SIPS in Peking: Akademischer Austausch
Auf einer einwöchigen Studienreise vertiefte Dr. Christoph Meißelbach seine akademischen Beziehungen nach China und hielt Vorträge zu aktuellen Entwicklungen in westlichen Demokratien.
Vorträge auf dem Beijing Humboldt Forum und an Pekinger Universitäten
Die internationale wissenschaftliche Vernetzung hat das Sächsische Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung (SIPS) inzwischen bis nach Peking gebracht. Ende September folgte Dr. Christoph Meißelbach, wissenschaftlicher Koordinator des SIPS, einer Einladung zum 14. Beijing Humboldt Forum in die chinesische Hauptstadt. Unter dem Konferenztitel »Global Security and Development under the Profound Adjustment of the International Order« tauschte er sich dort mit Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftlern aus China, Deutschland und dem Globalen Süden über globale sicherheitspolitische Herausforderungen aus. In seinem Beitrag »Security and Populism in Western Democracies« führte Dr. Meißelbach am Fall der AfD in Ostdeutschland vor Augen, dass hinter den Umwälzungen in westlichen Parteiensystemen grundsätzliche Verunsicherungen vieler Menschen stehen.
Dieses Thema stieß nicht nur auf dem Humboldt Forum auf reges Interesse, sondern auch bei weiteren Vorträgen an Pekinger Universitäten. So hielt Meißelbach eine englischsprachige Vorlesung für Studierende im Fach »International Politics« an der University of International Business and Economics (UIBE) sowie einen deutschsprachigen Vortrag im BA-Programm »German Studies« an der Beijing Foreign Studies University, wo chinesische Studierende in geschliffenem Deutsch und mit beeindruckender Detailkenntnis neugierige Rückfragen zur Koalitionsbildung in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stellten. Abgerundet wurde der einwöchige akademische Auslandsaufenthalt durch einen wissenschaftlichen Austausch an der Beijing Normal University sowie einer Diskussionsrunde zu aktuellen Themen der internationalen Sicherheit mit Forscherinnen und Forschern der UIBE.
Anknüpfung an langjährige Kontakte
Dr. Christoph Meißelbach knüpft mit dieser Reise an seine langjährige akademische Befassung mit China an. Seit 2017 war er mehrmals für wissenschaftliche Tagungen vor Ort und hielt 2019 als Visiting Professor ein Seminar über westliche Demokratien an der renommierten Shandong-Universität in Qingdao. Mit der Pandemie kamen die direkten Begegnungen zum Erliegen, sodass Kontakte nur noch online gepflegt werden konnten. Umso größer war nun die Freude über die erneute Einladung – und über die Aussicht, den Austausch in Zukunft wieder häufiger in Präsenz vertiefen zu können.
Denn eines machte diese Reise einmal mehr deutlich: Gerade in Zeiten angespannter internationaler Beziehungen ist es entscheidend, Gesprächskanäle offen zu halten. Auch wenn manche normativen und geostrategischen Fragen uns grundsätzlich trennen, bietet der akademische Raum wertvolle Chancen für einen offenen Austausch. Und angesichts der großen Neugier für die aktuellen Entwicklungen in westlichen Demokratien auf der chinesischen Seite ist wohl festzuhalten: Dem interkulturellen Austausch täte es sicher gut, wenn in Europa ein ähnlich großes Interesse an den gesellschaftlichen Entwicklungen, den Menschen und der reichen Geschichte Chinas bestehen würde.