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Verkehrsbericht/Unfallstatistik 2023 der Polizeidirektion Chemnitz

Medieninformation: 181/2024
Verantwortlich: Jana Ulbricht/Daniela Koenig
Stand: 26.04.2024, 10:30 Uhr

Verkehrsbericht 2023 der Polizeidirektion Chemnitz

Verkehrsunfallentwicklung gesamter Direktionsbereich

(1475) Im Jahr 2023 wurden im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz insgesamt 23.061 Verkehrsunfälle erfasst. Das sind 1.101 Unfälle
(+ 5,0 %) mehr als im Vorjahr. Die Unfallzahlen liegen zwar höher als in den vergangenen Jahren, jedoch unter den Zahlen im Jahr 2019.

Der Anstieg der Unfallzahlen betrifft alle Bereiche der Polizeidirektion Chemnitz. Die Verkehrsunfälle verteilen sich regional nahezu gleichmäßig auf die Stadt Chemnitz (31 Prozent), den Landkreis Mittelsachsen
(30 Prozent) und den Erzgebirgskreis (33 Prozent). Die übrigen sechs Prozent der Unfälle ereigneten sich auf den Abschnitten der Autobahnen 4 und 72 im Zuständigkeitsbereich.

Bei 2.516 Unfällen mit Personenschaden erlitten 3.247 Menschen Verletzungen. Während die Anzahl der Schwerverletzten geringfügig um acht auf 864 sank, stieg die Anzahl der Leichtverletzten um 87 auf 2.383.

Im Jahr 2023 verloren 43 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, 21 Menschen mehr als 2022.

Bei 20.545 Unfällen blieb es bei Sachschäden, 1.052 Unfälle mehr als im Vorjahr.


Bei den Hauptunfallursachen bezogen auf alle Verkehrsunfälle rangiert wieder „ungenügender Sicherheitsabstand“ (2.226) an erster Stelle. Die Hauptunfallursachen „nichtangepasste Geschwindigkeit“ (2.016) und „Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot“ (1.064) folgen.

Betrachtet man nur die Unfälle mit Personenschaden sind „nichtangepasste Geschwindigkeit“ gefolgt von „ungenügenden Sicherheitsabstand“ sowie „Nichtbeachten der Vorfahrt bei regelnden Verkehrszeichen“ die Hauptunfallursachen.

2023 wurden 330 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss verursacht. Dabei wurden 151 Personen verletzt (2022: 146). Drei Menschen verloren bei diesen Unfällen ihr Leben (2022: 3).

Die Zahl der Straftaten nach § 142 StGB (unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) stieg auf 4.941 an. 2023 entfernte sich bei jedem fünften Unfall wenigstens einer der Beteiligten pflichtwidrig vom Unfallort.

2.315 Fälle bzw. 46,9 Prozent aller Unfallfluchten wurden aufgeklärt. Bei Unfallfluchten mit Personenschaden liegt die Aufklärungsquote mit
57,8 Prozent noch höher. In 96 der 166 Fälle konnte der Verursacher ermittelt werden.

An gut 16 Prozent aller Unfälle (3.836) waren im vergangenen Jahr junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren beteiligt. 468 Menschen dieser Altersgruppe sind 2023 bei Unfällen verletzt worden. Getötet wurden 2023 bei Verkehrsunfällen vier Menschen dieser Altersgruppe.


Bei 7.018 Unfällen waren Fahrer der Generation 65+ beteiligt. Das heißt, bei ungefähr einem Drittel aller Unfälle im Jahr 2023 war ein Verkehrsteilnehmer der Generation 65+ involviert.

17 Menschen dieser Altersgruppe verloren 2023 bei Unfällen ihr Leben und 510 Personen dieser Altersgruppe wurden bei Unfällen verletzt.

