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Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 | Landkreis Meißen

Medieninformation: 152/2021
Verantwortlich: Thomas Geithner
Stand: 12.03.2021, 10:19 Uhr

Landkreis Meißen

Polizeiliche Kriminalstatistik 2020

Polizeipräsident Jörg Kubiessa:
„Die Kriminalitätsentwicklung wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Sehr deutlich wurde das im vergangenen Jahr, denn die Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen hatten ganz unterschiedliche Auswirkungen. So sorgten beispielsweise die bei unseren Kontrollen festgestellten Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz für einen statistischen Kriminalitätsanstieg. Auswirkungen gibt es aber auch in die andere Richtung. Weniger Mobilität aufgrund von Ausgangsbeschränkungen könnte eine Erklärung für den statistischen Rückgang im Bereich der Straßenkriminalität sein."

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung

Im Landkreis Meißen wurden 2020 insgesamt 11.529 Straftaten (2019: 10.959; 2018: 10.574) erfasst. Dies sind 570 Fälle mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung um 5,2 Prozent. Damit hat sich die Fallzahl erneut leicht erhöht.

Im Landkreis spielen Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmungen eine untergeordnete Rolle, so dass es sich bei 99,3 Prozent dieser Fälle um Straftaten der Allgemeinen Kriminalität handelt und nur 0,7 Prozent ausländerrechtliche Verstöße darstellen.

Die Häufigkeitszahl, die angibt wie viele Straftaten rechnerisch auf 100.000 Einwohner entfallen, stieg 2020 auf 4.770 (2019: 4.525).

Insgesamt 7.392 Straftaten (2019: 6.566) konnten aufgeklärt werden. Die Gesamtaufklärungsquote lag damit bei 64,1 Prozent (2019: 59,9 Prozent).

Von den 5.011 ermittelten Tatverdächtigen (2019: 4.443) waren 76,1 Prozent männlichen und 23,9 Prozent weiblichen Geschlechts.

Die Zahl nichterwachsener Tatverdächtiger stieg erstmals wieder an. Neben 183 Kindern (2019: 157) wurden 442 Jugendliche (2019: 392) und 379 Heranwachsende (2019: 312) als Tatverdächtige ermittelt.

Im Jahr 2020 wurden 810 nichtdeutsche Tatverdächtige (2019: 726) ermittelt. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen lag somit bei 16,2 Prozent (2019: 16,3 Prozent). Im Bereich der Allgemeinen Kriminalität stieg die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 666 im Jahr 2019 auf 753 im Jahr 2020. Prozentual hat sich aber nichts verändert, in beiden Jahren lag der Anteil bei 15,2 Prozent aller ermittelten Tatverdächtigen.

Die Zahl der Opfer von Straftaten stieg erneut leicht auf nunmehr 2.082 (2019: 2.053). Insgesamt 1.195 Opfer (57,4 Prozent) waren männlichen und 887 Opfer (42,6 Prozent) weiblichen Geschlechts. Darunter befanden sich 199 Kinder (2019: 181), 189 Jugendliche (2019: 172), 139 Heranwachsende (2019: 149) und 191 Personen (2019: 173), die zum Zeitpunkt der Tat 60 Jahre oder älter waren. Insgesamt wurden 1.555 Erwachsene (2019: 1.551) Opfer einer Straftat.

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden sank auf rund 7,9 Millionen Euro (2019: 16,0 Millionen Euro).

Ausgewählte Kriminalitätsbereiche

Eigentumskriminalität

Im Landkreis Meißen bildet die Gesamtheit aller Diebstahlsdelikte nach wie vor den Hauptteil der Gesamtkriminalität. Der Anteil an der Gesamtkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beträgt 33,7 Prozent (2019: 38,3 Prozent). Die Fallzahlen vom Vorjahr sanken 2020 auf 3.891 Fälle (2019: 4.193). Dies ist die niedrigste Fallzahl der vergangenen zehn Jahre. Die Anzahl der aufgeklärten Fälle lag im Landkreis bei
1.428 (2019: 1.300) und damit einhergehend betrug die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich 36,7 Prozent (2019: 31,0 Prozent).

Die Diebstähle setzten sich zusammen aus 1.835 Diebstählen ohne erschwerende Umstände (2019: 1.878), die damit um 2,3 Prozent sanken. Hinzu kamen 2.056 besonders schwere Diebstähle (2019: 2.315), die um 11,2 Prozent gesunken sind.

Ein Schwerpunkt im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken, die bei registrierten 840 Fällen (2019: 799) leicht über dem Niveau des Vorjahres liegen und um 5,1 Prozent angestiegen sind.

Weitere Schwerpunkte sind die Fahrraddiebstähle mit 585 Fällen (2019: 699) und Diebstähle in bzw. aus Böden, Keller oder Waschküchen mit 408 Fällen (2019: 365 Fälle). Allerdings ist bei den Fahrraddiebstählen ein Rückgang der Fallzahlen um 16,3 Prozent eine positivere Bilanz als bei dem anderen Deliktfeld, bei dem die Fallzahlen um 11,8 Prozent anstiegen.

