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Polizeidirektion Leipzig - Sicherheitslage 2019

Verantwortlich: Philipp Jurke, Olaf Hoppe
Stand: 31.03.2020, 17:43 Uhr

Polizeiliche Kriminalstatistik 2019 – Sicherheitslage für die Polizeidirektion Leipzig

Polizeipräsident Schultze: „Straftatenniveau auf niedrigstem Stand der letzten Jahre“


Die Zahl der Straftaten im Dienstbezirk der Polizeidirektion Leipzig ist gegenüber dem Vorjahr marginal gesunken. Im Jahr 2019 wurden 98.688 Fälle registriert, 66 weniger als im Jahr davor (Rückgang -0,1 Prozent). Auf 100.000 Einwohner entfielen 9.459 Straftaten (Vorjahr: 9.516 Straftaten). 48,5 Prozent der Straftaten wurden aufgeklärt. Die Aufklärungsquote fiel leicht um 1,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 29.661 Täter zu 47.874 aufgeklärten Fällen ermittelt.

Für die kreisfreie Stadt Leipzig wurden 71.696 Fälle (Vorjahr: 72.045 Fälle; bzw. -0,5 Prozent) erfasst. Mit 45,9 Prozent fiel die Aufklärungsquote bei abnehmenden Fallzahlen niedriger als im Vorjahr (46,8 Prozent) aus.

Für den Landkreis Leipzig (13.984 Fälle) sanken die registrierten Fälle um 1,4 Prozent (Vorjahr: 14.180 Fälle). Die Aufklärungsquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 55,9 Prozent (Vorjahr: 55,7 Prozent).

Im Landkreis Nordsachsen (13.008) stieg die Anzahl der registrierten Fälle um 3,8 Prozent (Vorjahr: 12.529 Fälle). Die Aufklärungsquote fiel auf 54,9 Prozent (Vorjahr: 59,1 Prozent). Die Zunahme der Fallzahlen ist in erster Linie im Bereich der Stadt Torgau zu verorten (2019: 2.798 Fälle; 2018: 2.134 Fälle).

Der Leiter der Polizeidirektion Leipzig, Polizeipräsident Torsten Schultze: „Die für 2019 vorliegende Polizeiliche Kriminalstatistik weist mit 98.688 Fällen den niedrigsten Stand der letzten Jahre aus. Sie folgt damit dem sachsenweiten Trend. Besonders die Wohnungseinbrüche und Rohheitsdelikte sind erheblich rückläufig und dürften sich positiv auf das Sicherheitsempfinden auswirken – wirken doch gerade Wohnungseinbrüche hoch emotional belastend für die Betroffenen. Die Zunahme der Fallzahlen im Landkreis Nordsachsen reflektiert auch die Anstrengungen des Polizeivollzugsdienstes und anderer gesellschaftlicher Partner vor Ort, bis hin zum Kommunalen Präventionsrat der Stadt Torgau, die unternommen wurden, um den dortigen lokalen Schwerpunkt nachhaltiger angehen zu können. Diese Arbeit muss konsequent fortgesetzt werden.“

Kriminalitätsentwicklung Eigentumskriminalität:


Die Eigentumskriminalität stieg direktionsweit auf 48.952 Fälle (Vorjahr: 47.770 Fälle). Sie weist weiterhin den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität (49,6 Prozent) auf.

Beim Diebstahl in/aus Wohnungen ist ein erheblicher Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen (2019: 1.982 Fälle, 2018: 2.543 Rückgang um 22,1%).

Dies gilt auch für den Diebstahl von Kfz (2019: 560 Fälle, 2018: 679 Fällen, Rückgang um 17,5%) und den Diebstahl an/aus Kfz (2019: 5.815 Fälle, 2018: 6.335 Fällen, Reduktion um 8,2%).

Torsten Schultze: Mir ist es ein wichtiges Anliegen, diese Zahlen auch zukünftig weiter zu senken, indem wir durch hohe Polizeipräsenz eine abschreckende Wirkung entfalten, die Diebstähle für Kriminelle noch unattraktiver macht. Einen wichtigen Beitrag leisten hierbei auch unsere polizeilichen Beratungen zur verbesserten Eigentumssicherung und zur Nachbarschaftshilfe, die die Bürgerinnen und Bürger schulen und für derartige Delikte sensibilisieren. Zudem liefern Hinweise von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern wichtige Ermittlungsansätze und helfen uns bei der Aufklärung von Straftaten.“

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig wurden 2019 insgesamt 12.084 Fahrraddiebstähle registriert. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2018 um 12,9 Prozent (10.699 Fälle). Der Fahrraddiebstahl findet nicht nur auf der Straße statt: Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3.383 dieser Fahrräder aus Böden/Kellern/Waschküchen (2018: 2.722) entwendet. Bei sachsenweit 21.021 Fahrraddiebstählen wurde demnach mehr als jeder zweite Fahrraddiebstahl im Freistaat Sachsen im Dienstbezirk der Leipziger Polizei registriert.

