschädigung im Vorfeld, Beleidigungen gegen die Polizei im Stadion

Verantwortlich: Alexander Bertram
Stand: 06.10.2019, 17:35 Uhr

Am heutigen Tag fand im Alfred-Kunze-Sportpark das erste Ortsderby dieser Saison im Ligabetrieb der Fußball-Regionalliga Nordost zwischen der BSG Chemie Leipzig und 1. FC Lokomotive Leipzig statt. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Einsatz. 

Der Empfehlung der Polizei, das Kontingent an Gästekarten auf 250, statt der 500 üblichen, zu begrenzen, kam der Fußballverband nach. Die Begrenzung führte im Vorfeld zu starken Diskussionen unter den Anhängern beider Vereine.  Der 1. FC Lokomotive Leipzig verzichtete schließlich auf die begrenzten Gästekarten. Stattdessen lud der Verein seine Anhänger ins eigene Stadion ein, um die TV-Übertragung des Spiels zu schauen. Der Einladung folgten nach Angaben des Veranstalters ca. 1000 Personen. Im Alfred-Kunze-Sportpark verfolgten ca. 4500 Personen das Spiel.

Es gab in der Nacht vor dem Spiel eine Auseinandersetzung zwischen den Fanlagern und eine Sachbeschädigung am Gebäude des Leutzscher Rathauses und der Straße davor.

Gegen 23:40 Uhr trafen zwei größere Gruppen (lt. Zeugenaussagen je 20-30 Personen) in der Georg-Schwarz-Straße aufeinander. Es kam zur körperlichen Auseinandersetzung. Pyrotechnik wurde gezündet. Die Polizei geht gegenwärtig von einem direkten Bezug der Auseinandersetzung zum Ortsderby aus. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Landfriedensbruch aufgenommen.

Vor dem Leutzscher Rathauses hatten Unbekannte gegen 05:00 Uhr blaue und gelbe Farbe ausgeschüttet und großflächig auf der Straße und der Fassade des genannten Gebäudes verteilt. Die Farbe musste durch eine Spezialfirma entfernt werden.

Zu Beginn des Spieles wurde durch die BSG-Fans eine großflächige Choreographie gezeigt, bei der auf mehreren offen eingebrachten Fahnen der Schriftzug „ACAB“ gebildet wurde. Parallel wurde „All Cops are Bastards“ skandiert. Weiterhin wurden Transparente mit der Aufschrift: „Bullenschweine, ob euer Konzept aufgeht, seht ihr wenn der Rauch aufgeht" gezeigt. Verein und Ordner unterbanden dies nicht. Erst nach polizeilicher Aufforderung an den Sicherheitsbeauftragten wendete sich der Stadionsprecher an die Fans mit einer Unterlassungsaufforderung. Die Polizei hat den Vorfall der Verbandsaufsicht gemeldet.

Darüber hinaus wurden im Vorfeld unentdeckt fernzündbare Rauchkörper im Bereich des Gästeblocks angebracht. Zu Spielbeginn wurden diese unmittelbar vor einem Kamerateam des MDR gezündet.

Hintergrundinformationen:

Das Ortsderby gilt seit jeher als Risikospiel. Die Anhänger beider Vereine sind sich traditionell feindlich gesinnt. Zudem schlagen sich immer wieder Anhänger zahlreicher anderer Vereine auf die eine oder andere Seite. Bei unkontrollierten Aufeinandertreffen beider Fangruppierungen muss mit sofortigen körperlichen Auseinandersetzungen gerechnet werden.

Bei den vergangenen Ortsderbys kam es immer wieder zu Störungen und Auseinandersetzungen. Am 22.11.2017 versuchten die Anhänger beider Vereine im Bruno-Plache-Stadion in den jeweiligen gegnerischen Fanblock zu gelangen. Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Fall des Landfriedensbruchs,  Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Körperverletzung ein. Beim Pokalspiel am 15.12.2018 verzichteten die LOK-Fans auf eine Teilnahme am Ortsderby im Alfred-Kunze-Sportpark. Nur vereinzelte Gäste waren an diesem Tag im VIP Bereich. Ca. 200 Anhänger der BSG Chemie versuchten in diesen Bereich zu gelangen. Ein Aufeinandertreffen der Fanlager konnte nur durch Ordnungsdienst und den schnellen Einsatz der Bereitschaftspolizei verhindert werden.

Bereits im Vorfeld des aktuellen Derbys eskalierten Aufeinandertreffen der Fanlager. Am 01.09.2019, gegen 10.45 Uhr griffen etwa 35 Vermummte am Bahnhof Neukieritzsch einen S-Bahn Zug mit Fans des 1.FC Lok Leipzig an. Dabei wurde Pyrotechnik in den Zug geworfen. Mindestens ein Fahrgast erlitt ein Knalltrauma. Dass es keine größeren Schäden gab, war maßgeblich dem schnellen Handeln der Zugbegleiter/ des Lokführers zu verdanken, die die Türen schnell schlossen und den Zug abfahren ließen. Augenscheinlich waren die Angreifer dem Fanlager der BSG Chemie Leipzig zu zuordnen.

Am gleichen Tag griffen mehrere vermummte Personen aus dem Fanlager der BSG Chemie Leipzig LOK-Anhänger in einem Mehrfamilienhaus in Leipzig-Gohlis an. Es kam zur körperlichen Auseinandersetzung.

In den frühen Morgenstunden des 07.09.2019 warteten etwa 100 vermummte Personen, vermutlich dem Fanlager des 1.FC Lok Leipzig zu zuordnen, am S-Bahnhaltepunkt Leipzig MDR auf Fans der BSG Chemie Leipzig, die von einem Fußballspiel aus Franktfurt/M. zurück kamen. Laut Zeugenaussagen kam es zu Rennereien. Ob es körperliche Auseinandersetzungen gab, konnte nicht festgestellt werden. (Ber)

 


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