Schnelles Geld? Großes Risiko! - So entlarven Sie Anlagebetrug im Internet
Hohe Renditen, scheinbar sichere Investments – und am Ende ist das Geld weg. Betrüger locken mit professionellen Tricks und falschen Versprechen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie die Maschen funktionieren und wie Sie sich schützen können.
5.000 Euro, 25.000 Euro oder sogar 200.000 Euro – investiert in angeblich sichere und hochprofitable Geldanlagen, zum Beispiel als Altersvorsorge. Der Traum vom schnellen Gewinn wird schon immer gezielt von Betrügern ausgenutzt. Am Ende profitieren jedoch nur die Täter.
Bevor Sie investieren: Informieren Sie sich gründlich! Die Polizei Sachsen zeigt Ihnen, wie Anlagebetrug funktioniert und Sie sich davor schützen können.
Anlagebetrug nimmt stark zu
Die Zahlen zeigen deutlich, wie rasant sich diese Betrugsform entwickelt: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Fälle von Anlagebetrug in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr um 269,9 Prozent. Konkret bedeutet das einen Anstieg von 163 Fällen im Jahr 2024 auf 603 Fälle im Jahr 2025 – ein Plus von 440(!) Fällen in einem Jahr.
Diese Entwicklung macht deutlich: Die Gefahr ist real und betrifft immer mehr Menschen.
Wie gehen die Täter vor?
1. Anködern
Über Online-Werbung, Spam-Mails, soziale Netzwerke oder Telefonanrufe wecken Betrüger Interesse an vermeintlich lukrativen Geldanlagen. Häufig gelangen Geschädigte über Links auf professionell gestaltete Webseiten, auf denen persönliche Daten abgefragt werden.
Zunehmend kommen auch KI-generierte Inhalte und sogenannte Deepfakes zum Einsatz, die prominente Persönlichkeiten als angebliche Werbeträger zeigen.
2. Persönlicher Erstkontakt
Nach der Registrierung melden sich vermeintliche Anlageberater meist telefonisch. Um Vertrauen aufzubauen, werden zunächst geringe Beträge (z. B. 250 bis 500 Euro) investiert.
Über Online-Plattformen können scheinbare Gewinne verfolgt werden – manchmal werden sogar kleine Beträge ausgezahlt, um den Opfern Seriosität vorzutäuschen.
3. Vertrauensbildung
Mit der Zeit wächst das Vertrauen. Die Täter geben sich als persönliche Berater aus und setzen gezielt auf psychologische Manipulation (auch »Social Engineering« genannt).
Opfer werden unter Druck gesetzt, schnell zu investieren oder exklusive Angebote zu nutzen. Gleichzeitig wird versucht, sie von Banken oder unabhängigen Beratern fernzuhalten.
4. Abschluss
Wenn eine Auszahlung gewünscht wird, entstehen dann plötzlich Probleme: Gebühren, Steuern oder weitere Investitionen werden verlangt.
Die Täter setzen alles daran, weitere Zahlungen zu erlangen – sogar mit dem Versprechen, Verluste wieder auszugleichen. Häufig geraten Betroffene dabei in eine starke Abhängigkeit.
So können Sie sich schützen:
- Seien Sie misstrauisch bei hohen Renditeversprechen ohne Risiko.
- Prüfen Sie Anbieter und Plattformen sorgfältig – oft sind diese gefälscht.
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit zur Prüfung.
- Geben Sie keine sensiblen Daten (z. B. Online-Banking-Zugänge) weiter.
- Übermitteln Sie keine Kopien von Ausweisen oder Zahlungskarten.
- Gewähren Sie keinen Fernzugriff auf Ihre technischen Geräte.
- Nutzen Sie unabhängige Beratungen, z. B. durch die Verbraucherzentralen.
- Erstatten Sie im Betrugsfall Anzeige bei der Polizei.
- Seien Sie vorsichtig bei angeblichen „Rückhol-Angeboten“ – auch diese sind oft Betrug.
Weitere Informationen zum Thema
Nutzen Sie die Online-Informationsangebote der Verbraucherzentrale und von polizei-beratung.de für weitere Informationen zu verschiedenen Themen:
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