1. Navigation
  2. Inhalt
Inhalt

Wirtschaftskriminalität

Wirtschaftskriminalität

Wirtschaftskriminalität umfasst Delikte, die im Rahmen tatsächlicher oder vorgetäuschter wirtschaftlicher Betätigung begangen wurden und die über die Schädigung Einzelner hinaus das Wirtschaftsleben beeinträchtigen oder die Allgemeinheit schädigen bzw. zu deren Aufklärung besondere kaufmännische Kenntnisse erforderlich sind.
Dazu sind mehr als 200 Bundesgesetze mit Strafvorschriften zu beherrschen, wobei der Schwerpunkt nicht im Strafgesetzbuch (StGB) mit Straftatbeständen wie Betrug, Untreue, Subventionsbetrug, Kapitalanlagebetrug, Bestechung u.a., sondern in den strafrechtlichen Nebengesetzen - z.B. dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), dem GmbH-Gesetz, dem Kreditwesengesetz (KWG) - liegt. Aber auch Computerkriminalität, der Missbrauch des Internets oder das unerlaubte Vervielfältigen von Software können Formen von Wirtschaftskriminalität sein.

Wirtschaftskriminalität stellt sich in Sachsen insbesondere als Veruntreuungs-, Insolvenz- und Betrugskriminalität dar.Charakteristisch für die Wirtschaftskriminalität sind die hohen Schadenssummen, die entstehen und volkswirtschaftliche Dimensionen annehmen. Im Jahr 2011 belief sich der bekannt gewordene Schaden im Freistaat Sachsen auf rund 214 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon wurden im Zusammenhang mit Insolvenzverschleppung registriert.

Neben den in diesem Bereich tätigen Kriminalbeamten sind es vor allem auch Buchprüfer, die eine effektive und erfolgreiche Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität gewährleisten, indem sie Gutachten und Prüfberichte erstellen und in Strafverfahren als Gutachter bzw. sachverständige Zeugen auftreten.

Insbesondere schwere Wirtschaftsdelikte weisen Affinitäten zu Delikten der "Organisierten Kriminalität" auf. Darüber hinaus bestehen teilweise Verflechtungen mit den Deliktsbereichen der Umweltkriminalität und Korruption.