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Auswertung der Kriminalitätslage des Jahres 2021 im Bereich der Polizeidirektion Görlitz

Verantwortlich: Kai Siebenäuger (ks)
Stand: 06.04.2022, 14:00 Uhr

 

Auswertung der Kriminalitätslage des Jahres 2021 im Bereich der Polizeidirektion Görlitz

Anzahl der Straftaten auf unverändert niedrigem Niveau – Aufklärungsquote nähert sich der Zwei-Drittel-Marke

Mit Blick auf die Entwicklung der Kriminalität haben die Bürgerinnen und Bürger in den Landkreisen Bautzen und Görlitz im Jahr 2021 sicher gelebt. Die Anzahl der registrierten Straftaten sank im Vergleich zum Vorjahr nochmals und ist damit in den letzten zehn Jahren um rund ein Fünftel zurückgegangen. Weiterhin rückläufig war die Kriminalitätsbelastung in den insgesamt 110 Städten und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Görlitz. Demgegenüber stieg die Aufklärungsquote deutlich und liegt mit 64,9 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit in der östlichsten Polizeidirektion des Freistaates, und hier insbesondere im grenznahen Raum, bildete weiterhin die Eigentumskriminalität. Die Polizeidirektion Görlitz reagierte darauf Ende des Jahres 2019 mit besonderen und innovativen Maßnahmen.  Sowohl die Bildung der Sonderkommission Argus als auch die Errichtung einer Videosicherheitstechnik in der Stadt Görlitz wirkten sich zunehmend positiv auf die Kriminalitätsentwicklung aus.

Zudem schien auch die Corona-Pandemie zumindest temporär Einfluss auf die Kriminalitätsentwicklung gehabt zu haben.

Die folgenden statistischen Angaben zur Kriminalitätsentwicklung basieren auf der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), welche die von der Polizei abgeschlossenen Fälle im jeweiligen Jahr abbildet.

Nicht erfasst werden dabei Verkehrsstraftaten, beispielsweise Trunkenheitsfahrten oder die Gefährdung des Straßenverkehrs, sowie Staatsschutzdelikte, wie das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole. Aus den statistischen Daten können auch für regionale Bereiche nach einer Analyse und Bewertung Entwicklungen der Kriminalität und Trends abgelesen werden.

Sofern keine weiteren Bemerkungen getroffen werden, beziehen sich alle Angaben auf Straftaten, bei denen der Tatort im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Görlitz (Landkreise Bautzen und Görlitz), unabhängig von der Bearbeitungszuständigkeit, liegt. Die PKS trifft ausschließlich Aussagen zu den der Polizei bekannten Fällen, dem sogenannten Hellfeld.

Kernaussagen

Anzahl der Straftaten weiterhin auf niedrigem Niveau

Im Jahr 2021 registrierte die Polizei in Ostsachsen insgesamt 32.217 Straftaten.

Die Statistik erfasste für 2021 einen Rückgang um 1.116 Fälle auf insgesamt 32.217 Fälle, was seit 1990 den niedrigsten Wert darstellt. Seit sieben Jahren ist eine deutlich rückläufige Entwicklung zu verzeichnen. Nachdem im Jahr 2014 letztmalig die Fallbelastung auf 41.027 Fälle stieg, sank diese kontinuierlich auf nunmehr 32.217 Fälle, was einen Rückgang um 21,5 Prozent bedeutet.

Anzahl der aufgeklärten Straftaten deutlich gestiegen

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Kriminalistinnen und Kriminalisten der Polizeidirektion Görlitz erfolgreicher bei der Ermittlung von Tätern. Der Anteil der aufgeklärten Straftaten stieg um 1,5 Prozent auf 64,9 Prozent. Damit liegt der Anteil aufgeklärter Fälle mehr als fünf Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt.

Polizeipräsident Manfred Weißbach dazu: „Die erfreuliche Entwicklung der Kriminalitätszahlen im vergangenen Jahr ist uns nicht geschenkt worden. Sie ist Ergebnis der hervorragenden Arbeit der Ermittlerinnen und Ermittler in den Polizeirevieren und bei der Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Görlitz. Das kommt insbesondere bei dem hohen Anteil an aufgeklärten Straftaten zum Ausdruck. Zwar können wir u. a. in Görlitz auf die Unterstützung durch europaweit einmalige Videosicherheitstechnik bauen; letztlich aber liegt es an den Polizistinnen und Polizisten, Straftäterinnen und -täter beweissicher zu überführen. Da sind wir erneut besser geworden; das erfüllt mich mit Stolz auf meine Mannschaft. Denn wir wollen, dass die Menschen in Ostsachsen weiterhin sicher leben können.“

Kriminalitätsverteilung und Kriminalitätsbelastung ungleich verteilt

Die Kriminalitätsverteilung in den beiden Landkreisen war wie bereits in den vergangenen Jahren ungleichmäßig. Obwohl der Landkreis Bautzen mit fast 300.000 Einwohnern circa 50.000 Einwohner mehr aufweist als der Landkreis Görlitz, ist die Anzahl der erfassten Fälle hier deutlich geringer. Die PKS zählte für den Landkreis Bautzen im Jahr 2021 insgesamt 13.802 Fälle. Demgegenüber standen 18.415 Fälle im Landkreis Görlitz.

