Polizeiticker Görlitz: Dreister Ladendieb gestellt

Von Bautzen bis Zittau – aktuelle Meldungen und Medieninformationen der Polizeidirektion Görlitz

12. März 2026 | Dreister Ladendieb gestellt

Am 11. März 2026 ist ein dreister Ladendieb in Radeberg auf Klautour gewesen und gleich mehrfach gescheitert.

Was war passiert?

Ein 38-jähriger Tatverdächtiger versuchte erst in einem Baumarkt mittels eines Bollerwagens mehrere Mähroboter zu entwenden. Aufmerksame Mitarbeiter verhinderten den Coup. Anschließend betrat der Mann ein Elektronik-Fachgeschäft und steckte dort mehrere Lautsprecher ein. Auch hier machten dem Dieb spitzfindige Mitarbeiter einen Strich durch die Rechnung. Beim Verlassen des Geschäfts wollte der deutsche Langfinger noch einen Beamer ergaunern. Auch dies misslang.

Polizei stellt Tatverdächtigen

Eine alarmierte Streife des Kamenzer Reviers setzte dem Treiben ein Ende und stellte den Flüchtenden kurze Zeit später. Das gute Benehmen vergaß der Mann an dem Tag offenbar gänzlich und beleidigte die Polizisten mehrfach. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von umgerechnet 1,82 Promille. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen stieg der Tatverdächtige wider der zuvor erfolgten Belehrung auf seinen Drahtesel und fuhr los. Die Fahrt endete in einem Sturz auf einer Wiese an der Pulsnitzer Straße. Er blieb unverletzt, leistete aber vehement Widerstand gegen die Gesetzeshüter. Eine Blutentnahme machte sich erforderlich. Am Ende kommen mehrere Ermittlungsverfahren auf den Mann zu. Er wird sich unter anderem wegen des versuchten Diebstahls, Beleidigung, Trunkenheit im Verkehr sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verantworten müssen. Der Revierkriminaldienst Kamenz ermittelt.

11. März 2026 | Zurück an den rechtmäßigen Eigentümer

Knapp zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Kriminelle in das St. Carolus Krankenhaus in Görlitz eingebrochen sind. Im Juli 2016 stahl eine kolumbianische Bande damals Endoskope im Wert von circa 400.000 Euro. Nun erhält die Klinik einen Teil der medizinischen Geräte zurück.

Der Einbruch

In einer gut geplanten Nacht- und Nebelaktion hatten die Täter zugeschlagen. Die Frau und vier Männer gelangten trickreich ins Gebäude und hatten es dann gezielt auf die hochwertige Medizintechnik abgesehen. Über einen Hinterausgang floh die Gruppe mit ihrer Beute. Sofort nach dem Einbruch ging das Diebesgut getarnt als Computertechnik per Post nach Kolumbien. Dort wurde es aufgearbeitet und über den Schwarzmarkt an Krankenhäuser in Südamerika und in den USA verkauft.

Internationale Zusammenarbeit trägt Früchte

Das Kommissariat 21 der Kriminalpolizeiinspektion Görlitz und die anderen betroffenen Dienststellen arbeiteten daraufhin eng mit dem Bundeskriminalamt, dem Zollkriminalamt und der kolumbianischen Polizei zusammen. Da die Täter in ganz Europa aktiv waren, übernahm Europol die Koordinierung mit den betreffenden Staaten. Durch die gute internationale Zusammenarbeit konnten im November 2017 acht Gruppenmitglieder nach Krankenhaus-Einbrüchen in Israel und drei nach Einbrüchen in Peru festgenommen werden.

Im Sommer 2017 tauchte in Miami ein Endoskop auf, welches bei Wilhelmshaven entwendet wurde. Daraufhin schaltete sich das FBI Miami ein. In enger Kooperation mit Europol wurden sehr langwierige, umfangreiche Ermittlungen und Durchsuchungen in den USA, in Kolumbien sowie in Panama durchgeführt.

Geräte aus Görlitz tauchen wieder auf

Nach Angaben des FBI konnten die Agenten die Bandenstrukturen für das Phänomen Diebstahl von medizinischen Geräten in Kolumbien zerschlagen. Seit Frühjahr 2019 sind keine derartigen Fälle in Deutschland mehr aufgetreten.

Im Mai 2024 teilte das FBI Europol mit, dass bei den Durchsuchungen insgesamt 84 gestohlene medizinische Geräte sichergestellt wurden, darunter auch 41 aus Deutschland. Zwei dieser Geräte konnten eindeutig dem Einbruch im St. Carolus Krankenhaus in Görlitz zugeordnet werden.

Zurück an den rechtmäßigen Eigentümer

Im November war es dann endlich soweit. Beamte des Eigentums-Dezernats der PD Görlitz fuhren in die Hauptstadt, nahmen die Endoskope entgegen und fuhren damit direkt ins St. Carolos Krankenhaus. Dort wurden sie vom Geschäftsführer Herr Möller bereits erwartet. Gespannt lauschte er den Ausführungen der Kriminalisten über die außergewöhnlichen Ermittlungen und wie es das Diebesgut von Kolumbien zurück nach Görlitz schaffte.

„Wir werden die Instrumente von unserer Medizintechnik-Abteilung prüfen lassen. Ob sie noch mit der jetzigen Technik kompatibel und einsetzbar sind, ist fraglich. Dennoch freuen wir uns sehr über die Rückgabe der Endoskope. Damals traf uns der Diebstahl ziemlich hart. Die Geräte mussten schnellstens ersetzt werden. Dass wir die Technik je wiederbekommen, hätten wir nicht gedacht.“  - Geschäftsführer St. Carolus Krankenhaus Herr Möller

Fazit

Für die Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Görlitz war dies einer der außergewöhnlichsten Fälle in Sachen Eigentumskriminalität der vergangenen Jahrzehnte.

Besonders war zum einen das Vorgehen der Täter an sich. Regelmäßig starteten Teams aus Kolumbien und griffen Krankenhäuser auf der ganzen Welt an. Sie waren sehr gut organisiert, ihre Beute bestand nur aus der hochwertigsten Medizintechnik. So entstanden im Laufe der Jahre Schäden im dreistelligen Millionenbereich.

Zum anderen folgten auf die außergewöhnlichen Straftaten auch außergewöhnliche Ermittlungen. Erstreckte sich die Zusammenarbeit anfangs von der PD Görlitz auf die verschiedenen Polizeien der Bundesländer, weitete sich die Kooperation schnell noch sehr viel weiter aus. Das Bundeskriminalamt übernahm die Koordinierung der Kommunikation zwischen den einzelnen Bundesländern, dem Zollkriminalamt, Europol, Interpol und dem FBI.

Ein Ermittlungsverfahren, das so viele Behörden zusammenführt, ist äußerst selten und zeigt, dass vereinte Kompetenzen auch bei gut organisierter Kriminalität zum Ermittlungserfolg führen.

Aktuelle Medieninfos der Polizeidirektion Görlitz

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