Torsten Schultze: „Ein Brennpunkt bleiben die steigenden Fallzahlen der Fahrraddiebstähle. Mehr als die Hälfte der im Freistaat gestohlenen Fahrräder werden in der Polizeidirektion Leipzig entwendet, vornehmlich im Leipziger Stadtgebiet. Dies bleibt eine Herausforderung, der wir uns mit polizeilicher Präsenz und konzentrierter Ermittlungsarbeit stellen. Ein Ansatz ist die Reduzierung von Tatgelegenheitsstrukturen. Wir alle sind aufgefordert, Anstrengungen zu unternehmen, um Fahrraddiebstählen besser vorzubeugen.“

Kriminalitätsentwicklung Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit:

Für diese Deliktsgruppe ist ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen zu konstatieren, auch wenn in etwa jedes zehnte Delikt auf sie entfiel. Mit 10.215 Fällen im Jahr 2019 ist hier eine Abnahme von 448 Fällen (-4,2 %) zu verzeichnen. Die Rohheitsdelikte verteilten sich im Wesentlichen wie folgt:

  • Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff auf Kraftfahrer: 574 Fälle
    (Vorjahr: 665 Fälle; Rückgang um -91 Fälle),
  • gefährliche/schwere Körperverletzung: 1.842 Fälle
    (Vorjahr: 1.906 Fälle; Rückgang um -64 Fälle),
  • Nötigung: 1.222 Fälle
    (Vorjahr: 1.282 Fälle; Rückgang um -60 Fälle),
  • Bedrohung: 1.190 Fälle
    (Vorjahr: 1.224 Fälle; Rückgang um -34 Fälle),
  • Stalking: 273 Fälle
    (Vorjahr: 335 Fälle; Rückgang um -62 Fälle).

Kriminalitätsentwicklung Sachbeschädigungsdelikte:

Mit 10.039 Fällen wurden im Jahr 2019 mehr Fälle (+383) zur Anzeige gebracht als 2018. Schwerpunktfeld innerhalb der Deliktsgruppe blieben Sachbeschädigungen durch Graffiti mit 3.012 (Vorjahr: 3.044) Fällen.

Kriminalitätsentwicklung Vermögens- und Fälschungsdelikte:

Auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte waren insgesamt rückläufig (13.693 Fälle; Abnahme um 738 Fälle bzw. -5,1 Prozent). Innerhalb der Deliktsgruppe waren insbesondere der sonstige Warenkreditbetrug (-220 Fälle) und Betrugsdelikte mit rechtswidrig erlangten unbaren Zahlungsmitteln (-104 Fälle) rückläufig. Bei Letzterem handelt es sich um einen Kriminalitätsbereich, der kaum existent wäre, wenn das PIN-Verfahren für derartige Geldtransaktionen verbindlich eingeführt würde.

Kriminalitätsentwicklung Rauschgiftdelikte:

Mit 3.785 Fällen waren im Jahr 2019 insgesamt 101 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum festzustellen (+2,7 Prozent). Die Zunahme entfiel maßgeblich auf die Betäubungsmittel Methamphetamin [Crystal] (+107 Fälle), Kokain (+35 Fälle) und Heroin (+22 Fälle). Insgesamt zehn Rauschgifttote, wie im Vorjahr, und die anhaltend hohen Sicherstellungsmengen verdeutlichen nicht nur den polizeilichen Handlungsbedarf.

Tatverdächtige:

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig wurden im vergangenen Jahr 29.661 Tatverdächtige und damit 661 weniger als im Jahr 2018 ermittelt.Die Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger betrug 8.461 und mithin 341 (-3,9 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Hiervon wurden 2.748 nichtdeutsche Tatverdächtige wegen ausländerrechtlicher Delikte registriert (Vorjahr: 3.134).

Für den Leiter der Polizeidirektion, Torsten Schultze, steht fest: Die Bekämpfung von Kriminalität und die Steigerung des Sicherheitsgefühls ist letztendlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich bedanke mich deshalb für das stete Engagement und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeidirektion Leipzig sowie bei allen, die im vergangenen Jahr zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung in der Region Leipzig beigetragen haben. Diese Mitwirkung ist ein entscheidender Faktor für die Sicherheitslage und das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung. Gleichwohl ist es wichtig, dass wir und alle Partner in ihren Anstrengungen nicht nachlassen - die Kriminalitiätsbelastung ist weiterhin viel zu hoch!“

Weitere Informationen sind unter https://www.polizei.sachsen.de/de/71683.htm veröffentlicht. (pj,oh)


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