Die Aufklärungsquoten lagen bei allen drei Deliktfeldern über den Vorjahreswerten. Sie betrugen für die Diebstähle aus Geschäften oder Kiosken 72,3 Prozent (2019: 68,8 Prozent), bei den Fahrraddiebstählen 26,5 Prozent (2019: 15,5 Prozent) und bei den Diebstählen in oder aus Böden, Kellern, Waschküchen 27,7 Prozent (2019: 25,2 Prozent).

Bei den Diebstählen von Kraftfahrzeugen, einschließlich der unbefugten Benutzung, sanken die Fallzahlen erneut um 10 Fälle auf nunmehr 59 Fälle (2019: 69), damit liegt ein Rückgang um 14,5 Prozent vor. Insgesamt konnten 23 Fälle aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 33,3 Prozent entspricht und damit um 8,6 Prozentpunkte weniger ist als 2019. Die Diebstähle an oder aus Kfz sanken mit 381 Fällen (2019: 501) auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Die Aufklärungsquote betrug hier 15,5 Prozent, das sind 3,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (12,4 Prozent).

Die Fallzahlen des Ladendiebstahls stehen in direktem Zusammenhang mit den erwähnten Diebstählen in/aus Geschäften und Kiosken. Hier ist gegenüber dem Jahr 2019 mit 566 Fällen ein Anstieg um 7,1 Prozent auf 606 Fälle zu verzeichnen. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg in diesem Bereich von 99 auf 106 ermittelte Personen. Damit liegt ihr Anteil mit 25,0 Prozent nach wie vor über dem Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an der Gesamtkriminalität.

Die Zahl der Diebstähle in/aus Büros, Lagern und Werkstätten fiel im Jahr 2020 um 29 auf 219 Fälle (2019: 248 Fälle). Dies entspricht einem Rückgang um 11,7 Prozent. Bei der Aufklärung von 29,2 Prozent dieser Fälle konnten 59 Tatverdächtige ermittelt werden.

Die Zahl der Diebstähle in/aus Wohnungen ist im Jahr 2020 auf 253 Fälle gesunken (2019: 291 Fälle). Dabei handelte es sich in 120 Fällen um Diebstähle ohne erschwerende Umstände (2019: 135 Fälle), bei denen die Täter entweder zugangsberechtigt waren oder ungehindert in das Tatobjekt Wohnung gelangen konnten.

Jörg Kubiessa: „Wohnungseinbrüche werden durch die Kriminalpolizei bearbeitet. Durch die zentrale Bearbeitung aller Wohnungseinbrüche durch die Kriminalpolizei lassen sich am besten wiederkehrende Begehungsweisen erkennen und Taten zusammenführen. Mit der Aufklärung von zwei Drittel aller Wohnungseinbrüche sehe ich eine Bestätigung für diesen Ansatz."

Dem gegenüber stehen 133 Fälle von Wohnungseinbrüchen (2019: 156 Fälle), bei denen die Täter ein Hindernis überwinden mussten, um in die Wohnung zu gelangen. In 58 dieser Fälle lag ein Tageswohnungseinbruch vor, das heißt der Einbruch erfolgte zwischen 06:00 Uhr und 21:00 Uhr (2019: 74 Fälle). Hier ist also ein Rückgang um 21,6 Prozent feststellbar.

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2020 stieg die Rauschgiftkriminalität um 7,8 Prozent auf 539 Fälle (2019: 500) an. Zu berücksichtigen ist, dass deren Ausmaß vom polizeilichen Kontroll- und Feststellungsverhalten beeinflusst wird. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Rauschgiftdelikte. In nur 3 Fällen handelt es sich um sogenannte direkte Beschaffungskriminalität, über das Ausmaß der indirekten Beschaffungskriminalität4 liefert die Polizeiliche Kriminalstatistik keine exakten Angaben.

Jörg Kubiessa: „Bei Rauschgiftkriminalität handelt es sich um Kontrollkriminalität. Gerade aufgrund der verstärkten Kontrollen im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung haben wir als Beifang wiederholt Betäubungsmittel festgestellt. So betrifft der Anstieg letztlich auch fast ausschließlich Konsumentendelikte in Form des Besitzes von Cannabisprodukten."

Die Aufklärungsquote betrug 88,7 Prozent (2019: 92,0 Prozent). Die Polizei ermittelte 460 Tatverdächtige (2019: 421). Dabei stehen 383 männlichen Tatverdächtigen 77 weibliche Tatverdächtige gegenüber. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt bei 11,7 Prozent (2019: 14,0 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (so genannte Konsumentendelikte) stieg auf 463 Fälle (2019: 403). Die Fallzahl beim unerlaubten Handel oder Schmuggel von Betäubungsmitteln sank dagegen um 4 Fälle auf 28 Fälle gegenüber dem Jahr 2019 mit 32 Fällen.

