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Spenden Sie – aber richtig!

Verantwortlich: LKA Sachsen
Stand: 23.12.2021, 13:12 Uhr

Unseriöse Sammler erkennen - Das LKA Sachsen informiert zum Thema Spendenbetrug

Hungernde, unterernährte Kinder, offenkundige Folteropfer, eingesperrte oder gequälte Tiere – Bilder die uns emotional erreichen, Nachdenklichkeit und Betroffenheit auslösen.

Spendenbetrüger wissen ganz genau, welche Auslöser die Spendenbereitschaft und Freigiebigkeit befördern.

Sie sprechen ihre potenziellen Opfer auf der Straße, in Fußgängerzonen, Ladenpassagen, Supermärkten, Banken und Bahnhöfen an. Vorgezeigte Spendenlisten, auf welchen bereits Spender und Geldbeträge eingetragen sind, werden zum Zwecke der guten Reputation vorgezeigt - zur „Orientierung" und Deklaration der Seriosität des jeweiligen Anliegens.

Angebliche Mitarbeiter bekannter Organisationen melden sich direkt und ungefragt an der Haustür. Die meist lebensälteren Opfer werden mit einfachen psychologischen Mitteln (Zukunftsangst, drohende Einschränkungen oder Hilfsbedürftigkeit) zu Dauerspenden oder Fördermitgliedschaften überredet, welche entsprechende Vorteile bieten, sollte man selber betroffen sein. Ablenkung und Täuschung dienen auch als Türöffner für parallele Diebstahlshandlungen.

Spendenbetrug erfolgt übrigens nicht nur vor Ort. Post- oder Onlineaufrufe sind die zeitgemäßen Kommunikationswege, welche die Betrüger auch entsprechend intensiv benutzen. Dabei ist eine eigene Homepage kein Garant für die Vertrauenswürdigkeit einer Organisation. Professionell gestaltete Internetseiten können zwar einen seriösen Eindruck vermitteln, das befreit aber nicht davon, auch hinter die Kulissen zu blicken und zu prüfen, ob im Impressum ein Ansprechpartner sowie eine ordentliche Adresse genannt sind. Wer Zweifel hegt, sollte weitere Informationen wie Satzung, Jahresbericht usw. betrachten und sich darüber informieren, was andere Quellen im Internet zu der jeweilige Organisation und ihren Aktivitäten berichten. Das gilt auch für die zahlreichen über soziale Medien verbreitete Spendenaufrufe oder Kaufangebote, deren Erlöse ausschließlich gespendet werden sollen.

Auszeichnungen und Gütesiegel, welche tatsächlich Wert haben

Beispiele seriöser Bewerter und Prüfer finden Sie z.B. hier:

  • Das DZI vergibt ein Spendensiegel, wofür Organisationen ein freiwilliges Prüfverfahren durchlaufen müssen

  • Das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates e.V. „eprüfte Transparenz" wird nach einer Qualitätskontrolle durch Wirtschaftsprüfer vergeben

  • Das Europäische Spendensiegel für Non-Profit-Organisationen 

  • Anerkennung des Kodex vom Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO)

  • Bei Transparency International Deutschland und der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) können Sie Informationen über zivilgesellschaftliche Organisationen abrufen – derzeit von immerhin über 1.400 Mitgliedern

  • Ist auf Überweisungsbelegen, die mit Spendenbriefen verschickt werden eine Steuerbefreiung deklariert, ist dem eine fiskalische Anerkennung der Gemeinnützigkeit vorausgegangen

Zahlen* und Fakten: Betrug und Diebstahl durch Spendensammler in Sachsen

Im Vergleich der Fallzahlen 2019 mit 2020 bei Betrugsdelikten im Zusammenhang mit angeblichen Spendensammlern vor Ort lässt sich feststellen, dass das Fallaufkommen in beiden Jahren in Sachsen auf einem ähnlich hohen Niveau lag - 2019 (63 Fälle), 2020 (61 Fälle). Gleiches gilt auch für die Anzahl der tatsächlich vollendeten Taten (2019 insgesamt 43 Fälle, im Jahr 2020 insgesamt 37 Fälle). Dazu gesellen sich noch sieben vollendete Diebstahlsdelikte im Jahr 2019 und derer neun im Jahr 2020.

Tipps: Unseriöse Spendensammler erkennen und sich richtig verhalten

  • Angesprochene sollten misstrauisch werden, wenn der Spendensammler sie mit besonders emotionalen Bildern oder Ansprachen sowie angsteinflößenden Botschaften konfrontiert.
  • Forsches oder gar aggressives Verhalten, das unter Druck setzt, ist ebenfalls typisch für Betrüger.
  • Wichtig: Abstand halten und das Portemonnaie nicht herausholen.
  • Im Falle massiver Bedrängung, z. B. während des Geldabhebens in der Bank, Dritte auf die Situation aufmerksam machen und die Polizei unter 110 rufen.
  • Kein Geld an unbekannte Personen oder Organisationen übergeben bzw. spenden.

 

* Grundlage der zum Zwecke der Auswertung erhobenen Daten bildet der Datenbestand des Polizeilichen Auskunftssystems Sachsen (PASS) mit Stand vom 13. Dezember 2021.


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