10.02.2026, 08:00 Uhr

Sicher und Sorgenlos im Netz surfen

Kinder sehen in einen Laptop
© Louis Paul Photo - adobe.stock.com

Weniger als ein Drittel der Eltern spricht mit seinem Kind vor dem Kauf eines digitalen Endgerätes über Risiken und Gefahren im Internet, wie eine Umfrage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik zeigt. Dabei ist es besonders wichtig, die eigenen Kinder mit Medienkompetenz auszustatten, um sie vor Risiken zu schützen.

Warum Kinder und Jugendliche besonders gefährdet sind

Kinder und Jugendliche befinden sich in einer Entwicklungsphase, in der sie sich ausprobieren, dazugehören und Vorbilder finden wollen. Dabei spielt Neugier eine zentrale Rolle. Deshalb können extreme oder unangemessene Inhalte im Netz faszinierend wirken, da sie Grenzen überschreiten. Dies erhöht bei den Jüngsten die Anfälligkeit für problematische Inhalte, insbesondere dann, wenn Gruppenzwang oder Trends eine Rolle spielen.

Der Algorithmus besonders auf den Social-Media-Plattformen trägt dazu bei, dass bei wiederholtem Ansehen von problematischen Inhalten, vermehrt Ähnliches angezeigt wird. Wenn Kinder und Jugendliche wiederholt mit solchen Inhalten konfrontiert werden, kann es zu einer Gewöhnung kommen. Gewalt, Hass oder extreme Darstellungen wirken dann weniger abschreckend und normal. Dadurch können die Grenzen besonders bei jungen Menschen verschwimmen, da deren Werte- und Urteilsbildung noch nicht abgeschlossen ist. Das kann zu Verunsicherung, Fehlvorstellungen und riskantem Verhalten führen.

Die Kombination aus digitaler Verfügbarkeit, mangelnder Regulierung und entwicklungsbedingter Verletzlichkeit macht Kinder und Jugendliche besonders anfällig für unangemessene Inhalte. Deshalb sind Aufklärung, Begleitung und Schutzmaßnahmen sehr wichtig.

Handlungsempfehlungen und Tipps

Begleiten Sie die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

  • Fragen wie »Was schaust du gerne auf TikTok?« oder »Ist dir online schon einmal etwas begegnet, das dich verunsichert oder schockiert hat?« signalisieren Jugendlichen, dass ihre Erfahrungen ernst genommen werden.
  • Bei jüngeren Kindern ist es ratsam, regelmäßig gemeinsam zu schauen, welchen Accounts sie folgen oder welche Inhalte vorgeschlagen werden.

Verstehen statt verbieten

  • Pauschale Verbote greifen häufig zu kurz. Wichtiger ist es, Kinder emotional aufzufangen und gemeinsam zu überlegen, wie sie mit solchen Inhalten umgehen können. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, entsprechende Inhalte kritisch zu hinterfragen.

Offen über Risiken sprechen

  • Kinder und Jugendliche sollten altersgerecht darüber informiert werden, dass viele Inhalte im Netz übertrieben, manipuliert oder gezielt schockierend dargestellt sind.
  • Gespräche über Gewalt, Pornografie, Drogen oder extremistische Inhalte helfen, das Gesehene einzuordnen. So lernen junge Menschen, zwischen Realität und Inszenierung zu unterscheiden.

Handlungsstrategien vermitteln

  • Kinder brauchen konkrete Strategien für den Ernstfall: belastende Inhalte sofort wegklicken, blockieren oder melden und sich an eine vertraute erwachsene Person wenden. Das stärkt ihre Handlungssicherheit und reduziert das Gefühl von Hilflosigkeit.

Regeln gemeinsam festlegen

  • Klare Absprachen zu Apps, Plattformen, Bildschirmzeiten und Inhalten bieten Orientierung. Ein gemeinsam erarbeiteter Mediennutzungsvertrag kann helfen, klare und für alle akzeptable Regeln festzuhalten.

Unterstützung suchen

  • Wenn Kinder durch unangemessene Inhalte Angst, Ekel oder Überforderung erleben, brauchen sie Unterstützung. Beratungsangebote wie klicksafe, Nummer gegen Kummer oder JUUUPORT bieten Hilfe für Eltern und Kinder.
  • Bei strafrechtlichen Angelegenheiten sollte eine Meldung bei der Polizei in Betracht gezogen werden. Dies geht zum Beispiel digital über die Onlinewache oder Ihre nächste Polizeidienststelle.

Mehr Infos unter

https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/medienkompetenz/

Weiterführende Informationen

Hintergründe zu Algospeak

Mediennutzungsvertrag zwischen Familienmitgliedern

Anleitungen für technische Schutzeinstellungen

Kampagne »Sounds Wrong« – Melden statt Teilen

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