17.07.2026, 12:00 Uhr

Gefälschte Paketbenachrichtigungen – So schützen Sie sich vor der Betrugsmasche

tdm Falsche Paketbenachrichtigungen
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Ob per SMS, E-Mail oder Messenger: Gefälschte Paketbenachrichtigungen gehören inzwischen zu den häufigsten Betrugsmaschen im Internet. Kriminelle geben sich als bekannte Paketdienstleister aus und behaupten, ein Paket könne nicht zugestellt werden oder warte auf eine geringe Nachzahlung. Mit dieser Masche wollen sie persönliche Daten, Passwörter oder Zahlungsinformationen erbeuten.

Besonders gefährlich: Die Nachrichten und verlinkten Internetseiten wirken oft täuschend echt. Wer nicht genau hinsieht, erkennt den Betrugsversuch häufig erst, wenn bereits Daten gestohlen oder Schadsoftware installiert wurde.

So gehen die Täter vor

Die Betrüger verschicken Nachrichten, die angeblich von bekannten Paketdiensten stammen. Darin wird beispielsweise behauptet:

  • Ihr Paket kann nicht zugestellt werden.
  • Eine Sendung liegt beim Zoll und muss freigegeben werden.
  • Es sind geringe Zustell- oder Zollgebühren offen.
  • Das Paket wird an den Absender zurückgeschickt, wenn nicht sofort gehandelt wird.

Fast immer enthält die Nachricht einen Link. Dieser führt auf eine gefälschte Internetseite, die dem Original eines Paketdienstes täuschend ähnlich ist. Dort werden Betroffene aufgefordert, persönliche Daten, Zugangsdaten oder Bank- beziehungsweise Kreditkarteninformationen einzugeben. Teilweise wird auch versucht, Schadsoftware auf dem Smartphone oder Computer zu installieren.

Smishing vs. Phishing – Wo liegt der Unterschied?

Smishing – Betrug per SMS

Beim sogenannten Smishing erhalten Betroffene eine kurze SMS mit einer dringenden Aufforderung. Die Täter setzen bewusst auf Zeitdruck, damit möglichst schnell auf den enthaltenen Link geklickt wird. Häufig enthalten diese Nachrichten verkürzte oder ungewöhnliche Internetadressen.

Phishing – Betrug per E-Mail

Beim Phishing versenden Kriminelle täuschend echt gestaltete E-Mails mit Logos bekannter Paketdienstleister. Oft weist bereits der Betreff auf eine angeblich offene Zahlung oder eine fehlgeschlagene Zustellung hin. Ziel ist auch hier, die Empfänger auf eine gefälschte Internetseite zu locken und dort sensible Daten abzugreifen.

Woran Sie betrügerische Nachrichten erkennen

Nicht jede Paketbenachrichtigung ist gefälscht. Folgende Merkmale sollten Sie jedoch misstrauisch machen:

Allgemeine Warnzeichen

  • Sie erwarten gar kein Paket bzw. haben nichts bestellt
  • Die Nachricht erzeugt Zeitdruck oder droht mit Konsequenzen.
  • Es werden persönliche Daten oder Zahlungsinformationen verlangt.
  • Es sollen angebliche Zustell- oder Zollgebühren bezahlt werden.
  • Der Text enthält auffällige Rechtschreib- oder Grammatikfehler.

Gefälschte SMS

Achten Sie besonders auf:

  • ungewöhnliche oder verkürzte Internetlinks,
  • Telefonnummern mit internationalen Vorwahlen,
  • fehlende oder frei erfundene Sendungsnummern.

Betrügerische E-Mails

Typische Hinweise sind:

  • Absenderadressen von privaten E-Mail-Diensten statt der offiziellen Unternehmensdomain,
  • Anhänge unbekannter Herkunft,
  • Betreffzeilen, die Druck aufbauen oder mit einer Rücksendung des Pakets drohen.

So schützen Sie sich:

Mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie das Risiko deutlich reduzieren:

  • Klicken Sie nicht unüberlegt auf Links aus Nachrichten unbekannter Herkunft.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten oder Zahlungsinformationen über Links aus SMS oder E-Mails ein.
  • Prüfen Sie den Status Ihrer Sendung ausschließlich über die offizielle App oder Internetseite des jeweiligen Paketdienstes.
  • Richten Sie möglichst eine Drittanbietersperre bei Ihrem Mobilfunkanbieter ein. Dadurch können unberechtigte Abbuchungen über die Mobilfunkrechnung verhindert werden.
  • Halten Sie Ihr Betriebssystem und Ihre Virenschutzsoftware stets aktuell.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen, insbesondere älteren Familienmitgliedern, über diese Betrugsmasche.

Was tun, wenn Sie auf den Betrug hereingefallen sind?

Haben Sie bereits auf einen Link geklickt oder Daten eingegeben, sollten Sie schnell handeln:

  • Schalten Sie Ihr Smartphone möglichst in den Flugmodus.
  • Stimmen Sie keiner Installation einer App oder Software zu.
  • Ändern Sie umgehend betroffene Passwörter.
  • Informieren Sie Ihre Bank oder Ihr Kreditinstitut und lassen Sie gegebenenfalls Karten oder Konten sperren.
  • Informieren Sie Ihren Mobilfunkanbieter, wenn Zahlungen über die Mobilfunkrechnung möglich sind.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und sichern Sie Screenshots der Nachrichten sowie weiterer relevanter Informationen.

Im Zweifel gilt: Öffnen Sie keine Links, sondern kontrollieren Sie den Sendungsstatus direkt über die offizielle App oder Internetseite des Paketdienstes.

Disclaimer:
Die Berichterstattung der Polizei Sachsen zu diesem Phänomen erfolgt insbesondere aus präventiver Sicht. Die polizeiliche Prävention ist ein wesentlicher Bestandteil der Kriminalitätsbekämpfung. Ziel dieses Beitrag ist es, besonders ältere Menschen und deren Bezugspersonen über die Gefahr von falschen Paketbenachrichtigungen aufzuklären und für das Thema zu sensibilisieren.
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