Insgesamt wurden im Landkreis Meißen 115 Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Crystal (2019: 111) und 6 Fälle des Handels mit Crystal (2019: 7 Fälle) festgestellt. Allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Cannabis und dessen Zubereitungen stiegen um 20,1 Prozent auf 275 Fälle (2019: 229 Fälle). Beim Handel bzw. Schmuggel von Cannabis blieb die Fallzahl fast gleich, sie fiel lediglich von 21 Fällen im Jahr 2019 auf 19 Fälle im Jahr 2020. Prozentual entspricht das einem Rückgang um 9,5 Prozent.

Im Landkreis Meißen wurden durch die Polizeidirektion Dresden unter anderem ca. 9,4 Kilogramm Marihuana, 1,0 Kilogramm Haschisch, 104 Gramm Crystal, 411 Gramm Amphetamin und 1.008 Tabletten von Drogenersatzstoffen sichergestellt.

Es wurden im Bereich des Landkreises im Jahr 2020 zwei männliche Drogentote im Alter von 44 bzw. 45 Jahren registriert (2019: 0).

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten stieg im Jahr 2020 auf 300 Fälle (2019: 271). Bei einer Aufklärungsquote von 87,3 Prozent sind 308 Tatverdächtige (2019: 249) ermittelt worden. Davon waren 68 Tatverdächtige nichtdeutsch (2019: 71), was einem Anteil von 22,1 Prozent (2019: 28,5 Prozent) entspricht.

212 Fälle aller registrierten Gewaltdelikte (2019: 201 Fälle) waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Weitere 70 Fälle (2019: 49 Fälle) waren Raubdelikte. Es wurden keine Mord- und Totschlagdelikte (2019: 2 Fälle) registriert.

Wirtschaftskriminalität

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurden 104 Delikte (2019: 90) registriert, das entspricht einem Anstieg um 15,6 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich betrug 100,0 Prozent (2019: 97,8 Prozent). 57  Tatverdächtige wurden ermittelt.

Durch 95 Fälle aus dem Sektor der Wirtschaftskriminalität wurde ein Schaden von rund 1,4 Millionen Euro (2019: 8,2 Millionen Euro) verursacht. Etwa 1,1 Millionen Euro darunter sind infolge von 41 Insolvenzstraftaten entstanden (2019: 7,3 Millionen).

Straßenkriminalität

Die Straßenkriminalität sank auf 1.945 Fälle (2019: 2.097), von denen 555 Fälle aufgeklärt werden konnten.

Jörg Kubiessa: „Damit fiel die Zahl erstmals in den vergangenen zehn Jahren unter die 2000er Marke. Dieses Rekordtief ist deshalb so wichtig, weil Straftaten im öffentlichen Raum die größten Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl haben. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich daraus tatsächlich ein positiver Trend ableiten lässt oder die geringen Fallzahlen eine Folge der geringeren Mobilität aufgrund der Pandemie sind."

Die Aufklärungsquote lag bei 28,5 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt wurden 528 Tatverdächtige (2019: 428) ermittelt. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen in diesem Bereich betrug 20,8 Prozent (2019: 18,7 Prozent).

Massenkriminalität

Bei den Sachbeschädigungen sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik 1.494 Fälle (2019: 1.310 Fälle) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote liegt bei 33,1 Prozent und sank damit nur unmerklich um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (2019: 33,5 Prozent). In rund 31,5 Prozent der Fälle handelte es sich um sonstige Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen (2019: 34,7 Prozent), weitere 24,1 Prozent entfallen auf Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (2019: 22,1 Prozent).

Bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung stieg die Zahl der erfassten Fälle auf 281 (2019: 243). Dies entspricht einem Anstieg um 15,6 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 16,0 Prozent und war damit 9,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. 2020 konnten 45 Tatverdächtige ermittelt werden (2019: 47), die zu 71,1 Prozent aus dem Bereich der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden kamen (2019: 63,8 Prozent).

Die Anzahl der angezeigten Beförderungserschleichungen stieg gegenüber dem Vorjahr und lag bei 424 Fällen (2019: 352). Insgesamt wurden 310 Tatverdächtige ermittelt, von denen 110 nichtdeutsche Tatverdächtige waren.

Straftaten nach Infektionsschutzgesetz

In diesem Bereich gab es die letzten Male 2011 und 2012 je einen Fall, der in der Polizeilichen Kriminalstatistik abgebildet wurde. Im Verlauf des Jahres 2020 fanden aber aufgrund von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nunmehr 171 Fälle ihren Niederschlag in der Statistik. 170 dieser Fälle wurden aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 99,4 Prozent entspricht. Es wurden insgesamt 305 Tatverdächtige ermittelt, die zu 70,2 Prozent zur Gruppe der Erwachsenen gehörten und zu 27,9 Prozent zur Gruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen. Überwiegend handelt es sich um männliche Tatverdächtige, ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen beträgt 76,4 Prozent.

Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz fallen in der Polizeilichen Kriminalstatistik unter den Summenschlüssel der Umweltkriminalität. (tg)







 


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