10.04.2026, 10:30 Uhr

Mehr Verkehrsunfälle, weniger Verunglückte – Drogenunfälle erreichen neuen Höchststand

Das Blaulicht eines Polizeistreifenwagens im Detail.
© Polizei Sachsen

Am 10. April 2026 hat Sonja Penzel, Inspekteurin der sächsischen Polizei, in Dresden die Verkehrsunfallstatistik 2025 vorgestellt. Mehr zum Thema:

Inspekteurin der Polizei Sachsen Sonja Penzel hat am 10. April 2026 die Verkehrsunfallstatistik 2025 vorgestellt.

Im Jahr 2025 wurden in Sachsen insgesamt 98.154 Verkehrsunfälle registriert, was einem leichten Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz dieser Zunahme ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 0,4 Prozent auf 13.289 gesunken.

Die Zahl der Verunglückten verringerte sich ebenfalls um 2,4 Prozent auf insgesamt 16.453. Dieser Rückgang zeigt sich besonders deutlich bei den Schwerverletzten (-8,0 Prozent). Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten blieb mit 143 nahezu konstant. 

Grafik zeigt die Entwicklung der Verkehrsunfälle in Sachsen 2025. Verzeichnet wird ein Plus von 0,7 Prozent zum Vorjahr.
© Polizei Sachsen

Die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle mit Personenschaden waren 2025 erneut nicht angepasste Geschwindigkeit (11,5 Prozent), Vorfahrtsverletzungen (10,3 Prozent) und ungenügender Sicherheitsabstand (9,5 Prozent).

Weniger Alkoholunfälle, aber weiter steigende Drogenunfälle

Während die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss um 0,6 Prozent auf 1.663 sank, erreichten Unfälle unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel (z. B. Betäubungsmittel oder Medikamente) mit 411 Unfällen (+9,0 Prozent) einen neuen Höchststand. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg in beiden Fällen – bei Alkohol um 6,2 Prozent auf 738 und bei Drogen um 3,9 Prozent auf insgesamt 158.

Inspekteurin Sonja Penzel: »Der Trend steigender Straßenverkehrsunfälle unter dem Einfluss berauschender Substanzen setzt sich fort. Seit der Cannabislegalisierung im April 2024 und der Anhebung des Grenzwertes auf 3,5 ng/ml Blutserum im August 2025 ist die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je. Fahren unter Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln steht unter Strafe, weil das rücksichtslose Verhalten andere gefährdet. Die Polizei kontrolliert regelmäßig auf Drogen und Alkohol.«

Grafik zeigt die Entwicklung der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss. Es wird ein Plus von 9% zum Vorjahr verzeichnet.
© Polizei Sachsen

Besonders gefährdete Verkehrsteilnehmende und Hauptunfallverursacher

Im Jahr 2025 stieg die Zahl der verunglückten Radfahrenden um 3,9 Prozent auf 4.753 und die der Elektrokleinstfahrzeugnutzenden um 9,3 Prozent auf 200 Personen.

Die Hauptverursacher von Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren 2025 Fahrerinnen und Fahrer von Pkw (59,8 Prozent), Fahrrädern (20,5 Prozent) und motorisierten Krafträdern (8,3 Prozent).

Grafik zeigt die Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden in Sachsen. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl um 0,4 Prozent.
© Polizei Sachsen

Polizei als wesentlicher Akteur der Verkehrssicherheit

Im Jahr 2025 wurden durch die Polizei Sachsen 10.142 Fahrzeugführende unter dem Einfluss von Alkohol und/oder anderen berauschenden Mitteln festgestellt (+1,4 Prozent). Außerdem registrierten die Beamtinnen und Beamte 260.681 Geschwindigkeitsverstöße (-11,2 Prozent), 4.664 Abstandsverstöße auf Autobahnen (+28,2 Prozent), 9.292 Handyverstöße (+0,3 Prozent), 5.367 Rotlichtverstöße (-0,8 Prozent) und 1.865 Verstöße gegen das Überholverbot (+17,3 Prozent).

Inspekteurin Sonja Penzel: »Verkehrssicherheitsarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erfordert eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Die sächsische Polizei leistet ihren Beitrag unter anderem durch Unfallanalysen zum Erkennen von Schwerpunkten, Unterstützung der Radfahrausbildung an Schulen sowie durch regelmäßige Aktionstage und moderne Verkehrsüberwachungsmaßnahmen. Verkehrssicherheit braucht das Engagement aller – nur durch gemeinsame Anstrengungen lassen sich Unfälle nachhaltig reduzieren.«

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