An insgesamt 315 Unfällen waren im Jahr 2023 Kinder (bis 14 Jahre) beteiligt, davon 87 Kinder als Radfahrer. Bei diesen Unfällen wurden 282 Kinder verletzt. 2023 kam ein Kind bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

An 342 Verkehrsunfällen waren Fußgänger beteiligt, was einem Anteil von 1,5 Prozent an der Gesamtunfallzahl entspricht. 282 Personen wurden bei diesen Verkehrsunfällen verletzt. Neun Fußgänger, und damit fünf Fußgänger mehr als im Jahr 2022, verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

Im Jahr 2023 wurden 708 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrrad- oder Pedelecfahrern aufgenommen, was einem Anteil von
3,1 Prozent des Gesamtunfallaufkommens entspricht. Bei Unfällen mit Personenschaden ist der Anteil mit 21,5 Prozent deutlich höher. Bei 540 Verkehrsunfällen erlitten 556 Personen Verletzungen und sieben Personen wurden getötet.

Es wurden 36 Verkehrsunfälle im Jahr 2023 (2022: 31) in der Polizeidirektion Chemnitz erfasst, bei denen E-Scooter beteiligt waren. Bei 23 (2022: 16) dieser Unfälle trat Personenschaden ein, wobei fünf Menschen schwer und 19 Menschen leicht verletzt wurden.

Mit 698 Unfällen (2022: 697) und damit 3,0 Prozent des Gesamtunfallaufkommens stagniert der Anteil der Verkehrsunfälle mit Beteiligung motorisierter Zweiräder. Betrachtet man deren Anteil an den Unfällen mit Personenschaden, so liegt dieser bei 16,8 Prozent
(423 Verkehrsunfälle). Im Vergleich dazu: 2022 lag der Anteil bei 
17,1 Prozent (421 Verkehrsunfälle). Bei diesen 698 Unfällen verloren sieben Personen (2022: zwei) ihr Leben und 497 Personen (2022: 467) erlitten Verletzungen.

Regionale Betrachtung

Stadt Chemnitz

Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der in Chemnitz registrierten Verkehrsunfälle um 6,2 Prozent auf 7.170 (2022: 6.750). Neun Menschen kamen 2023 in Chemnitz bei einem Verkehrsunfall ums Leben

(2022: 1). 821 Personen wurden bei Verkehrsunfällen im Stadtgebiet Chemnitz verletzt (2022: 774), davon 162 schwer (2022: 134) und 659 leicht (2022: 640).

Bei 111 Unfällen stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel. Die Polizei stellte 419 Fahrzeugführer, die alkoholisiert unterwegs waren, bevor es zu Unfällen kam.

1.790 Straftaten des unerlaubten Entfernens vom Unfallort mussten im Jahr 2023 erfasst werden (2022: 1.715). Das sind 25 Prozent aller Unfälle. 836 dieser Unfallfluchten konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 46,7 Prozent entspricht.

Einige ausgewählte Unfallhäufungsstellen 2023 im Stadtgebiet Chemnitz:
 

  • Bahnhofstraße/Brückenstraße,
  • Leipziger Straße/Hartmannstraße,
  • Südring/Markersdorfer Straße,
  • Zwickauer Straße/Barbarossastraße


Landkreis Mittelsachsen

Auch im Landkreis Mittelsachsen stieg die Gesamtzahl aller Unfälle von 2022 zu 2023 von 6.707 auf 6.941 (+ 3,5 %). Elf Menschen kamen im Landkreis bei Verkehrsunfällen ums Leben, ebenso wie 2022. Die Zahl der Verletzten stieg von 983 auf 1.003, wobei 277 Menschen schwere und 726 Menschen leichte Verletzungen erlitten. (2022: 286 Schwerverletzte, 697 Leichtverletzte).

Bei 115 Verkehrsunfällen stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel.
398 Fahrzeugführer, die alkoholisiert unterwegs waren, wurden aus dem Verkehr gezogen, bevor es zum Unfall kam.

In 1.306 Fällen entfernten sich Unfallbeteiligte pflichtwidrig vom Unfallort, sechs weniger als im Vorjahr. Bei fast jedem fünften Unfall (18,8 Prozent) im Landkreis Mittelsachsen entfernte sich ein Beteiligter pflichtwidrig vom Unfallort. Die Aufklärungsquote liegt bei 48,0 Prozent, das heißt, 627 dieser Unfallfluchten konnten aufgeklärt werden.