Dementsprechend sind die Bürgerinnen und Bürger in beiden Landkreisen unterschiedlich stark von Kriminalität belastet. Zur Objektivierung der Kriminalitätsbelastung dient die Häufigkeitszahl (HKZ). Diese sagt aus, wie viele Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst wurden. Demzufolge liegt die HKZ im Landkreis Bautzen bei 4.631, dagegen im Landkreis Görlitz bei 7.350. Durchschnittlich beträgt die HKZ in der Polizeidirektion Görlitz 5.873.

Die verschiedenen Delikte betreffend unterscheidet die PKS nach bestimmten Straftatenobergruppen. Die Verteilung in der Polizeidirektion Görlitz wird in folgender Übersicht deutlich.

Eigentumskriminalität stark rückläufig - niedrigster Wert seit der Wiedervereinigung

Mit einem Anteil von fast 30 Prozent aller erfassten Straftaten bleibt die Eigentumskriminalität jedoch weiterhin ein deliktischer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Bereich der Polizeidirektion Görlitz.

Im Jahr 2021 wurden 1.534 Fälle weniger registriert als 2020, was einem Rückgang um 13,8 Prozent entspricht. Diese Entwicklung spiegelte sich auch in den Gemeinden entlang der polnischen und der tschechischen Grenze wider.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Görlitz wurden im zurückliegenden Jahr vier Kraftfahrzeuge mehr gestohlen als noch im Jahr davor. Dies bedeutet ein Plus um ein Prozent. Ein deutliches  Minus konnte hingegen bei Diebstählen in/aus Wohnungen verzeichnet werden. Hier sanken die Fallzahlen um 94 Fälle bzw. 17,1 Prozent. Auch bei Fahrraddiebstählen war mit einem Minus von 193 Fällen (-11,7 Prozent) ein deutlicher Rückgang verzeichnet worden.

Trotz Rückgang bei Eigentumskriminalität – Grenzgemeinden bleiben ein Schwerpunkt polizeilicher Maßnahmen

Die Belastung mit Eigentumskriminalität ist in den Landkreisen Bautzen und Görlitz unterschiedlich stark verteilt. Schwerpunkt dabei bilden, wie auch in den vergangenen Jahren, die Gemeinden an der polnischen Grenze. Allerdings sanken auch hier die Fallzahlen der Eigentumskriminalität im Vergleich zum Vorjahr. Erfasste die PKS im Jahr 2020 hier insgesamt 3.797 Fälle der Eigentumskriminalität, so fiel deren Anzahl im folgenden Jahr auf insgesamt 3.267 Fälle. Das entspricht einem Rückgang um 14 Prozent. In den Gemeinden entlang der tschechischen Grenze gingen die Fallzahlen um 82 Fälle zurück, was einem Minus von 10,4 Prozent entspricht.

Den zahlenmäßig oberen Wert im Bereich der Eigentumskriminalität bildete im Jahr 2021 mit einer Häufigkeitszahl von 4.018 die Stadt Zittau, gefolgt von Görlitz mit 3.628 (HKZ = Fälle je 100.000 Einwohner). Die Gemeinde auf dem nächsten Rang war Hoyerswerda mit einer HKZ von 3.190. Auf den nächsten drei Plätzen folgten Seifhennersdorf (2.789), Löbau (2.704) und Neißeaue (2.560).

Anzahl der Straftaten häuslicher Gewalt

Im vergangenen Jahr wurden in den Landkreisen Bautzen und Görlitz insgesamt 1.354 Gewaltstraftaten im häuslichen Bereich registriert. Im Vergleich zu 2020 bedeutet dies einen leichten Zuwachs um 16 Fälle (+ 1,2%). Es kann davon ausgegangen werden, dass die Corona-Pandemie damit einen nur geringen Einfluss auf die Straftaten häuslicher Gewalt ausübte.

Deliktgruppen

Fallzahlen

Körperverletzungen

837

darunter

 

- Vorsätzliche einfache Körperverletzung

670

- gef. und  schw. Körperverletzung

148

Straftaten gegen die persönliche Freiheit

322

Sonstige Straftatbestände StGB

87

Straftaten gegen das Gewaltschutzgesetz

66

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

36

Raubstraftaten

5

Straftaten gegen das Leben

1

Gesamtergebnis

1.354

Prävention – Haus des Jugendrechts in Görlitz eröffnet

Die präventiven Landesstrategien ASSKomm, PiT-Sachsen (Prävention im Team) und die Häuser des Jugendrechts sollen vernetzt werden. Dabei erfolgen eine wirkungsorientierte Verbindung von Intervention und Prävention sowie die Schaffung verlässlicher Strukturen.

Zukünftig wird die Intervention noch ergebnisorientierter erfolgen, indem die Kooperationspartner mit entsprechenden neuen Strategien und Strukturen arbeiten. In einem ersten Schritt erfolgte am 4. Juni 2021 die Eröffnung eines „Hauses des Jugendrechts“ in Görlitz. Die Eröffnung des  „Hauses des Jugendrechts“ in Bautzen ist am 10. Januar 2022 erfolgt. (ks)


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