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Ergebnisbericht zur Evaluierung der Waffenverbotszone in Leipzig

Symbolbild: Waffenverbot

Die Waffenverbotszone sollte für mehr Sicherheit im Osten der Stadt sorgen. Nach rund zweieinhalb Jahren zogen jetzt Sachsens Innenminister und Leipzigs Oberbürgermeister Bilanz.
Symbolbild: Waffenverbot
Dieses Schild zeigt den Beginn der Waffenverbotszone in Leipzig an.
(© Polizei Sachsen)


Die Waffenverbotszone sollte für mehr Sicherheit im Osten der Stadt sorgen. Nach rund zweieinhalb Jahren zogen jetzt Sachsens Innenminister und Leipzigs Oberbürgermeister Bilanz.

 


Im Jahr 2018 wurde eine Waffenverbotszone in der Leipziger Eisenbahnstraße eingerichtet, um die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner zu erhöhen und den Kriminalitätsschwerpunkt einzudämmen. In den vergangenen Monaten hat das Sächsische Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) gemeinsam mit der Universität Leipzig untersucht, welche Auswirkung die Zone auf das Kriminalitätsgeschehen in dem Gebiet hatte. Der Evaluationsbericht wurde am Mittwoch, dem 9. Juni vom sächsischen Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, vorgestellt.

 

Die Auswertung der Daten zeigt, dass die Waffenverbotszone dazu beigetragen hat, bewaffnete, in der Öffentlichkeit begangene Angriffe zu senken. Auf der anderen Seite hatte die Waffenverbotszone kaum positive Auswirkungen auf das übrige Kriminalitätsgeschehen. Roland Wöller sagte dazu: „Die Ergebnisse der Evaluierung der Waffenverbotszone zeigen uns, dass es keinen Schalter gibt, den wir umlegen können, damit Kriminalität abnimmt. Deshalb lautet die Frage nicht in allererster Linie, ob die Waffenverbotszone bestehen bleiben oder abgeschafft werden soll, sondern wie die Sicherheit in dem Quartier erhöht werden kann.“

 

In der Waffenverbotszone galt ein Verbot von Schusswaffen, Messern, Reizstoffsprühgeräten sowie anderen gefährlichen Gegenständen, wie Elektroschocker oder Baseballschläger. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hatte die Polizeiverordnung über das Verbot des Mitführens gefährlicher Gegenstände am 24. März dieses Jahres als unwirksam erklärt.


Sachsens Innenminister Wöller und Leipzigs OB Jung
Leipzigs Polizeipräsident René Demmler

Stadt und Polizei wollen enger zusammenarbeiten

Im Rahmen der jetzt veröffentlichten Studie wurden auch Anwohnerinnen und Anwohner der Eisenbahnstraße befragt. „Die beste Erkenntnis für mich ist: Bewohnerinnen und Bewohner dort haben dieselben Fragen und Probleme wie in vielen anderen Stadtteilen auch. Sie wollen sichtbare Polizei, Zurückdrängung der Alltagskriminalität und ein sauberes Wohnumfeld“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung.

 

Der Innenminister kündigte an, dass die Polizei Sachsen und die Stadt Leipzig künftig noch enger zusammenarbeiten wollen, um das Kriminalitätsgeschehen rund um die Eisenbahnstraße einzudämmen. Unter anderem ist geplant, die Polizeipräsenz zu erhöhen, vermehrt Verkehrskontrollen und Streifen durchzuführen sowie einen gemeinsamen Standort von Polizei und Stadt einzurichten. Dafür soll zeitnah ein Maßnahmenplan erarbeitet werden.


Die beiden Professoren stellten sich den Fragen
Prof. Dr. Kurt Mühler (links) von der Universität Leipzig und Prof. Dr. Marcel Schöne (rechts) vom Sächsischen Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)
(© SMI/Arvid Müller )


Evaluierung der Waffenverbotszone

Die Hochschule der Sächsischen Polizei FH) verantwortete unter Federführung von Prof. Dr. Marcel Schöne, Direktor des Sächsischen Institutes für Polizei- und Sicherheitsforschung, die Evaluierung der Waffenverbotszone. Die Durchführung der Evaluierung erfolgte durch Prof. Dr. Kurt Mühler von der Universität Leipzig Mitte 2020 nach einer öffentlichen Ausschreibung.