Einige ausgewählte Unfallhäufungsstellen 2023 im Landkreis Mittelsachsen:

 

  • Leisnig, S 36/S 31,
  • Oberschöna, OT Langhennersdorf, S 205/K 7771,
  • Niederwiesa, B 173/B 173 N,
  • Hartmannsdorf, S 242/K 8252



Erzgebirgskreis

Im Erzgebirgskreis wurden 2023 insgesamt 7.500 Verkehrsunfälle (+223/+ 3,1 %) registriert. 18 Menschen, 13 mehr als im Vorjahr, kamen dabei ums Leben.
1.110 Menschen wurden verletzt (2022: 1.117). Während die Zahl der Schwerverletzten auf 319 (2022: 342) sank, stieg die Zahl der Leichtverletzten auf 791 (2022: 775) an.

Bei 129 Unfällen stand mindestens einer der Beteiligten unter Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel.
Die Polizei stellte 395 Fahrzeugführer, die alkoholisiert unterwegs waren, bevor es zu Unfällen kam.

In 1.587 Fällen (+53) entfernten sich Unfallbeteiligte pflichtwidrig vom Unfallort.
21,2 Prozent aller Unfälle 2023 im Erzgebirgskreis waren Unfallfluchten. 737 dieser Fälle konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 46,4 Prozent entspricht.

 

Einige ausgewählte Unfallhäufungsstellen 2023 im Erzgebirgskreis:

 

  • Annaberg-Buchholz, B 95, Abzweig „Himmlisch Herr“,
  • Aue-Bad Schlema, OT Aue, B 169/S 255,
  • Großrückerswalde, S 221 (Wüstenschlette)/Teichvorwerk/Kärnerweg,
  • Stollberg, B 169/AS BAB 72, Stollberg-West, in FR Hof

 

Bundesautobahnen

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Chemnitz erstreckt sich auf der Bundesautobahn 4 vom Autobahndreieck Nossen bis zur Anschlussstelle Wüstenbrand sowie auf der Bundesautobahn 72 von der Anschlussstelle Leipzig-Süd bis zur Anschlussstelle Hartenstein.

Auf den insgesamt rund 140 Autobahnkilometern ereigneten sich im Jahr 2023 1.450 Verkehrsunfälle. Dabei wurden fünf Verkehrsteilnehmer getötet und 313 verletzt, 106 schwer und 207 leicht.

Bei 258 Unfällen entfernte sich einer der Beteiligten pflichtwidrig vom Unfallort. Das sind 17,8 Prozent aller Unfälle auf den Autobahnen.

Verkehrsüberwachungsmaßnahmen

Verkehrsunfälle, deren Ursache in zu hoher beziehungsweise unangepasster Geschwindigkeit zu suchen ist, enden oft mit schweren und tragischen Folgen. Zur Bekämpfung dieser Unfallursache wurden im Jahr 2023 im Direktionsbereich

2.540 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Dabei wurden 40.976 Geschwindigkeitsverstöße im Verwarn- und Bußgeldbereich erfasst.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Kontrolltätigkeit war auch 2023 in allen Polizeirevieren und Inspektionen die Feststellung/Unterbindung des Führens von Fahrzeugen unter Alkoholeinfluss und/oder Drogen im Straßenverkehr zur Bekämpfung der Unfallursache „Fahren unter Alkoholeinfluss“.

2023 konnten 1.272 Personen, die alkoholisiert ein Fahrzeug führten, aus dem Verkehr gezogen werden, bevor es möglicherweise zum Unfall gekommen wäre.

Gegen 779 Fahrzeugführer wurde im Jahr 2023 wegen des Verdachts des Fahrens unter Einfluss von Betäubungsmitteln ermittelt.


Im Jahr 2023 wurden 4.270 Verstöße gegen die vorgeschriebene Nutzung von Rückhalteeinrichtungen (Gurt) festgestellt. 1.236 Fahrzeugführer nutzten verbotswidrig während der Fahrt Mobiltelefone beziehungsweise gleichgestellte elektronische Geräte.


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